SCHWEINFURT – Am vergangenen Samstag sind sechs junge Menschen aus Indien in Schweinfurt angekommen und haben damit den offziellen Startschuss für das Pilotprojekt „Indische Auszubildende zur Pflegefachkraft“ des Diakonischen Werkes Schweinfurt e.V. gegeben.
Das Projekt verfolgt das übergeordnete Ziel, langfristig eigens ausgebildetes Pflegepersonal zu gewinnen und die jungen Talente erfolgreich in Schweinfurt zu intergrieren. Die Idee entstand Ende 2025 bei einem ersten Austausch zwischen Tanja Back, Leitung des Geschäftsbereichs Pflege bei der Diakonie Schweinfurt, und Pfarrer Augustin aus Waldaschaff, der gleichzeitig auch Direktor der indischen Theresian Academy in Aluva (Kerala) ist. In enger Zusammenarbeit mit dem BFZ Alfons Goppel Schweinfurt (BFS Pflege) wurden Auswahl, inhaltliche Abstimmung organisatorische Schritte vorbereitet.
Für den Ausbildungsstart im September 2026 wurde eine Gruppe von sechs Auszubildenen ausgewählt, vier Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 19 und 26 Jahren, in den Einrichtungen Wilhelm-LöheHaus und Pflegezentrum Maininsel ihre Ausbildung zu absovlieren.
Die jungen Menschen wurden in Indien nach ihrer Schullaufbahn bereits mit Deutschunterricht bis zum B2-Niveau auf die Ausbildung vorbereitet. Die Auswahl erfolgte wechselseitig bei Kennenlerngesprächen via Zoom. Parallel dazu liefern die notwendigen bürokratischen Schritte, etwa das beschleunigte Fachkräfteverfahren. Im April dieses Jahres wurde bereits eine Projektgruppe gegründet, in der Vertreter:innen von Wilhelm-Löhe-Haus und des Pflegezentrums Maininsel monatlich zusammenkommen, um Einarbeitungskonzepte zu entwickeln, das Stammpersonal mitzunehmen und die Willkommenswoche zu planen.
Die Willkommenswoche findet vom 7. bis zum 10. September statt und begleitet die Auszubildenen Schritt für Schritt beim Einleben: von der Abholung am Flughafen über die Unterstützung bei Behördengängen bis hin zu einer Stadtführung, ÖPNV-Einweisung und ersten fachlichen Unterweisungen durch die Praxisanleitungen. Bereits vor der Anreise wurden Wohnungen vorbereitet; zahlreiche Mitarbeitende und Angehörige haben Sachspenden geleistet, damit sich die Auszubildenden schnell heimisch fühlen. Neben der fachlichen Begleitung durch Praxisanleitungen und Mentor:innen ist ein niedrigschwelliges Kommunikationsangebot eingerichtet, zu dem auch Chatgruppen und eine Kooperation mit indischen Studierenden der THWS als externe Mentor:innen gehören.
Das Diakonische Werk möchte mit dem Projekt einen verantwortungsvollen, langfristigen Beitrag zur Sicherung der Pflegeversorgung in der Region leisten. Statt auf kurzfristige Lösungen zu setzen, wird auf Ausbildung vor Ort und die kontinuierliche Begleitung der Auszubildenden gebaut.
„Integration gelingt mit guter Vorbereitung, kontinuierlicher Begleitung und dem Willen aller Beteiligten, voneinander zu lernen“, sagt Tanja Back. „Unser Ziel ist es, den jungen Menschen nicht nur eine Ausbildung zu ermöglichen, sondern ihnen ein gutes Ankommen in Schweinfurt zu ermöglichen“, ergänzt Luisa Mantel, Projektkoordinatorin.
Auf den Bildern:
Foto1: Luisa Mantel | Die Auszubildenden gemeinsam mit Pflegedienstleitung des Pflegezentrums Maininsel Christian Zirngibl bei ihrer Ankunft am Wilhelm-Löhe-Haus; Foto2: Lisa Schwanhäuser | Auszubildende, Leitungen und Projektmitarbeiter:innen am ersten offiziellen Arbeitstag der Azubis).


