GEMÜNDEN A. MAIN / LOHR A. MAIN IM LANDKREIS MAIN-SPESSART – Ein erheblich alkoholisierter Sattelzugfahrer soll in der Nacht zum Donnerstag auf der B26 mehrere Verkehrseinrichtungen beschädigt und sich anschließend von der Unfallstelle entfernt haben.
Die Polizei konnte den 60-Jährigen wenig später stoppen. Die Ermittler prüfen nun, ob weitere festgestellte Unfallschäden ebenfalls auf die Fahrt des Mannes zurückzuführen sind.
Gegen 00:45 Uhr stellten Einsatzkräfte auf der B26 bei Gemünden fest, dass ein Sattelzug nach rechts von der Fahrbahn abgekommen war. Hierbei wurden ein Verkehrszeichen, zwei Leitpfosten sowie der Zaun einer Trinkwasserversorgungsanlage beschädigt. Der Fahrer setzte seine Fahrt anschließend fort.
Kurze Zeit später entdeckten Polizeibeamte den erheblich beschädigten Sattelzug auf der B26. Teile des Fahrzeugs schleiften bereits über die Fahrbahn. Erst nach mehreren Anhalteversuchen konnte der mit rund 25 Tonnen Quarzsand beladene Lkw gestoppt werden.
Bei dem 60-jährigen tschechischen Staatsangehörigen stellten die Beamten deutlichen Alkoholgeruch fest. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert, der umgerechnet etwa 2,3 Promille entspricht. Eine Blutentnahme wurde angeordnet und die Weiterfahrt unterbunden.
Der Sattelzug wies erhebliche Beschädigungen auf. Unter anderem war der Kraftstofftank beschädigt und Diesel ausgetreten. Die Feuerwehr beseitigte die Gefahrenstelle. Der Gesamtschaden im Bereich Gemünden wird auf rund 60.000 Euro geschätzt.
Im Zuge der weiteren Ermittlungen wurde zudem im Bereich einer Staatsstraße eine beschädigte Leitplanke festgestellt. Auch hier wird ein Zusammenhang mit der Fahrt des Sattelzuges geprüft.
Weiterer möglicher Unfall in Sackenbach
In der Sackenbacher Straße in Lohr am Main war zudem ein geparkter Pkw an der linken Fahrzeugseite erheblich beschädigt worden. Das Fahrzeug war am Mittwoch gegen 20:00 Uhr noch unbeschädigt abgestellt worden. Der entstandene Sachschaden wird auf rund 5.000 Euro geschätzt.
Am Pkw konnten Fremdspuren gesichert werden. Die Polizei prüft derzeit, ob auch dieser Schaden durch den später gestoppten Sattelzug verursacht worden sein könnte.
Zeugen, die in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag Beobachtungen zu dem Sattelzug gemacht haben, denen dessen Fahrweise aufgefallen ist oder die Hinweise zu weiteren möglichen Unfallstellen geben können, werden gebeten, sich unter Tel. 09351 / 9741-0 bei der Polizeistation Gemünden zu melden.

