Umfangreicher Rettungseinsatz am Schönrain-Tunnel: Bei einem ICE öffnete sich bei Tempo 200 plötzlich eine Türe

Umfangreicher Rettungseinsatz am Schönrain-Tunnel: Bei einem ICE öffnete sich bei Tempo 200 plötzlich eine Türe
Foto: Maximilian Kippnich

WIESENFELD / ROHRBACH – Am Montagabend (1. September) kam es am Eingangsportal des Schönrain-Tunnels hinter Wiesenfeld zu einem Großeinsatz verschiedenster Blaulichtorganisationen.

Auf der Fahrt von München nach Dortmund öffnete sich gegen 20:15 Uhr aus bislang ungeklärter Ursache eine Tür im hinteren Teil des ICE 528. Umgehend leitete der Triebfahrzeugführer eine Notbremsung ein. Der mit 238 Reisenden besetzte Zug hatte zu diesem Zeitpunkt eine Geschwindigkeit von ca. 200 km/h.

Einsatzkräfte der Bundespolizei, der Bayerischen Landespolizei, der örtlichen freiwilligen Feuerwehren und Rettungsdiensten führten Absuch- und Rettungsmaßnahmen entlang der Strecke zwischen Rohrbach und des Tunneleingangs Höhe Wiesenfeld durch. Zunächst konnte nicht ausgeschlossen werden, dass durch die eingetretene Notfallsituation Personen zu Schaden kamen. Zur Absuche setzte die Polizei eine Drohne, einen Polizeihelikopter mit Wärmebildtechnik, eine Hundestaffel sowie eine Vielzahl an Personal ein.

Aufgrund des unwegsamen Geländes und der Dunkelheit, gestalteten sich die Maßnahmen besonders schwierig. Letztlich fanden die eingesetzten Rettungskräfte keine Person entlang der Strecke. Nach Abschluss der Absuchmaßnahmen verlegt der Zug in den Bahnhof Lohr. Hier führt die Bundespolizeiinspektion Würzburg mit Unterstützung weiterer bundespolizeilicher Kräfte polizeiliche Folgemaßnahmen zur Aufklärung des Vorfalls durch.

Im Rahmen einer polizeilichen Bearbeitungsstraße stellen die Einsatzkräfte die Identitäten der Reisenden fest und führen Befragen und Zeugenvernehmungen durch.

Die Absuchmaßnahmen entlang der Strecke und im Tunnel verliefen negativ. Während der Absuche verblieben die ca. 230 Reisenden im Zug. Eine Betreuung durch die Rettungsdienste wurde sichergestellt. 

Durch die eingeleitete Gefahrenbremsung kam keine Person zu Schaden.

Nach Beendigung der Suchmaßnahmen fuhr der ICE 528 nach Lohr am Main. Hier führte die Bundespolizeiinspektion Würzburg, mit Unterstützung benachbarter Dienststellen und der Bayerischen Landespolizei, bei 120 Reisenden, die sich im betroffenen hinteren Zugteil aufhielten, erkennungsdienstliche Maßnahmen durch. Die polizeilichen Maßnahmen dauerten bis ca. 02:30 Uhr an. Die Deutsche Bahn AG stellte einen Schienenersatzverkehr bereit und organisierte den Weitertransport aller Passagiere nach Aschaffenburg und Frankfurt am Main.

Die Streckensperrung dauerte bis 02:40 Uhr und verursachte bei 125 Zügen eine Gesamtverspätung von 5826 Minuten. Zu Zugausfällen kam es nicht.

Während des Einsatzes waren ca. 300 Kräfte der Bundespolizei, der Bayerischen Landespolizei, der Feuerwehren und Rettungsdienste sowie der Deutschen Bahn AG im Einsatz.

Und hier noch der Bericht vom Bayerischen Roten Kreuz:

Ein großes Aufgebot von Rettungskräften wurde Dienstag Abend alarmiert, nachdem sich bei einem ICE während der Fahrt eine Tür geöffnet hatte. Der Zug befand sich auf der Schnellfahrstrecke und kam in einem Tunnel zum Stehen.

Das Würzburger Rote Kreuz stellte für den Einsatz zusätzlich zwei Notärzte, acht Rettungswagen, zwölf Krankentransportwagen, sechs Personen zur Führungsunterstützung und eine Schnelleinsatzgruppe Information und Kommunikation bereit. Auch der BRK-Kreisverband Main-Spessart sowie Malteser, Johanniter und RKT aus Würzburg waren im Einsatz.

Der Einsatz dauerte von Dienstag 19:58 Uhr bis 1:30 Uhr am Mittwochmorgen.

Auch die Rettungshundestaffel war mit sechs Personen und vier Hunden im Einsatz.

Auf dem Bild: Einsatzkraft am ICE im Tunnel
Foto: Maximilian Kippnich

Die Bundespolizeiinspektion Würzburg ist eine von 15 Bundespolizeiinspektionen der Bundespolizeidirektion München. Ihr örtlicher Zuständigkeitsbereich erstreckt sich auf ganz Unterfranken und Teile Oberfrankens. Der Inspektion Würzburg angegliedert sind die Bundespolizeireviere Aschaffenburg und Bamberg. Die Kernkompetenzen der Bundespolizeiinspektion Würzburg liegen in der Gewährleistung der Sicherheit der Benutzer der Bahn und der Bahnanlagen sowie in der Fahndung auf Bahnanlagen zur Bekämpfung der unerlaubten Migration.

Comments

No comments yet. Why don’t you start the discussion?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert