WÜRZBURG – Lokale Clubs unterstützen, die Livemusik anbieten, und musikalischen Nachwuchs fördern, der live vor Publikum auftritt – dieses Ziel hat die städtische Prämie für Live-Musik-Konzepte für Würzburger Spielstätten.
Auch in diesem Jahr haben die drei Clubs „Kurt & Komisch“, „Immerhin“ und „Kellerperle“ dafür Geldprämien erhalten. Insgesamt wurden 19.000 Euro ausgeschüttet. Jeder Club verfügt damit über eine zusätzliche Summe, die er auch wieder in sein künftiges Livemusikprogramm investieren kann.
Bürgermeisterin Dr. Sandra Vorlová würdigte bei der Vergabe im Wenzelsaal des Rathauses die herausragenden künstlerischen Programme der prämierten Livemusik-Clubs und Musikspielstätten, die als „soziokulturelle Orte etabliert sind und sich auch mit gesellschaftspolitischen Themen auseinandersetzen. Sie beleben die Kreativwirtschaft und prägen unser urbanes Lebensgefühl.“ Sie versprach, die Clubszene auf jeden Fall weiterhin zu unterstützen, denn die wirtschaftliche Entwicklung mache deren Arbeit und damit Existenz nicht einfacher: „Sie haben Mut zum Risiko und beweisen, dass lebendige Stadtkultur überall entsteht. Die Prämie ist nicht nur ein Dank für Ihre Ideen, Ihr Engagement und Ihre Beharrlichkeit, sondern auch ein klares Bekenntnis zu vielfältiger Musikkultur“.
Da die Würzburger Szene, die Livegigs anbietet, übersichtlich ist, wiederholen sich die Namen prämierter Spielstätten. „Das tut unserem Förderziel keinen Abbruch“, betont Klaus Heuberger, Leiter des Fachbereichs Kultur. „Jeder Club, der sich um die Prämie bewirbt und dann vielleicht auch ausgezeichnet wird, hat pro Jahr mindestens 24 unterschiedliche Livekonzerte gegeben, und strebt dies auch im kommenden Jahr wieder an. Programmgestaltungen dürfen damit durchaus auch mutig sein und einzigartigen, kreativen, innovativen, experimentellen Liveauftritten eine Bühne bieten.“
Die Vergabe der Prämie für Live-Musik-Konzepte ist vor allem ein Signal; ins Leben gerufen wurde sie im Jahr 2021, um ein Clubsterben zu verhindern, als sich in Folge der Pandemie das abendliche Ausgehverhalten stark verändert hat. Seither haben sich Cornern und Pop-Up-Events etabliert. Sie ergänzen die Angebote im Nachtleben der Stadt, sind aber auch Konkurrenz zum klassischen Feiern in Clubs geworden. Mit Folgen: Das flexible, konsumzwangfreie Ausgehverhalten kann zu einem Partymeilen-Effekt führen mit Konflikten in den Wohngebieten durch Lärmbelästigung, Verunreinigungen, Vandalismus, Missachtung der Nachtruhe, welchem die Stadt Würzburg u.a. mit dem Nachtmediatoren-Konzept gegenübertritt (siehe: https://miteinander-wuerzburg.de/). Die Clubprämie ist damit auch über Coronazeiten hinaus ein gutes Förderinstrument für Musikspielstätten, Livemusikerinnen und -musiker in Würzburg.
Die Ausgezeichneten
Die „Kellerperle“ erhielt in diesem Jahr eine Prämie über 5.000 Euro für ihre künstlerisch anspruchsvolle Arbeit als bedeutsame Stätte zeitgenössischer Stadtkultur. Die „Kellerperle“ ist ein soziokulturelles, nicht kommerzielles und selbstverwaltetes Kulturzentrum für Studierende und andere Interessierte. Sie biete ein Forum zur Umsetzung kreativer Ideen und rege zu Eigeninitiative und zum aktiven Mitgestalten an, so die Begründung der Jury. Neben Auftritten lokaler Bands aus der Studierendenszene und regelmäßig stattfindenden Jazzsessions von Studierenden der Hochschule für Musik, entstehen hier viele gesellschaftlich relevante Formate.
