Bürger-/Stadtladen zur Nahversorgung für Gerolzhofens Altstadt: Standort und Konzept nehmen weiter Gestalt an

Bürger-/Stadtladen zur Nahversorgung für Gerolzhofens Altstadt: Standort und Konzept nehmen weiter Gestalt an

GEROLZHOFEN – Wie kann die Nahversorgung in der Gerolzhöfer Altstadt langfristig gesichert und zugleich ein attraktiver Treffpunkt für die Bürgerschaft geschaffen werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Arbeitskreis zum geplanten Bürger-/Stadtladen bei seinem dritten Treffen im September in der Rüstkammer.

Im Mittelpunkt stand die Vorstellung einer Standortbewertung und eines möglichen Betriebskonzepts durch Wolfgang Gröll vom Bundesverband für Bürger- und Dorfläden.

Die vorgelegte Standortbewertung zeigt verschiedene Ansatzpunkte auf, wie ein entsprechendes Geschäft in Gerolzhofen positioniert werden könnte. Dabei soll der geplante Laden insbesondere auf die Nahversorgung im unmittelbaren Umfeld, aber auch auf Kundinnen und Kunden aus dem näheren Umland ausgerichtet werden.

Regionale Frische als wichtiger Schwerpunkt

Als mögliches Grobkonzept wurde ein Laden mit einer Verkaufsfläche von rund 150 Quadratmetern vorgestellt. Im Mittelpunkt soll ein umfangreiches Bedienungssortiment aus zahlreichen frischen Produkten stehen. Ergänzt werden könnte das Angebot durch Lebensmittel in Selbstbedienung und regionale Produkte kleinerer Erzeuger.

Ein weiterer wichtiger Baustein des Konzeptes ist die mögliche Verbindung von Einkauf und Begegnung. Vorgesehen ist unter anderem die Integration eines Café- und Bistrobereiches („Cistro“). Dadurch kann der Stadtladen neben seiner Funktion für die Versorgung auch zu einem Ort des Austauschs und der Begegnung werden.

Herr Gröll hob in seiner Betrachtung insbesondere die Chancen hervor, sich gegenüber größeren Wettbewerbern über räumliche Nähe, regionale Produkte, individuelle Auswahl und persönliche Bedienung zu profilieren. Auch besondere Öffnungszeiten sowie regelmäßige kleinere Aktionen könnten dazu beitragen, Kunden langfristig zu binden. Gerade die persönliche Ansprache und eine hohe Servicebereitschaft seien bei kleineren Verkaufseinheiten wichtige Erfolgsfaktoren.

Kombination aus persönlichem Einkauf und flexiblen Öffnungszeiten

Nach den vorgestellten Überlegungen soll der überwiegende Teil der Öffnungszeiten mit Kassier- und Verkaufspersonal erfolgen. Ergänzend ist ein SB- Betrieb in den Abendstunden sowie an Samstagnachmittagen und Sonn- und Feiertagen denkbar. Damit könnte das Angebot stärker an die Einkaufsgewohnheiten der Bürgerinnen und Bürger angepasst werden.

Auch Veranstaltungen und Aktionen wurden als mögliche Elemente des künftigen Konzepts genannt – beispielsweise saisonale Aktionen, Sommerfeste, Bonusprogramme für Stammkunden oder gemeinsame Veranstaltungen mit regionalen Vereinen und weiteren Akteuren.

Finanzierung und Wirtschaftlichkeit

Auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wurden betrachtet. Die vorgestellte Planung zeigt, dass für die Umsetzung eine Kombination aus Eigenmitteln, möglichen Förderungen und Bürgerfinanzierung erforderlich wäre. Gleichzeitig wurde deutlich, dass insbesondere der persönliche Service, regionale Produkte und zusätzliche Verkaufszeiten wichtige Bausteine für die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Ladens sein können. Die Finanzplanung dient dabei zunächst als Grundlage für die weitere Diskussion und Konkretisierung des Projekts. Die nächsten Vorbereitungen sollen die Voraussetzung schaffen, auf die Gerolzhöferinnen und Gerolzhöfer zuzugehen, über das Betreiberkonzept zu informieren und die für den Start notwendigen Beteiligungen einzuwerben Arbeitskreis setzt Beratungen fort

Mit der Vorstellung der Standortbewertung liegt dem Arbeitskreis damit eine weitere wichtige Grundlage für die Diskussion über einen möglichen Bürger-/Stadtladen in Gerolzhofen vor. Die Ergebnisse zeigen sowohl die Chancen eines auf regionale Produkte, persönliche Beratung und Begegnung ausgerichteten Nahversorgungsangebotes als auch die Notwendigkeit einer sorgfältigen wirtschaftlichen Planung.

Die weiteren Beratungen sollen nun dazu beitragen, die verschiedenen Bausteine zu konkretisieren und die Voraussetzungen für eine mögliche Umsetzung zu prüfen.

Dazu zählt auch, dass in den kommenden Wochen nach den Sommerferien die Bewohner der Altstadt zu Ihrem Einkaufsverhalten befragt werden sollen.

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