SCHWEINFURT – Einen unmittelbaren Einblick in die vielfältigen Aufgaben der Schweinfurter Tafel erhielt die Landtagsabgeordnete Martina Gießübel bei ihrem Besuch. Dabei beließ sie es nicht beim Zuschauen.
Zur Ladenöffnung um 13 Uhr übernahm sie selbst die Ausgabe der von Bäckereien gespendeten Backwaren an die Tafelkundinnen und Tafelkunden. Empfangen wurde Gießübel von Vorstandsmitglied Winfried Meissner und dem Team der Tafel Schweinfurt. Bei ihrem Rundgang informierte sie sich über die verschiedenen Bereiche der Einrichtung – vom Fahrdienst über das Sortierteam bis zum Ladenverkauf.
Dabei wurde deutlich, wie viele Arbeitsschritte und wie viel ehrenamtliches Engagement der Helferinnen und Helfer notwendig sind, bevor die gespendeten Lebensmittel bei den Menschen ankommen.
Besonders eindrücklich dürfte dabei die Zahl der Menschen sein, die in Schweinfurt auf das Angebot der Tafel angewiesen sind. Trotz des vergleichsweise hohen Lebensstandards in der Region haben inzwischen mehr als 3.000 Menschen eine Berechtigung, im Tafelladen einzukaufen. Über 1.000 davon sind Kinder. Winfried Meissner: „Die Zahl macht deutlich, dass Armut und die Sorge um die tägliche Versorgung auch in einer von der Industrie und dem Handwerk geprägten Stadt keine Randerscheinung mehr sind.“
Bei der anschließenden Ladenöffnung konnte Gießübel die Situation unmittelbar erleben. Sie stellte sich hinter die Ausgabe und reichte die gespendeten Backwaren an die Kundinnen und Kunden weiter. Der praktische Einsatz bot ihr zugleich Gelegenheit zum persönlichen Gespräch und einen direkten Einblick in den Alltag der Tafel. Die Arbeit des Vereins ist dabei auf Unterstützung aus der gesamten Gesellschaft angewiesen. Die Tafel lebt von drei wesentlichen Säulen: Zeitspenden,
Lebensmittelspenden und Geldspenden. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen mit ihrer Zeit dafür, dass die vielfältigen Aufgaben bewältigt werden können. Lebensmittelspenden von Bäckereien, Supermärkten, Erzeugern und weiteren Unterstützern bilden die Grundlage für das Warenangebot. Auch Geldspenden wiederum sind existentiell wichtig für die Tafel, die laufenden Kosten zu finanzieren – etwa für Fahrzeuge, Kühlung, Energie, Lagerung und den Betrieb des Tafelladens.
Mit ihrem Besuch und der praktischen Mitarbeit würdigte Martina Gießübel das Engagement der 150 Helferinnen und Helfer. Ihr Einsatz hinter der Ausgabetheke setzte dabei ein sichtbares Zeichen der Anerkennung für eine Arbeit, die für mehr als 3.000 Menschen in Schweinfurt von großer Bedeutung ist.
Martina Gießübel zeigte sich tief beeindruckt von der gemeinsamen Anstrengung, die hier geleistet wird: „Hinter jeder ausgegebenen Tüte mit Lebensmitteln stehen Menschen, die ihre Zeit zur Verfügung stellen, Unternehmen und Bäckereien, die Lebensmittel spenden, und Unterstützer, die mit Geldspenden dafür sorgen, dass die Tafel ihre wichtige Aufgabe erfüllen kann. Das ist ein großartiger Dienst an den Mitmenschen, die es dringend benötigen. Danke dafür.“
Text: Doris Engelhardt für die TAFEL Schweinfurt e. V.
Fotos: Doris Engelhardt


