WÜRZBURG – Ehemalige Generalstaatsanwältinnen und Generalstaatsanwälte sowie die frühere Generalbundesanwältin Prof. Dr. Monika Harms wurden von Oberbürgermeister Martin Heilig im Würzburger Rathaus empfangen. Die Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet machen im Rahmen ihrer jährlichen Reise Station in Würzburg. Heilig begrüßte die Gruppe im historischen Wenzelsaal.
„Wenn man hört, wer sich heute hier versammelt hat, könnte man glatt meinen, der Rechtsstaat halte seine Jahrestagung in Unterfranken ab“, sagte der Oberbürgermeister mit einem Augenzwinkern. Er würdigte zugleich die langjährige Arbeit der ehemaligen Spitzenvertreterinnen und -vertreter der Justiz: „Genau das macht ja auch eine lebendige Demokratie aus: Das Ringen um die beste Lösung für die Gemeinschaft, immer auf dem Fundament des Rechtsstaats, den Sie alle über viele Jahrzehnte hinweg an vorderster Front mitgeprägt und verteidigt haben.“
Organisiert wurde der Besuch von Lothar Schmitt, früherer Generalstaatsanwalt und Präsident des Oberlandesgerichts Bamberg a. D., der heute in Estenfeld, also vor den Toren Würzburgs, lebt. Für die Gäste steht ein umfangreiches Würzburg-Programm auf dem Plan: Neben einer Stadtführung sind unter anderem Besichtigungen der Würzburger Residenz und der Festung Marienberg sowie eine Domführung durch Bischof Franz Jung vorgesehen. Auch die fränkische Kulinarik kommt bei gemeinsamen Abendessen nicht zu kurz.
Der Empfang im Wenzelsaal bot dabei einen besonderen historischen Rahmen. Der älteste erhaltene Profanraum Würzburgs steht exemplarisch für die wechselvolle Geschichte der Stadt. Der Oberbürgermeister erinnerte an das gebrochene Versprechen König Wenzels, der 1397 Würzburg und weitere fränkische Städte unter seinen königlichen Schutz stellte. Die Würzburger Bürger interpretierten dies als die langersehnte Reichsfreiheit und feierten den König daraufhin im festlich geschmückten Saal des Rathauses. Jedoch hielt König Wenzel sein Versprechen auf dauerhaften Schutz und Unabhängigkeit schon nach kurzer Zeit nicht ein. Die Würzburger verziehen dem König diesen Wortbruch nicht. Als bleibende Erinnerung und Symbol für ihr Freiheitsstreben ließen sie auf der Eingangstür des Saales einen Reichsadler anbringen, der ein gebrochenes Zepter (bzw. ein gebrochenes Schwert) hält.
Nichtsdestotrotz wurde zur Erinnerung an diesen königlichen Besuch der Raum im 19. Jahrhundert offiziell Wenzelsaal getauft.
Vom heutigen Würzburg zeichnete Oberbürgermeister Heilig das bunte Bild einer Studentenstadt, erwähnte das „Rennen“ um die erhoffte Auszeichnung als Exzellenzuniversität und hob die kulturellen Highlights wie das Mozartfest, den Hafensommer oder das StraMu hervor. Den Gästen wünschte er „wunderbare Begegnungen, weiter erhellende Führungen, gute Gespräche bei einem Glas Frankenwein und eine unvergessliche Zeit in unserer schönen Stadt“.
Auf dem Bild: Oberbürgermeister Martin Heilig (vorderste Reihe, 2.v.l.) empfing frühere Spitzenvertreter der Justiz mit ihren Partnerinnen und Partnern. Links neben ihm Generalbundesanwältin a.D. Prof. Dr. Monika Harms, rechts neben OB Heilig Lothar Schmitt, früherer Generalstaatsanwalt und Präsident des Oberlandesgerichts Bamberg a. D.
Foto: Petra Steinbach

