Geschenk von Werner Heimrich an den Historischen Förderkreis: Gochsheimer Gärtner baute vor 20 Jahren ein detailgetreues Modell mit der Kirche St. Michael, den Kirchgaden und dem Historischen Rathaus

Geschenk von Werner Heimrich an den Historischen Förderkreis: Gochsheimer Gärtner baute vor 20 Jahren ein detailgetreues Modell mit der Kirche St. Michael, den Kirchgaden und dem Historischen Rathaus

GOCHSHEIM – 2004 verschwand Werner Heimrich immer wieder für Stunden in seiner Werkstatt, und im Advent 2004 präsentierte er bei der Ausstellung „Kunst und Kunsthandwerk“ in der Gochsheimer Schule das Ergebnis seines Tuns, nämlich ein Modell der evangelischen Kirche St. Michael, der sie umgebenden Gaden und des Historischen Rathauses im Maßstab 1:75.

Das Besondere außer der Detailtreue war die Möglichkeit, eine Seitenwand der Kirche abzunehmen und dann den Blick auf eine Weihnachtskrippe im Altarraum zu bekommen. Für die aus Holz und Pappmaché gefertigten Gebäude nutzte er als Vorlage sein Gedächtnis, Fotos und die Originalgebäude in der Nähe der Gärtnerei.

Er legte viel Wert auf Details. So beschriftete er den Lastzug originalgetreu mit dem Schriftzug der ortsansässigen Konservenfirma Deppert und das Modellauto war das gleiche, das auch Bürgermeister Widmaier in seiner Amtszeit fuhr, ein silberner Audi. In den Folgejahren zierte das historische Ensemble immer um die Adventszeit das Schaufenster des Heimrichschen Blumengeschäftes.

Dieses Modell hat Werner Heimrich jetzt dem Historischen Förderkreis Gochsheim-Weyer geschenkt und hofft, dass viele die Gelegenheit nutzen, das Modell zu besichtigen. Wer es sehen möchte, bekommt durch Ute Wagner (Büro freies Reichsdorfmuseum Gochsheim Telefon: 09721-630323) Montag bis Freitag von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr die Möglichkeit dazu.

Heimrich ist offensichtlich ein nimmermüder und kreativer Naturliebhaber, waschechter Gochsheimer und Techniker. Spuren dieser Umtriebigkeit gibt es viele. So besitzt er eine riesige Gartenfläche mit See, in der viele Zentner schwere Olivenstämme aus Griechenland den Betrachter faszinieren.

Seit cirka 65 Jahren liefert der passionierte Gärtner Ideen für Festwagen beim Erntedank-Umzug. Zusammen mit seiner Frau Erika wirkt er auch bei deren Gestaltung mit. Diese Wagen, ein Gemeinschaftswerk mehrerer Vereine und vieler fleißiger Hände, werden am Erntedank-Sonntag von den Einwohnern und unzähligen auswärtigen Gästen bewundert.

1996 feierte Gochsheim sein 1200-jähriges Bestehen. Auch der örtliche Verein für Gartenbau und Landespflege wollte dazu einen Beitrag leisten und eine bleibende Erinnerung schaffen. Nach Vorgesprächen in der Vorstandschaft stellte Werner Heimrich einen Gochsumer Zwiefltrater vor, zunächst als Grobskizze, dann als Ytonmodell. Diese Gochsheimer Symbolfigur, denn viele Jahrzehnte war der Zwiebelanbau in Gochsheim von großer Bedeutung, sollte einen Brunnen zieren, der an der Gadenwand errichtet werden sollte. Der Gemeinderat stimmte dem Vorhaben zu. Der Steinbildhauer bekam den Auftrag für ein mehr als zwei Meter großes Gipsmodell, für das der Gochsheimer Otto Enk mit Demmelbettern an den Füßen Modell stand.

Stein- oder Bronzeskulptur war die Frage und die Mehrheit entschied sich trotz höherer Kosten für Bronze. Zwiebel und Zwiebeltreter wurden in einer renommierten auswärtigen Firma gegossen und rechtzeitig zur 1200-Jahr-Feier vor den Gaden aufgerichtet. Der Bauhof kümmerte sich um die Technik, Leitungen und das Pflastern, Fleck lieferte das Steinbecken mit Sockel und so plätschert der Zwiebeltreterbrunnen inzwischen seit 30 Jahren. Modelle der Skulptur verkauft der VGL Gochsheim bei den Vereinsveranstaltungen und beim Regionalmarkttag am kommenden Freitag (09:00-16:00 Uhr) auf dem Gochsheimer Plan.

Bleibt zu hoffen, dass Werner Heimrich auch nach seinem 88.Geburtstag noch viele Ideen verwirklichen kann.

Auf den Fotos:

Historisches Rathaus, Kirche und Gaden schuf Werner Heimrich 2004 als Modell. Jetzt schenkte er das Ensemble dem Historischen Förderkreis Gochsheim-Weyer.

Auch der Zwiebeltreterbrunnen (Bildmitte), das Fahrzeug des damaligen Bürgermeisters und ein Fahrzeug des Bauhofes mit Gemeindewappen beweisen die Detailliebe des Hobbybastlers.

Den Entwurf stellten Werner Heimrich (Foto) und Reinhold Lamprecht 1994 dem Gemeinderat vor und Bildhauer Hans-Jürgen Fleck fertigte danach die fast zwei Meter hohe Skulptur des Gochsumer Zwiefltraters, die seit 1996 als Brunnen vor den Gaden steht.

Text/Fotos: Peter Volz

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