SCHWEINFURT – 2015 war es, als der einst ruhmreiche VfR 07 Schweinfurt, gegründet 1907, aus dem die großen Fußballer Robert Bernard und Andreas „Ander“ Kupfer hervorgingen, nach dem Einstellen des Spielbetriebs 2011 endgültig aufgelöst wurde. Nun befindet sich ein anderer Schweinfurter Sportverein in finanziellen Nöten.
„Unserer DJK droht das Aus“, so ist ein Schreiben, das www.mainfranken.news vorliegt, von Anfang September an alle Vereinsmitglieder unterschrieben. In einer „schweren finanziellen Krise“ befinde sich die DJK, brauche kurzfristig 60.000 Euro an zusaätzlichen Mitteln. Allerdings warte man auch auf Zuschüsse von Staat und Stadt Schweinfurt in Höhe von 80.000 Euro.
Die Stadt habe allerdings keinen genehmigten Haushalt, was die Sache erschwere. Dazu kamen gestiegene Kosten für Gas, Strom, Wasser, Versicherungen, Pachtgebühren für die Sportanlagen und Pachtzinsen sowie Löhne. Alleine für unvorhergesehene Reparaturkosten an der Heizung summierten sich zuletzt rund 35.000 Euro auf.
Man habe den Rotstift angesetzt, aber da reicht noch nicht. Der DJK-Bus wurde gestrichen, Putzkosten und die Abteilungsbudgets reduziert, die Beleuchtung wurde auf sparendes LED umgestellt. Doch das alleine wird die DJK nicht retten können mit ihrem reichhaltigen Angebot von B wie Badminton bis V wie Volleyball. Dazwischen stehen noch Baseball, Basketball, Cheerleading, Football, Fussball, SUP, Kanu & Wandern, Kegeln, Korbball, Leichtathletik, Schwimmen, Tennis und Turnen. Knapp 1.700 Mitglieder hat die DJK Schweinfurt, nach der TG 48 ist es der zweitgrößte Verein der Stadt. Vielen Kindern und Jugendlichen wird Breitensport angeboten. Die Vereinsführung hofft nun auf Spenden oder Hilfe der Stadt.
Das eigene Sportgelände ist 55.000 Quadratmeter groß, hat unter anderem vier Fußballfelder und vier Tennisplätze, Bundeskegelbahnen und eine Zweifachhalle. Dazu kommen ein Gästehaus und eine riesige Gaststätte mit Biergarten, die allerdings seit Jahren schon nicht mehr verpachtet ist.
Das Gelände am Hutrasen, einst Heimat des VfR 07, gehört nun Türkiyemspor SV-12 Schweinfurt. Unweit der Bellevue, Heimat der DJK, hat vor Jahren schon TürkGücü Schweinfurt das Areal des SV Bergl übernommen. 2014 wurde dieser Verein aufgelöst. Allerdings in erster Linie aufgrund eines Mitgliederschwundes. Der dürfte der DJK nun wahrlich nicht drohen.
Foto: https://www.djk-schweinfurt.de/

