Spaziergang mit der ÖDP Haßberge zum Klimawald: Katja Winter hatte viele interessante Infos für die Teilnehmer

Spaziergang mit der ÖDP Haßberge zum Klimawald: Katja Winter hatte viele interessante Infos für die Teilnehmer

LANDKREIS HASSBERGE – Der Waldzustandsbericht 2025 für Bayern verkündet wenig gute Neuigkeiten. Die Zahl der Bäume die ohne Schadmerkmale, also optisch gesund sind, ist erneut zurückgegangen.

Das Hauptproblem ist die extreme Hitze und die oft langen Trockenperioden, verursacht durch den menschengemachten Klimawandel. Dabei liegen die Temperaturen in allen Regionen Bayerns über dem langjährigen Mittel.

Doch es gibt Hoffnung. Im Rahmen ihrer Klausur veranstaltete der ÖDP Kreisverband Haßberge einen Spaziergang zum noch jungen Klimawald von Renate Schneider und Rainer Baumgärtner unweit des Zeiler Käppeles. In ihrem Fichtenwald hatte der Borkenkäfer aufgrund der Trockenheit leichtes Spiel gehabt. „Mit unserem neu angepflanzten Klimawald wollten wir unseren Kindern und Enkeln etwas Gutes tun und ein positives Zeichen für die Zukunft setzen“, klärten die beiden über ihre Beweggründe auf.

Für die Führung selbst konnte die ÖDP die Diplom-Umweltwissenschaftlerin Katja Winter gewinnen und sie hatte viele interessante Infos für die Teilnehmer dabei. Auf der Fläche von Schneider und Baumgärtner mit ca. 2.500 m² wurden gezielt Weißtanne, Elsbeere, Spitzahorn, Winterlinde und Feldahorn gepflanzt. Insgesamt 500 Bäumchen. All diese Baumarten sind als Jungbäume schattenertragend, denn es wächst auch so manch anderes auf dem Grundstück, das den kleinen Pflanzen Schatten spendet, z. B. Holunderstauden.

Zunächst erklärte Katja Winter die Eigenschaften dieser Bäume und die mögliche Verwendung des Holzes. „Der Standort bestimmt letztendlich, wie der Baum gedeiht. Standort und Bodenbeschaffenheit sind also wichtig, wenn es um die Auswahl der Pflanzen geht“, informierte Winter.

Wenn die Sonne brennt, kann der Mensch in den Schatten gehen, doch der Baum steht, wo er steht. Die Natur entwickelt zum Teil jedoch erstaunliche Abwehrmechanismen. So haben die sogenannten „Johannistriebe“ oft rötliche Blätter, quasi einen natürlichen UV-Schutz.

„Die Natur ist grundsätzlich recht regenerations- und entwicklungsfähig, wenn der Mensch sie lässt. Jedoch greift er, oft aus zeitlichen und wirtschaftlichen Gründen, massiv ein“, so Winter weiter.

Aus dem Teilnehmerkreis kam die Frage, ob der Wald die extremen klimabedingten Veränderungen, die auch noch innerhalb kurzer Zeit auftreten, überhaupt verkraften kann? Darauf konnte Frau Winter natürlich auch keine verbindliche Antwort geben, zeigte sich aber zuversichtlich. Und der Familie Schneider-Baumgärtner war es so oder so wichtig zu handeln und ein positives Zeichen zu setzen.

Auf den Bildern:
Foto 1: Die Teilnehmer der ÖDP-Veranstaltung im noch jungen Klimawald.
Foto 2: Katja Winter zeigt die unterschiedlichen Blattformen von Berg-, Feld- und Spitzahorn
Fotos: Thomas Ort

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