Wenn Millimeter und Sekundenbruchteile entscheiden: Mit dem definitiv knappsten aller möglichen Ergebnisse unterliegt der TSV Bad Königshofen beim TTC Zugbrücke Grenzau

Wenn Millimeter und Sekundenbruchteile entscheiden: Mit dem definitiv knappsten aller möglichen Ergebnisse unterliegt der TSV Bad Königshofen beim TTC Zugbrücke Grenzau
Foto: Rudi Dümpert

GRENZAU / BAD KÖNIGSHOFEN – Der Teufel steckt im Detail, sehr oft auch beim Sport, besonders beim Tischtennis. Was zu einer 2:3-Niederlage des TSV Bad Königshofen beim bis dahin punktgleichen TTC Grenzau führte, die knapper und unglücklicher nicht hätte ausfallen können.

Nach drei Stunden und drei Minuten Ringen um Bälle, Sätze und Spiele stand es 2:2, im Schlussdoppel 2:2 nach Sätzen und 10:9 für das TSV-Duo Bertelsmeier/Habesohn: Matchball für Königshofen. Den nächsten Ball gewinnen und rein ins Glück, raus aus dem Tabellenkeller!

Doch dann entschied ein Detail. Der 40-mm-Durchmesser-Ball muss von Königshöfer Seite aus übers 15,25 cm hohe Netz auf die Grenzauer Seite. Er streift aber dieses Netz, gefühlt um einen Millimeter, bekommt dadurch einen Hub nach oben und landet nicht auf den Tisch oder dessen Kante, sondern einen Millimeter dahinter im Aus.

Zwei Mal fünf Sekunden später reißen nicht Bertelsmeier/Habesohn, sondern die Grenzauer Kubik/Allegro die Arme hoch – 12:10 für die Gastgeber. Stimmt, es war ein Detail, mit mehreren Folgedetails. Aber im Ganzen neigte sich der Detail-Teufel den Zugbrückern zu, gingen die Rhön-Grabfelder zum vierten Mal in fünf Spielen leer aus, stehen auf Abstiegsplatz elf.

Das erste Einzel zwischen den beiden Neuzugängen ihres Vereins hatte der Engländer Liam Pitchford für sich entschieden. Königshofens Neuer, Liao Cheng-Ting (auf dem Bild), bekam wieder mal eine Chance, eine wichtige Partie für ihn persönlich und für sein Team. Er konnte sie nicht nutzen, unterlag in vier Sätzen, ist immer noch nicht in der TTBL angekommen. Bilanz 0:4. Es lief ganz bitter für den sympathischen Taiwanesen, war aber die Fortsetzung der Negativerlebnisse dieser Saison gleich am Anfang.

Dann reparierte der zuletzt fehlende, wieder genesene Bastian Steger den Schaden auf seine Art. Mit einem bunten Stützstrumpf an der rechten Wade und viel mentaler Stärke im Kopf war er gegen den Polen Maciej Kubik, den er in der letzten Saison 3:2 besiegt hatte, eindeutig der Chef in der Box. Es war aber überwiegend großes Kino von beiden. Dazu passte auch Kubiks faire Geste, als er im dritten Satz bei 7:7 einen von den Schiedsrichtern für ihn gewerteten Kantenball unaufgefordert an Steger gab. Nur ein Detail? Statt 8:7 für Kubik ging Steger 10:7 in Führung, gewann 11:9 und glich zum 1:1 aus: Pflicht und Schuldigkeit getan.

Die tat auch Andre Bertelsmeier nach der Pause gegen seinen Vorgänger beim TSV Martin Allegro. Kein einziges Mal in den drei Sätzen war er im Rückstand, traf in jeder Situation die bessere Entscheidung, wusste auf alles eine Antwort. 2:1 für Bad Königshofen. Wenn ein richtungsweisendes Spiel, dann doch dieses. Es gab da ja noch zwei Optionen zum Sieg: Basti Steger im Einserduell gegen Pitchford und das Entscheidungsdoppel, in dem man sonst so stark war – als man erfolgreicher war.

Die Option Steger im Spiel der beiden Sieger aus der ersten Runde gegen Pitchford griff nicht. Zweieinhalb Sätze war es sogar eine klare Angelegenheit für den Engländer. Bärenstark ging der 11:5/11:6/6:0 in Führung. Mit einem (Fehl-) Schlag war dann sein Selbstvertrauen dahin und Steger wieder da. Er stellte von 0:6 auf 9:6, gewann 11:8 – den dritten Satz. Im vierten war Pitchford back again, fand den Schlüssel wieder, den er im dritten Satz verlegt hatte – glich zum 2:2 aus. Und dann kam jenes Teufels-Detail.

Fragt sich jeder Sportler: Warum nur gibt es da kein Unentschieden?

Tischtennis Bundesliga Herren:
TTC Grenzau – TSV Bad Königshofen 3:2
Pitchford – Liao 3:1
(11:8/11:7/10:12/11:6)
Kubik – Steger 0:3
(8:11/5:11/9:11)
Allegro – Bertelsmeier 0:3
(7:11/5:11/8:11)
Pitchford – Steger 3:1
(11:5/11:6/8:11/11:7)
Kubik/Allegro – Bertelsmeier/Habesohn 3:2
(11:8/9:11/9:11/11:6/12:10)
Zuschauende: 250

Text und Foto: Rudi Dümpert für www.mainfranken.news

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