Basti Steger war der Matchwinner: Der TSV Bad Königshofen gewann am dritten Spieltag sein erstes Spiel und gab die Rote Laterne weiter

Basti Steger war der Matchwinner: Der TSV Bad Königshofen gewann am dritten Spieltag sein erstes Spiel und gab die Rote Laterne weiter

MÜHLHAUSEN / BAD KÖNIGSHOFEN – Der Knoten ist geplatzt, das erste Spiel der Saison gewonnen, die Rote Laterne weitergegeben. Der TSV Bad Königshofen hat nach den Niederlagen gegen Grünwettersbach und Düsseldorf sein zweites Auswärtsspiel beim Post SV Mühlhausen mit 3:1 gewonnen und zwei wichtige Punkte geholt.

Wenn der Sieg in der Tischtennis-Bundesliga auch am seidenen Faden hing, verdient war er allemal bei 10:7 Sätzen und 165:161 Bällen. Unentschieden gibt es bei diesem Spielsystem ja nicht.

Der Auftakt verlief allerdings erst mal nach dem Schema der vorherigen zwei Niederlagen. Zum ersten Mal in dieser Saison wurde der Teamleader Bastian Steger an Position 1 mit zwei Einzeleinsätzen nominiert, rechtfertigte mit zwei Siegen diese Entscheidung von Trainer Timo Neumann. Nur auf der Bank saß Neuzugang Liao Cheng-Ting, und Filip Zeljko war überhaupt nicht präsent.

Also musste in dem Junioren-Duell Andre Bertelsmeier (20) zuerst gegen den Einser der Postler Kay Stumper (23) in die Box. Ihn haben die Thüringer für die nächsten drei Jahre unter Vertrag. Um ihn herum soll die Verjüngung der Mannschaft erfolgen.

Wie der Spielverlauf zeigte, ist er von den zwei Nachwuchstalenten des DTTB einen Tick weiter in seiner Entwicklung. Beide kennen sich aus der gemeinsamen Trainingsgruppe in Düsseldorf. Bertelsmeier konnte seine gute Leistung vom zweiten Satz (11:9) nicht konservieren, erreichte nicht ganz seine derzeitige Normalform. Seine Niederlage sorgte für einen Dämpfer, die Last auf den Schultern der Mannschaft wurde nur noch schwerer.

Doch diesmal hatten die Königshöfer ja, im Gegensatz zum Düsseldorf-Spiel, wieder ihre stimmgewaltige Fan-Unterstützung im Rücken. Und den Leitwolf Basti Steger (45) in der Box, der nur im zweiten Satz gegen den Portugiesen Marcos Freitas (38) kurz schwächelte, sich eine 9:6-Führung klauen ließ: Ein teurer Satz, der noch richtig hätte weh tun können. Doch solche Szenarien ist der Oberpfälzer im Team der Unterfranken in seinem 27. Jahr in der 1. Bundesliga gewöhnt wegzustecken. Ihm gelang ein 3:1-Sieg und der 1:1-Ausgleich zur Pause.

Auch die zwei Recken des dritten Spiels, Steffen Mengel (38) und Daniel Habesohn (40), kennen sich bestens aus acht gemeinsamen Jahren beim Post SV. „Danny“ suchte für sein Spielkonzept den Weg nach vorne, dosierte aber sein Risiko. Und er war richtig gut aufgelegt, in den spielentscheidenden Momenten ein bärenstarker „Daniel in der Löwengrube“, wie in der biblischen Geschichte aus dem Buch Daniel. Und er steckte auch einen Verlust an Stabilität und Souveränität im dritten Satz weg, verwandelte im vierten seinen ersten Matchball: zur 2:1-Steilvorlage für Basti Steger im Generationenduell der beiden Sieger der ersten Runde im Spiel vier gegen Kay Stumper.

Ja was war das denn für eine Performance im Einser-Duell, in dem KÖN den Sieg festmachen oder ins Entscheidungsdoppel durchgewunken werden konnte. Es sah zunächst gar nicht gut aus für „Mister Routine“, ruckzuck waren die ersten zwei Sätze verloren. Im dritten hatte Kay Stumper bei 10:9-Führung sogar Matchball. Doch was machte er: Er reklamierte beim Schiri die Netzhöhe. Und als diese sich als korrekt erwies, nahm er sich die Auszeit-Minute. Genau das war der Einbruch seines Spiels und der Moment der Auferstehung von Steger. Basti gewann die nächsten drei Bälle, den dritten, vierten und fünften Satz – ganz cool und souverän, eben Steger-like.

Vermutlich war das, was er da geleistet hatte, eminent wichtig für die ganze Saison.

Tischtennis Männer, 1. Bundesliga
Post SV Mühlhausen – TSV Bad Königshofen 1:3
Stumper – Bertelsmeier 3:1
(11:7/9:11/11:5/11:9)
Freitas – Steger 1:3
(9:11/11:9/6:11/8:11)
Mengel – Habesohn 1:3
(11:13/8:11/11:9/9:11)
Stumper – Steger 2:3
11:8/11:5/10:12/6:11/8:11)

    Das nächste Match: Sonntag, den 6. September, 14 Uhr, zuhause in der Shakehands-Arene gegen Liebherr Ochsenhausen, gestartet mit drei Siegen. Zunächst aber steht kommendes Wochenende das Leapmotor Pokal Grand Opening in der Kia Metropol Arena in Nürnberg an. Zwölf Partien an zwei Tagen, gebündelt an einem Ort. Mit 16 Teams. Bad Königshofen spielt am Samstag ab 15 Uhr gegen den Ligarivalen TTC OE Clarity-Telefonie Systeme Bad Homburg. Im Falle eines Sieges ginge es am Sonntag, 30.09., ab 11 Uhr gegen den Gewinner aus Borussia Dortmund – TTC Zugbrücke Grenzau. Vergeben werden vier Tickets für das Liebherr Pokal Final4 im Winter.

    Text und Foto: Rudi Dümpert für www.mainfranken.news

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