Kirchen und Klöster öffnen ihre Türen am „Tag des offenen Denkmals“ am 13. September

Kirchen und Klöster öffnen ihre Türen am „Tag des offenen Denkmals“ am 13. September
Bild © Markus Hauck (POW)

WÜRZBURG – Unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ steht der „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, 13. September.

„Die Gesellschaft ist vernetzt – familiär, im Freundeskreis, in Vereinen oder beruflich. Unser Netzwerk basiert auf Jahrhunderten voller Austausch, Bewegung und Zusammentreffen, die durch alle Generationen hinweg in Stein, Metall und Beton verfestigt und vereinfacht wurden: Denn Netzwerke benötigen Infrastruktur“, schreibt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Auch im Bistum Würzburg bieten Kirchen und Einrichtungen an diesem Tag Veranstaltungen an (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

Wer vor der Innenrenovierung noch einmal einen Blick in die Wallfahrtskirche „Mariä Heimsuchung und Schmerzhafte Muttergottes“ am Würzburger Käppele werfen möchte, hat bei Führungen um 14 und 15 Uhr dazu Gelegenheit. Bereits um 1640 begann am Nikolausberg die Verehrung eines Vesperbildes. Ab 1653 entstand eine Gnadenkapelle, die bis 1713 erweitert wurde. 1748/49 folgte ein Zentralbau mit Doppelturmfassade nach Plänen von Balthasar Neumann. Ab Mitte September wird die Kirche für voraussichtlich zweieinhalb Jahre für eine Sanierung geschlossen.

Einen Einblick in die Geschichte des Klosters Oberzell sowie in die Spiritualität der Gemeinschaft gibt es bei einer Klosterführung um 15 Uhr. Bei der rund anderthalbstündigen Führung werden auch die Klosterkirche und das beeindruckende Treppenhaus nach Plänen von Balthasar Neumann besucht. Auch in Zell am Main gab es ein Frauenkloster, das 1803 säkularisiert wurde. Erhalten sind unter anderem das Propsteigebäude mit Brunnen und ehemaligem Waschhaus, in dem die jüdische Familie Rosenbaum im 19. Jahrhundert ihre Laubhütte unterbrachte, sowie die Kirchenruine, Gärten mit Resten des ehemaligen Klosterkreuzgangs und der Konventbau mit Kapitelhaus. Bei einer Führung um 17 Uhr erfährt man mehr über dieses untergegangene Kloster.

In Gaibach (Landkreis Kitzingen) ist die Pfarrkirche Allerheiligste Dreifaltigkeit geöffnet. Baumeister war Balthasar Neumann, für die Stuckarbeiten der Innenausstattung zeichnete Antonio Bossi verantwortlich Um 10 Uhr wird ein Wortgottesdienst gefeiert. Ab 11 Uhr kann die Kirche besichtigt werden, Führungen werden ab 13 Uhr jeweils zur vollen Stunde angeboten. Um 14 Uhr gibt es eine Sonderführung zum Altarbild „Das Haus Schönborn huldigt der Heiligen Dreifaltigkeit“ des Frankfurter Malers Franz Lippold. Die letzte Führung beginnt um 16 Uhr.

Im Landkreis Miltenberg können die ehemalige katholische Pfarrkirche Sankt Laurentius in Sommerau/Markt Eschau und die Wendelinuskapelle in Mönchberg besichtigt werden. Sankt Laurentius ist rund 700 Jahre alt und wurde 1923 profaniert. Ab 11 Uhr bis einschließlich 16.30 Uhr wird zu jeder halben Stunde eine Führung angeboten. In der Wendelinuskapelle ist eine Ausstellung mit Portraits berühmter Frauen zu sehen, welche die Künstlerin Birgitta Leimeister (Mönchberg) in hochfeiner Filzarbeit hergestellt hat.

Das große Deckenfresko der Muttergottespfarrkirche in Aschaffenburg steht im Mittelpunkt von zwei je eineinhalbstündigen Führungen um 15 und 16.30 Uhr. Nach der Zerstörung der barocken Deckengemälde im Zweiten Weltkrieg fertigte der Münchener Akademieprofessor Hermann Kaspar im Jahr 1965/66 ein beeindruckendes Decken-Wand-Fresko in der traditionellen Darstellungsweise und Maltechnik des 18. Jahrhunderts, aber in modernen Formen. Von 13 bis 17 Uhr ist zudem die Gruftkapelle Sankt Maria Schnee in Mespelbrunn für Besucher geöffnet. In der Krypta der Basilika befindet sich die Grablege der Grafen von Ingelheim.

In Karlstein am Main gibt es um 15 Uhr eine Führung durch die Pfarrkirche Sankt Hippolytus und um 16.30 Uhr durch Sankt Peter und Paul. Die Sankt Martinuskirche in Heimbuchenthal ist von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Für Kinder gibt es eine Schnitzeljagd. In Sankt Peter und Paul in Großostheim kann man bei einer Kirchenführung um 14 Uhr die Orgel erleben, um 14.45 Uhr wird zudem eine Führung durch den Kirchenschatz im Bachgaumuseum angeboten. Außerdem kann um 17 Uhr die Kreuzkapelle besichtigt werden, zum Abschluss erklingt die historische Orgel aus dem 18. Jahrhundert.

Das Kloster Kreuzberg (Landkreis Rhön-Grabfeld) ist von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Hier werden Führungen in der im Bau befindlichen neuen Brauerei angeboten.

Für viele Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich. Eine komplette Übersicht über alle Gebäude, die am Tag des offenen Denkmals geöffnet sind, die Veranstaltungen und die Anmeldeformalitäten gibt es im Internet unter www.tag-des-offenen-denkmals.de.

Stichwort: „Tag des offenen Denkmals“

1984 rief Jack Lang in Frankreich die „Journées Portes ouvertes monuments historiques“ ins Leben. Wegen der großen Resonanz folgten in den nächsten Jahren weitere Länder dem Beispiel. 1991 initiierte der Europarat offiziell die „European Heritage Days“. In Deutschland fand der „Tag des offenen Denkmals“ zum ersten Mal 1993 statt. Jedes Jahr am zweiten Sonntag im September öffnen seither historische Bauten und Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind, ihre Türen. In fachkundigen Führungen bieten Architekten, Denkmalpfleger, Restauratoren und Handwerker Einblicke. Der Tag wird koordiniert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Auf dem Bild © Markus Hauck (POW) | Das Würzburger Käppele ist einer von vielen beliebten Wallfahrtsorten im Bistum Würzburg.

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