„Jenseits der Gischt“ im Franck-Haus eröffnet: Max Gehlofen und Isabel Roos aus Würzburg stellen in Marktheidenfeld aus

„Jenseits der Gischt“ im Franck-Haus eröffnet: Max Gehlofen und Isabel Roos aus Würzburg stellen in Marktheidenfeld aus
Foto: Inge Albert

MARKTHEIDENFELD – Das Marktheidenfelder Kulturzentrum Franck-Haus präsentiert bis zum 1. November in der Reihe „Junge Talente“ Arbeiten von Isabel Roos und Max Gehlofen.

Gefördert von der Bürgerkulturstiftung Marktheidenfeld zeigen die beiden Kunstschaffenden aus Würzburg Skulpturen sowie Malerei und Zeichnungen.

Wie begegnen sich die Vergänglichkeit des Augenblicks und die vermeintliche Unvergänglichkeit der Materie? Dieser Frage widmet sich die neue Ausstellung „Jenseits der Gischt“ im Kulturzentrum Franck-Haus. Bei der feierlichen Eröffnung gaben Isabel Roos und Max Gehlofen persönliche Einblicke in ihre Schaffensprozesse. Obwohl beide in Würzburg arbeiten und leben, markiert die Ausstellung im Franck-Haus ihre erste gemeinsame Zusammenarbeit.

Das Leitmotiv der Ausstellung spiegelt sich im Kontrast der beiden künstlerischen Positionen wider: Auf der einen Seite steht die Gischt als Sinnbild des kurzen, unwiederbringlichen Moments, auf der anderen der Fels als Symbol für Dauerhaftigkeit.

Isabel Roos, die an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg Illustration studierte, nähert sich diesem Spannungsfeld über feinsinnige Landschaftsfragmente. Inspiriert von Reiseeindrücken hält sie die Fragilität von Meereswellen und Küstenszenerien fest. Ihre Bildwelten entstehen schrittweise: Aus ersten Skizzen und Tuschezeichnungen entwickeln sich vielschichtige Kompositionen, die teils in Öl vollendet werden. Im Fokus stehen dabei emotionale Nuancen und mikroskopische Details, die das Flüchtige – wie das Aufschäumen des Wassers – visuell erfahrbar machen.

Einen markanten Gegenpol bilden die Skulpturen und Zeichnungen von Max Gehlofen. Der Künstler begreift Material nicht als statische Masse, sondern als Gegenstand permanenter Wandlung. In seinen Arbeiten lässt er natürliche und biologische Einflüsse mitwirken: Durch den gezielten Einsatz von Mikroorganismen und Säuren werden Gesteinsoberflächen erodiert und prozesshaft verändert. Neben den Steinskulpturen umfasst Gehlofens Werkkomplex Gipsabgüsse aus Performances, malerische Zeichnungen sowie Arbeiten aus Bienenwachs.

Im Rahmen der Ausstellungseröffnung hob Caroline Kutz, 3. Bürgermeisterin der Stadt Marktheidenfeld, die Bedeutung frischer künstlerischer Impulse für Marktheidenfeld hervor und würdigte das Engagement der beiden Nachwuchstalente.

Für die Bürgerkulturstiftung unterstrich Susanne Rinno die Rolle von Kunst und Kultur als bewussten Gegenentwurf zur Alltagshektik: Gerade in einer von Unruhe geprägten Zeit biete das Franck-Haus einen Raum für Stille, Fokussierung, Pause und Begegnung. Die Förderung junger Kunstschaffender aus der Region sei der Stiftung daher ein zentrales Anliegen.

Die Ausstellung „Jenseits der Gischt“ ist noch bis Sonntag, 1. November, im rückwärtigen Ausstellungsbereich des Kulturzentrums Franck-Haus zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Ausstellungsort
Franck-Haus, Untertorstraße 6, 97828 Marktheidenfeld
Telefon: 09391 81785 – Eintritt frei

franck-haus@marktheidenfeld.de

Öffnungszeiten
Mittwoch – Samstag 14 -18 Uhr
Sonntag/Feiertag 10 -18 Uhr

Auf dem Bild: Über die Ausstellung „Junge Talente“ freuen sich (von links) der Vorsitzende der Bürgerkulturstiftung Wolfgang Hörnig, 3. Bürgermeisterin Caroline Kutz, Künstlerin Isabel Roos, Künstler Max Gehlofen und Susanne Rinno im Marktheidenfelder Franck-Haus.
Foto: Inge Albert

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