NÜRNBERG / SCHWEINFURT – Saisonspiel sieben um Punkte dürfte durchaus richtungsweisend sein für die Schnüdel. Beim amtierenden Meister, der auf den Aufstieg verzichtete, der erst eines seiner Spiele gewann und zuhause schon zwei Mal verlor.
Der Club 2 ist also schlagbar am Valnerweiher, Unterhaching und Buchbach haben es bewiesen, zuletzt freilich siegte die Nürnberger U23 daheim gegen Burghausen. Auch Wacker will an sich ja – spätestens bis 2030 – wieder in die 3. Liga. Doch aktuell führen mit Buchbach, Memmingen, Vilzing und Illertissen Teams die Regionalliga an, die sicherlich eher nicht aufsteigen können oder wollen.
Jene Buchbacher gewannen am Dienstag im Pokal beim TSV 1860 München. Nur zwei Tage zuvor kamen die Löwen zuhause gegen Aufsteiger TSV Landsberg nur zu einem Remis. Nach drei Unentschieden darf man feststellen: Eine ganz große Macht ist der Zwangsabsteiger aus der 3. Liga (noch) nicht. Mit Unterhaching (nur zwei Diege aus fünf Partien) und Bayern München 2 (gar nur ein Dreier) schwächeln auch die anderen „Großmächte“
Was wiederum die Frage aufwirft: Was geht diese Saison für den 1. FC Schweinfurt 05? Nach drei Erfolgen in Serie sind die Grün-Weißen bis auf drei Punkte an Tabellenführer Buchbach dran. Am Deadline-Day blieben die Schnüdel untätig, während die Löwen den in Leipzig ausgebildeten Innenverteidiger Eric Uhlmann verpflichteten, zuletzt bei Erzgebirge Aue.
„Wir wollten Harry Kane angehen, aber Uli Hoeneß und Max Eberl haben nicht zurückgerufen“, spaßt Jan Gernlein. Und sagt dann ernster: „Wir sind auf allen Positionen sehr zufrieden. Alle machen es gut!“ Und da sind ja auch noch ein paar Spieler, die es bislang noch nicht so oft in die ersten 15 schafften wie Radzivon Hushcha, Esad Akgün, Valentin Schmitt, Lukas Mrozek, Maximilian Stahl oder Mustafa Özden. Zudem ist Luka Kalandia nach Reha in Georgien (!) wieder im Training und dürfte auch Altin Ibisi wieder zurückkommen. 24 Feldspieler im Kader, inklusive Kristian Böhnlein, sind eigentlich auch ausreichend.
Der Schweinfurter Kane heißt Mike Dellinger, der aber am Wochenende nach großer Belastung eine Pause bekommen wird. „Stand jetzt sind an sonsten alle dabei“, sagt der Schweinfurter Trainer am frühen Donnerstagabend und klopfte dabei auf Holz. Also: Auf den Tisch im Presseraum der Tribüne.
Dellinger als Sturmspitze dürfte ein anderer mit einem „M“ im Vornamen ersetzen. Morris Adelabu oder Mirco Geisler. „Noch mehr Torgefahr“ erhofft sich Coach Gernlein von dem ein oder anderen Spieler, meint damit freilich nicht den drei Mal gegen Fürth treffenden Philipp Hack oder den bereits vier Mal erfolgreichen Jason Prodanovic.
Hack kennt Jan Gernlein schon lange, früher vom Stützpunkttraining in Schweinfurt, dann aus der Zeit bei Eintracht Bamberg. „Da ist ein kleiner Junge, der rennt rum und hat coole Ideen“, war sein erster Eindruck. Später, bei Holstein Kiel 2 und Greuther Fürth 2, kam Hack, vielleicht in ein Korsett gepresst, nicht mehr so in Flow. Nun aber wieder. „Wenn man ihn mit seinen Ideen machen lässt…“
Prodanovic habe „Speed und ist schwer aus dem Spiel zu nehmen“ (Gernlein), wobei die Gefahr zunimmt, dass die Gegner sich darauf einstellen und auch mal tiefer stehen gegen Schweinfurt.
Noch ein beim Vorab-Pressegespräch besonders erwähnter war Last Minute-Zugang Berkay Öztürk, auch einer mit Schnüdel-Wurzeln, der anfangs der letzten Saison für Ingolstadt noch 3. Liga spielte und denn mit dem FCI 2 in der Bayernliga Nord gegen Gernleins Bamberger. Auch da ist klar: Die Oberbayern hoffen, dass der Ausgeliehene mit dem FC 05 den nächsten Schritt machen und gestärkt zurück kommen kann.
Nürnberg am Samstag also, wenn wohl 200 Fans an den Valznerweiher mitreisen werden. „Das ist der bislang spielstärkste Gegner, auf den wir treffen“, glaubt Jan Gernlein und vergleicht den Club 2 nicht mit Fürth 2 vom letzten Freitag. Beim FCN läuft es in der 2. Bundesliga anders als beim Kleeblatt perfekt, sowas wirkt sich auf auch die Reserve aus. „Die nächste große Hürde“ sei der Titelverteidiger. Sie zu überspringen: Dazu könnten die Schnüdel durchaus in der Lage sein…
Für Gil Ebner steht die Rückkehr zu seinem langjährigen Ver ein an. Den 20 Jahre alten Grafenrheinfelder stellt www.mainfranken.news in einer eigenen Geschichte am Freitag vor… Das Aufmacherbild hier zeigt Jason Prodanovic.
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