Trotz Großbardorfer Überzahl war eigentlich Nördlingen dichter dran am Sieg – VIELE FOTOS!

Trotz Großbardorfer Überzahl war eigentlich Nördlingen dichter dran am Sieg – VIELE FOTOS!

GROSSBARDORF / NÖRDLINGEN – Rund drei Stunden Anfahrt, über 35 Grad Celsius auf dem Rasen: Ein durchaus belastender Samstag endete für den TSV Nördlingen mit der ebenso langen Heimreise aus Großbardorf unweit von Thüringen. An Bord: Ordentliche Laune nach dem fünften Saisonpunkt im fünften Match.

Für Michael Göttler oder die aus dem Raum Augsburg stammenden Nördlinger war´s eine Fahrt durch mehr als halb Bayern. Dafür durfte der Coach sein Team erstmals in einem Westphalenstadion in einem Punktspiel betreuen. Das endete torlos. Doch wer dahinter einen trostlosen Sommerkick vermutet: Der war´s wirklich nicht! Auch wenn Göttlers Gegenüber Robin Keiner das letztlich anders sehen wollte. Punkt fünf für die Aufsteiger aus dem Grabfeld nach schon Partie fünf stellte den Trainer der Hausherren gar nicht zufrieden.

Und das lag in erster Linie an einer kuriosen Szene Mitte der zweiten Halbzeit. Verbunden mit Nördlinger Ärger über Schiedsrichter Tim Grunert und dessen fehlendem Fingerspitzengefühl. Was war passiert? Johannes Fiedler stand im Verdacht, auf dem Platz von einem Insekt gestochen worden zu sein. Eine Behandlung forderte er zwar nicht ein, doch Co-Trainer Andreas Schröter eilte trotzdem vorsichtshalber auf dem Platz. Den musste der Spieler danach laut Regel erst verlassen, woraufhin er das Zeitsignal den Unparteiischen beim anschließenden Einwurf so wertete, als dürfte er schon wieder zurück auf´s Feld. Durfte er aber nicht. Vorbelastet mit Gelb gab´s dafür die Ampelkarte…

Fortan nutzten die Großbardorfer freilich die numerische Überlegenheit nicht aus. „Wir haben zu wenig Tiefe entfacht, kamen nicht in letzte Drittel, der letzte Ball passte einfach nicht“, haderte Keiner mit der „schlechten Phase der Überzahl. Der Gegner konnte die Räume leicht schließen. Wir haben uns zu wenig Chancen heraus gespielt, obwohl wir heute den Dreier unbedingt wollten.“ 100 Mal trafen die Großbardorfer letzte Saison zur Landesliga-Vizemeisterschaft, diesmal steht nach vier Partien noch die „1“ durch Jimmy Mangolds immerhin Siegtor in Neumarkt. Jannik Göller, mit 32 Treffern im Aufstiegsjahr, kam am Samstag erst spät ins Spiel, der elffache Nathan Wirth fehlt bislang komplett.

Auf 5-3-1 stellte Nördlingen in Unterzahl um. „Zwei hochziehende Achter“ sorgten für Göttler im System „für gute Entlastung“. Lediglich der Kopfball von Fabio Baum, eingewechselt und am Ende entkräftet wieder vom Feld, prüfte Keeper Lukas Kania. „Mit einem Quentchen Glück holen wir hier mehr als einen Punkt“, weiß Nördlingens Coach nicht nur aufgrund des Schusses von Tim Seidler in der Nachspielzeit, als Nico Stephan noch die Finger ran bekam. „Der Punkt ist leistungsgerecht, weil beide Mannschaften trotz der Temperaturen alles investiert haben.“

„Aber eigentlich hätten wir mehr verdient“, sagt Michael Göttler. Warum? Weil die Gäste nicht nur in Unterzahl näher am Tor waren als die Unterfranken. Sondern auch zum Start. „Da hätten wir schnell 2:0 oder 3:0 vorne liegen können!“ Durch ein paar gefährliche Schüsse, in erster Linie aber durch den Kopfball von Jan Reicherzer nach nur sieben Minuten an die Unterkante der Latte. Die lange Heimreise – sie hätte noch fröhlicher ausfallen können!

Und die Großbardorfer? „Nun versuchen wir es am Dienstag mit dem Dreier und wollen es dort besser machen“, sagt Robin Keiner. Dann geht´s nach Hof zu den Bayern, woher mit Maximilian Weiß ein Neuzugang vor der Runde zurückkehrte. Aus viel Ballbesitz soll dann auch mal wieder ein Tor entstehen. Was auch für kommenden Samstag gilt, wenn der am Dienstag nach Nördlingen reisende FC Ingolstadt 2 im Westphalenstadion gastiert, in dem sich diesmal nur 125 Zuschauer einfanden. Die Hitze…

Tabellenführer nach dem fünften Spieltag ist übrigens der FC Eintracht Bamberg nach einem 5:1 gegen den SSV Jahn Regensburg 2. Kommenden Freitag erwarten die Oberfranken den Würzburger FV, am Dienstag reisen sie zunächst zur Viktoria nach Aschaffenburg.

Die beiden unterfränkischen Vertreter neben Großbardorf belegen aktuell die Plätze sieben und elf. Der WFV, nun erst einmal Gastgeber von Neudrossenfeld, drehte mit je zwei Toren von Dennie Michel und Nico Wagner einen Rückstand beim FC Ingolstadt 2 noch zu einem 4:1-Sieg. Und Regionalliga-Absteiger Aschaffenburg verlor in Neudrossenfeld deutlich mit 0:3.

Fußball, Bayernliga Nord: TSV Großbardorf – TSV Nördlingen: 0:0
Großbardorf: Nico Stephan – Simon Götz, Noah Reuß (ab 46. Mika Manninger), Maximilian Weiß, Jimmy Mangold (ab 81. Jannik Göller), Jonas Hau, Julius Landeck, Dennis Kremer (ab 56. Fabio Baum / ab 90. +1 Jan Leifer), Linus Steinmetzer, Jason Dell (ab 64. Ronny Mangold), Valentin Reitstetter; Trainer: Robin Keiner
Nördlingen: Lukas Kania – Thomas Schmid, Johannes Fiedler, Patrick Högg (ab 79. Tim Seidler), Jan Reicherzer, Niveto Caciel, Hans Rathgeber, Alexander Schröter (ab 71. Luca Hoipfauf), Nico Schmidt, Mario Taglieber, Jonas Wunder (ab 64. Jan Mielich); Trainer: Michael Göttler.
Schiedsrichter: Tim Grunert (SV Grafentraubach)
Tore: Fehlanzeige
Gelb-Rot: Johannes Fiedler (Nördlingen, 66.)
Zuschauer: 125

Der lokale und der regionale Fußball werden präsentiert von Sport König aus Werneck. Darunter folgen dann zahlreiche Fotos der Partie aus Großbardorf.

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