WÜRZBURG – Das Bündnis „Schulstreik gegen Wehrpflicht Würzburg“ ging heute zum Protest gegen Wehrpflicht auf die Straßen Würzburgs. Die Demonstration verlief von 9:30 Uhr bis 12:30 Uhr.
Aufgrund der diesjährig wieder schrittweise eingeführten Wehrpflicht für junge Menschen ab dem Jahrgang 2008 taten sich zahlreiche Schüler*innen Würzburgs zusammen, um sich gemeinsam für ihre Meinung und Zukunft sichtbar zu machen. So wollten sie zeigen, dass auch wenn die Politik ihnen keine Stimme verleiht, sie als Gemeinschaft ihren eigenen Weg finden. Dass sie kein Teil der politischen Ohnmacht sein werden und erst dann ruhen, wenn der Frieden siegt.
Ab 9:00 Uhr versammelten sich nach und nach immer mehr Schüler*innen am Residenzplatz. Die Zeit bis zum Start der Laufdemo wurden mit Vernetzung und Redebeiträgen über beispielsweise Wehrpflichtverweigerung, Krieg und Militarisierung sowie den aktiven Rechtsruck dieses Landes gefüllt. Dabei kamen Gruppierungen wie die GEW und DFG-VK zu Wort um sich solidarisch auf der Seite der Schüler:innen zu zeigen.
Um 10:15 Uhr begann dann die Laufdemo mit informativen Reden zu deutschlandweiter Polizeigewalt und Machtverhältnissen, Parolen, Schildern und Bannern durch die Innenstadt. Hierbei wurde „Schulstreik gegen Wehrpflicht Würzburg“ von der Trommelgruppe „Rhythm of Resistance“ tatkräftig unterstützt. Während der Demonstration fielen immer wieder positive Reaktionen von Außenstehenden auf.
Besonders die Schüler:innen der Schulen, an denen die Laufdemo vorbeilief, jubelten ihnen zu. Die im Voraus geschätzte Teilnehmerzahl von 75 wurden erreicht und sogar überstiegen. Besonders erfreulich war die politische Beteiligungsbereitschaft der jungen Schüler*innen der Mittelstufen.
„Ich könnte nicht stolzer sein, wenn ich sehe, dass eine kleine Orga von Menschen, die teils im Leistungsdruck der Schule untergehen, es schaffen einen Streik auf die Beine stellen der aufmerksam darauf macht, wie wütend wir sind. Wir sind es satt, dass die Politik mit ihren aufgeblasenen Egos der Meinung sind man könne über unseren Kopf hinweg entscheiden, wie und wo unsere Zukunft ihr Ende findet.“ so Theo, Versammlungsleiter und Mitglied von „Schulstreik gegen Wehrpflicht Würzburg“.
„Ich sehe die Demo als vollen Erfolg an. Es sind viel mehr Menschen als erhofft gekommen und ich denke wir haben nochmal klar gemacht, dass wir bei unserem Widerstand gegen Wehrpflicht und Militarisierung nicht still bleiben!“, so Lina, ebenfalls Mitglied von „Schulstreik gegen Wehrpflicht Würzburg“.
Kontakt:
Instagram: @schulstreik_wue
Mail: schulstreik.wehrpflicht.wue@gmail.com
Zu dem Thema sagt Aaron Valent, MdB (Die Linke)
Kein Dienst an der Waffe: die junge Generation kämpft weiter für ihre Zukunft
Der dritte Schulstreik gegen die Wehrpflicht fand in Würzburg statt . Am heuti gen Freitag gingen erneut zahlreiche junge Menschen auf die Straße, um gegen die drohende Wiedereinführung der Wehrpfl icht und die fortschreitende Militarisierung zu demonstrieren .
Ab 09:30 Uhr versammelten sich Schülerinnen und Schüler am Würzburger Residenzplatz zu einer zentralen Protestkundgebung mit anschließendem Demozug durch die Innenstadt. Im Mitt elpunkt des Protests stand die konsequente Ablehnung der Verteidigungspoliti k der Bundesregierung unter Friedrich Merz. Die fortschreitenden Maßnahmen zur schritt weisen Reakti vierung der Wehrpfl icht stoßen bei den Jugendlichen auf entschiedenen Wide rstand.
Die Demonstrierenden wehrten sich dagegen, dass die junge Generati on für eine zunehmend militarisierte Außenpoliti k hinhalten soll.
Unterstützung erhält der Protest erneut aus der Politi k. Aaron Valent, Mitglied des Bundestages (Die Linke), spricht den streikenden Jugendlichen sein volles Vertrauen aus:
„Der anhaltende Einsatz der Schülerinnen und Schüler beeindruckt mich zuti efst. Sie lassen sich ihre Freiheit nicht schritt weise entziehen und machen deutlich: Aufrüstung ist kein Ersatz für Zukunfts – und Bildungsperspekti ven! Ich stehe weiterhin fest an der Seite der Streikenden und unterstütze ihren muti gen Kampf für ihre eigene Zukunft, gegen die Militarisierung und die Wiedereinführung der Wehrpfl icht.“
Abschließend konkreti siert Valent: „Alle, die den Dienst an der Waff e nicht als Option ansehen, sollten sich dringend mit ihrer eigenen Kriegsdienstverweigerung auseinandersetzen.“


