Tagung im Würzburger Stadtarchiv: Grenzen verändern Räume und Gesellschaften

Tagung im Würzburger Stadtarchiv: Grenzen verändern Räume und Gesellschaften
Foto: Christian Weiß

WÜRZBURG – Grenzen teilen Räume, Staaten und Gesellschaften. Doch ihre Wirkung endet nicht an Grenzlinien: Über lange Zeiträume verändern Grenzziehungen auch Alltag, kulturelle Praktiken, Identitäten und Formen des Zusammenlebens.

Mit diesen langfristigen und teilweise unerwarteten Folgen beschäftigt sich die internationale wissenschaftliche Tagung „Eine Grenze ist eine soziologische Tatsache, die sich räumlich formt“, die noch bis zum morgigen Freitag im Würzburger Stadtarchiv stattfindet. Veranstalter der Tagung ist die Polnisch-Historische Mission der Universität Würz-burg.

Die epochenübergreifende und interdisziplinäre Tagung nimmt Grenzen dabei aus einer besonderen Perspektive in den Blick. Nicht allein die unmittelbare Erfahrung von Trennung, Einschränkung oder Abschottung steht im Mittelpunkt. Vielmehr fragen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler danach, was Grenzziehungen langfristig bewirken – und welche Entwicklungen entstehen können, die von denjenigen, die eine Grenze ursprünglich geschaffen haben, gar nicht beabsichtigt waren.

Der Tagungsort – das Würzburger Stadtarchiv – ist dabei ein Ort, der die Auseinandersetzung mit dem Thema Grenzen in besonderer Weise ergänzt, wie Sabrina Zinke, kommissarische Leiterin des Archivs, betont. Denn ein Archiv verfügt typischer Weise über viele Dokumente zu Grenzen – Stadtgrenzen, Konfessionsgrenzen, soziale oder auch persönlichen Grenzen. Aber Archive seien auch Orte, an denen Grenzen überschritten werden – zwischen Wissenschaft und Stadtgesellschaft zum Beispiel.

In den kommenden Tagen beschäftigen sich Wissenschaftler deshalb auch nicht nur mit historischen Grenzen, sondern auch mit Grenzen, die verschwunden sind und nur noch im Gedächtnis existieren, oder mit Grenzen, die in anderen Gesellschaftsbereichen – wie dem er Medizin – existieren. Und gleichzeitig feiert die Polnisch-Historische Mission in Würzburg ihr 25. Jubiläum, wie Leiterin Dr. Renata Skowrońska sagt. Ein Grund, auch Eintrittsgrenzen aufzuheben – die Tagung steht allen Interessierten offen.

Auf dem Bild: Dr. Renata Skowrońska, Leiterin der Polnisch-Historischen Mission, eröffnet die Tagung im Würzburger Stadtarchiv. Foto: Christian Weiß

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