Im Programm des „Kurt & Komisch“ finden sich neben einem regulären DJ-Programm viele hochwertige, interkulturelle und spartenübergreifende Formate, die teilweise durch Ausstellungen ergänzt werden. Lokalem Künstlernachwuchs, Kollektiven und DJs wird zu fairen Konditionen eine Bühne gegeben, um eigene, innovative Veranstaltungsformate mit geringem finanziellen Risiko durchführen zu können. So entstehe ein wichtiger Ort für die Weiterentwicklung der Würzburger Szene im Bereich der elektronischen und experimentellen DJ-Musik. Dies wurde mit einer Prämie von 7.000 Euro belohnt.
Das „Immerhin“ wurde ebenfalls mit 7.000 Euro ausgezeichnet für seine „künstlerisch anspruchsvolle Arbeit als bedeutsame Stätte zeitgenössischer Stadtkultur“. Es bereichere mit seinem ehrenamtlich organisierten Programm die Würzburger Kulturlandschaft und sei ein wichtiger Impulsgeber auf dem Posthallenareal. In der Prämienurkunde ist zu lesen, das „Immerhin“ biete ein umfangreiches und qualitativ hochwertiges Programm, das mit großem, kreativem Potenzial kontinuierlich weiterentwickelt werde. Neben lokalen Bands gastieren dort regelmäßig herausragende internationale Acts.
Was wird prämiert?
Mit der Prämie für Live-Musik-Konzepte soll die Musikszene Würzburgs gestärkt werden, die mit einer Vielzahl von Auftrittsorten zu einer diversen Kulturlandschaft beiträgt. Die Anzahl der Prämien ist nicht festgelegt, sie werden je nach Qualität und Programmumfang in unterschiedlicher Höhe vergeben. Kriterien für die Vergabe sind Programmumfang, -vielfalt und Innovation sowie Kreativität in der Programmgestaltung, die Durchführung von Livemusik-Veranstaltungen und die Planung von Livemusik-Veranstaltungen. Bedingungen sind ein fester Spielort in Würzburg, der Nachweis des Konzertbetriebes bzw. des Veranstaltungsbetriebes mit Livemusik von live spielenden Musikern, Bands oder DJs, die eigene Musik kreieren, und mindestens 24 unterschiedliche Livemusik-Konzerte verschiedener Künstler pro Jahr. Besonders im Fokus stehen auch Auftritte von Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern. Die Jury besteht aus mindestens fünf Mitgliedern ausschließlich aus der Jugendkultur-Szene.
Auf den Bildern:
v.li: Kulturamtsleiter Klaus Heuberger, Manfred Knorr, Kevin Gärtner, Peter Ott, Charlie Heidenreich, hintere Reihe Francesca Catoni, Andreas Ullherr (alle Immerhin), Manuel Bettinger (Kurt & Komisch), Fabian Leicht, Verena Kronberger, Hanna Schmitzer und in der hinteren Reihe Benedikt Schürzinger (alle Kellerperle), Christoph Schiebel (Kurt & Komisch) und Bürgermeisterin Dr. Sandra Vorlová.
Freuen sich über die Auszeichnung als „Impulsgeber“ auf dem Postareal, die Crew vom „Immerhin“, v.li. Manfred Knorr, Andreas Ullherr, Charly Heidenreich, Peter Ott und rechts von Bürgermeisterin Dr. Sandra Vorlová Francesca Catoni und Kevin Gärtner.
Für die „Kellerperle“ nahm Fabian Leicht die Prämierung aus Händen der 2. Bürgermeisterin entgegen
Auch „Kurt & Komisch“ wurde wieder ausgezeichnet: (v.li.) Dr. Sandra Vorlová mit Christoph Schiebel und Manuel Bettinger.
Fotos: Claudia Lother




