WERNECK IM LANDKREIS SCHWEINFURT / EBERN IM LANDKREIS HASSBERGE – Hersbruck, Schongau, Roding, Ebern, Selb, Werneck – diese Beispiele stehen für ein bayernweites Kliniksterben.
Seit 2020 kämpft die Aktionsgruppe Schluss mit Kliniksterben in Bayern gegen das Kliniksterben im Freistaat Bayern. Mit Vollzug des GKV-Spargesetzes und des Krankenhausreformanpassungsgesetzes sind bundesweit ca. 400 bis 600 Kliniken von einer Schließung gefährdet. 1
Die Aktionsgruppe Schluss mit Kliniksterben in Bayern befasst sich aktuell mit den regionalen Auswirkungen des Kliniksterbens insbesondere in ländlichen Regionen. Im Rahmen einer detaillierten Umfrage haben wir hierzu die Bürgermeister betroffener Regionen und Petitionsunterzeichner angeschrieben, die sich vergeblich gegen regionale Klinikschließungen ausgesprochen haben.
Die Umfrageergebnisse liegen nun mit folgenden Tendenzaussagen vor:
Die 115 befragten Bürger beurteilten zu 96,4% die Schließung eines essentiellen ggf. lebensrettenden Allgemeinkrankenhauses einschließlich Basisnotfallversorgung.
53,2% dieser überwiegend essenziellen Krankenhäuser wurden in ambulante Arztzentren oder MVZ umgewandelt. In 19,8% der Fälle steht das Krankenhausgebäude jetzt ungenutzt leer. 7,2% der geschlossenen Krankenhäuser wurden Pflegeeinrichtungen.
5,4% dieser Krankenhäuser wurden in eine nicht gesundheitliche Einrichtung umgewandelt, 4,5% in eine Rehabilitationseinrichtung.
95,5% der befragten Bürger attestieren durch die Klinikschließung eine verschlechterte medizinische Versorgung. 64,9% der befragten Bürger betrachtet die Attraktivität der Region durch die Klinikschließung als sehr negativ, weitere 30,6% als moderat negativ.
4 Bürgermeister der betroffenen Regionen signalisierten eine moderatere Einschätzung: 50% der Bürgermeister sehen durch die Schließung eine Verschlechterung der medizinischen Versorgung, 50% waren unentschieden.
Tendenzergebnis
Die Schließung bayerischer Krankenhäuser wird von der Bevölkerung als signifikanter Einschnitt in ihre Lebensverhältnisse eingestuft.
Die betroffenen Bürgermeister beurteilen die Auswirkungen dagegen unterschiedlich, möglicherweise abhängig davon, ob sie am Entscheidungsprozess der Klinikschließung (z.B..aus Kostengründen oder strukturellen Gründen) unmittelbar beteiligt waren.
Aufgrund der zu erwartenden steigenden Klinikschließungen in Verbindung mit der Krankenhausreform könnten sich die wahrgenommenen Folgen der Klinikschließungen, z.B. lange Anfahrzeiten zum nächstgelegenen Krankenhaus, beeinträchtigte regionale ärztliche Versorgung, in der Fläche deutlich verbreiten.
Es wird Aufgabe der Aktionsgruppe Schluss mit Kliniksterben in Bayern sein, diesen vorhersehbaren Strukturwandel im Rahmen ihrer Forschung detailliert zu beobachten und zu dokumentieren.
Näheres zur Befragung über die Folgen bayerischer Krankenhausschließungen sind zu finden unter:
1 Aktionsgruppe Schluss mit Kliniksterben in Bayern,Klinikschließungspotenzial aufgrund des Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG), https://kliniksterben.jimdofree.com/app/download/13526747899/Auswirkungsanalye+Klinikschlie%C3%9Fungspotenzial+aufrund+des+Krankenhausreformanpassungsgesetz+%28KHAG%29.pdf?t=1779691413

