160 Jahre Schuhhaus Koch: Vom traditionellen Schuhmacherhandwerk zur modernen Orthopädie-Schuhtechnik

160 Jahre Schuhhaus Koch: Vom traditionellen Schuhmacherhandwerk zur modernen Orthopädie-Schuhtechnik
Foto: Christian Hüther / Landkreis Rhön-Grabfeld

LANDKREIS RHÖN-GRABFELD – 160 Jahre Unternehmensgeschichte, fünf Generationen und ein Handwerk, das sich stetig weiterentwickelt hat: Das Schuhhaus Koch aus Bad Neustadt hat allen Grund zum Feiern.

Anlässlich des Jubiläums ist den ganzen September über eine Ausstellung im Foyer des Landratsamtes Rhön-Grabfeld zu sehen. Sie gibt Einblicke in die Geschichte des Familienunternehmens und zeigt, wie sich traditionelles Handwerk und moderne Technik verbinden lassen.

Zur Eröffnung begrüßte Landrätin Sonja Rahm Familie Koch. Sie bezeichnete das 160-jährige Firmenjubiläum als außergewöhnlich und verwies auf die Gründerzeit. Damals hätten viele Menschen auch hier im Landkreis begonnen, Dinge selbst in die Hand zu nehmen und vor Ort etwas aufzubauen. Die Firmengründung des Schuhhauses Koch passe daher gut in diese Zeit.

Sie hob außerdem die Bedeutung des Schuhwerks für Gesundheit, Mobilität und Selbstständigkeit hervor. Orthopädieschuhtechnik könne dazu beitragen, dass Menschen länger gesund, mobil und möglichst selbstständig zu Hause bleiben können. Gerade mit Blick auf die Beratungsangebote des Landkreises, etwa den Pflegestützpunkt, sei dieses Fachwissen eine sinnvolle Ergänzung.

Besonders positiv bewertete die Landrätin die Verbindung von Tradition und Innovation. Moderne Technik und zeitgemäße Produkte hätten das klassische Schuhmacherhandwerk weiterentwickelt. Auch das Bewusstsein für gesundes und passendes Schuhwerk sei insgesamt gestiegen.

Geschäftsführer Stefan Koch ging auf die lange Geschichte des Unternehmens ein. Sie reicht bis ins Jahr 1866 zurück, als Adam Koch in Unsleben eine Schuhmacherwerkstatt gründete. Handwerkliche Qualität und Präzision prägten den Betrieb von Beginn an. Mit der Eröffnung eines Schuhgeschäftes 1939 und der Meisterprüfung von Reinhold Koch im Orthopädie-Schuhmacher-Handwerk 1958 entwickelte sich das Unternehmen zum Spezialisten für individuelle Einlagen, orthopädische Maßschuhe und weitere Hilfsmittel.

1968 eröffnete das Unternehmen sein erstes Schuhgeschäft in Bad Neustadt, später folgte der Neubau des Stammhauses in der Hohnstraße. Seit 1998 führen Martina Koch-Voll und Stefan Koch das Unternehmen in fünfter Generation.

Mit der Modernisierung des Stammhauses 2014 und der Übernahme der Geschäftsräume des ehemaligen Schuhhauses Drescher in Schweinfurt 2023 wurde die Entwicklung weiter vorangetrieben. Inzwischen ist mit Sebastian Voll auch die sechste Generation als Geschäftsführer im Unternehmen aktiv.

Wie sich der klassische Schuhmacherbetrieb zum modernen Gesundheits- und Fachhandelsunternehmen entwickelt hat, zeigt die Ausstellung anhand zahlreicher Exponate. Historische Werkzeuge, Schuhmacherleisten und Dokumente geben Einblicke in die Anfänge des Handwerks. Ihnen gegenüber stehen moderne orthopädische Versorgungen und digitale Fertigungstechniken.

Individuelle Einlagen werden heute unter anderem mithilfe präziser CNC-Frästechnik gefertigt. Ergänzt wird das Angebot durch orthopädische Maßschuhe und weitere Hilfsmittel, die individuell auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten abgestimmt werden.

Der Schuheinzelhandel hat sich zum wichtigsten Standbein des Unternehmens entwickelt. Dabei verbindet das Unternehmen den Anspruch an gesundes Gehen mit modischer Beratung und zeitgemäßen Angeboten.

Die Ausstellung „160 Jahre Schuhhaus Koch: Orthopädie-Schuhtechnik & Schuhmode“ ist im Foyer des Landratsamtes Rhön-Grabfeld zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen.

Auf dem Bild: Anlässlich des 160-jährigen Firmenjubiläums ist das Schuhhaus Koch im September mit einer Ausstellung im Landratsamt vertreten. Darüber freuen sich (von links) Annette Müller-Mann (Kreisentwicklung), Landrätin Sonja Rahm, Sebastian Voll, Martina Koch-Voll und Stefan Koch. (Foto: Christian Hüther / Landkreis Rhön-Grabfeld).

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