BAMBERG – „Für den Erhalt des historischen Bürgerhauses in Bamberg stellen wir insgesamt 3.470.000 Euro aus dem Entschädigungsfonds bereit“. Das gab Kunstminister Markus Blume bei der Übergabe der Förderzusage in Bamberg bekannt.
„Dieses historische Wohnhaus erzählt ein Stück Bamberger Stadtgeschichte pur! Seine bald 700 Jahre währende Vergangenheit als Bürgerhaus und seine Verbindung zur Brautradition machen es zu einem echten oberfränkischen Kulturschatz und zu einem besonderen Teil der UNESCO-Welterbestadt Bamberg. Zuletzt wurde hier einer der beliebtesten Clubs der Studentenstadt betrieben. Ich freue mich sehr, dass hier künftig wieder kulturelles Leben einziehen und Raum für Begegnung und Austausch entstehen soll. Mit Fördermitteln aus dem Entschädigungsfonds verbinden wir so den Schutz unseres kulturellen Erbes mit neuem Leben im Herzen Bambergs“, betonte Blume.
Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier: „Unser Welterbe lebt davon, dass seine Denkmale nicht nur Geschichte erzählen, sondern auch eine Zukunft haben. Die Förderung für das stark beschädigte Gebäude in der Oberen Sandstraße 20 ist deshalb ein wichtiger Beitrag zum Erhalt unserer baukulturellen Geschichte. Nach der Sanierung soll es als ‚Haus der Kultur‘ ein lebendiger Ort sein, der Begegnungen auf unterschiedlichsten Ebenen zwischen den Menschen ermöglicht und so einen Beitrag zum Zusammenhalt der Stadtgesellschaft leistet. Deshalb sind die Investitionen in dieses Denkmal so wichtig.“
Das als Einzeldenkmal geschützte Bürgerhaus ist Teil des historischen Sandgebiets in der UNESCO-Welterbestätte Altstadt von Bamberg. Es steht damit mitten in einem der charakteristischen historischen Stadtbereiche Bambergs. Nach der Sanierung soll das Gebäude wieder einer kulturellen Nutzung zugeführt werden. Seine Baugeschichte macht das Haus zu einem besonderen Zeugnis der Bamberger Stadtgeschichte. Über einem mittelalterlichen Kern wurde das Gebäude in der Barockzeit umfassend überformt. Das repräsentative Vorderhaus mit seinen anspruchsvoll ausgestatteten Wohnräumen gruppiert sich um einen kleinen, schmalen Innenhof. Die für Bamberg typischen Laubengänge rahmen den Hof und verbinden Vorder- und Hinterhaus.
Im rückwärtigen Bereich wird die frühere Nutzung des Hauses als Brauerei und Lager sichtbar. Die Gebäudeteile verfügen über eine eigene Erschließung und haben historische Dachwerke sowie bemerkenswerte Ausstattungselemente bewahrt, darunter sogenannte Mann-an-Mann-Decken. Die anstehende Sanierung soll diese unterschiedlichen historischen Spuren sichern und das Baudenkmal zugleich für eine neue kulturelle Nutzung öffnen. Bei der Maßnahme handelt es sich um eine Gesamtinstandsetzung.
Eigentümerin des Baudenkmals ist die Stadt Bamberg, die das Gebäude mit einem Kauf im Jahr 2019 vor dem Verfall bewahrt hat. Der Entschädigungsfonds wird vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst verwaltet und gemeinsam vom Freistaat und den Kommunen getragen. Den Bewilligungsbescheid erlässt das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, mit dem die Maßnahme abgestimmt ist. Die Maßnahme wird durch das Landesamt für Denkmalpflege auch fachlich begleitet.
Auf dem Bild: Kunstminister Markus Blume mit Melanie Huml, Mdl und Sebastian Martins Niedermaier Oberbürgermeister von Bamberg bei der Übergabe der Förderzusage in Bamberg. © Axel König/StMWK

