Der Hafensommer war so heiß und erfolgreich wie noch nie: Künstlerischer Leiter Lutz Engelhardt in den Ruhestand verabschiedet

Der Hafensommer war so heiß und erfolgreich wie noch nie: Künstlerischer Leiter Lutz Engelhardt in den Ruhestand verabschiedet
Foto: Marc Montero Deistler

WÜRZBURG – 17 Tage strahlte die Sonne über der schwimmenden Bühne im Alten Hafen, der wieder eine perfekte Bühne für ein spektakuläres, internationales Programm mit vielen Höhepunkten war. Mit insgesamt 15.928 Besuchenden wurde ein neuer Publikumsrekord erreicht.

Und der Hafensommer wurde zu einem Ort, „an dem Menschen zusammenkommen, Musik entdecken und den Sommer in unserer Stadt genießen können“, wie es Oberbürgermeister Martin Heilig schon zur Eröffnung des Festivals vorhergesagt hatte.

Die Teilhabe aller gesellschaftlichen Schichten der Stadt, Qualität und Vielfalt des Programms waren dann auch die Leitziele, die die Festivalmacherinnen und -macher vom Fachbereich Kultur der Stadt Würzburg erfolgreich umgesetzt haben. Das Publikum zeigte große Neugierde und Offenheit auch bei unbekannten Acts, so dass kein Konzert weniger als 500 Besuchende hatte. Im Schnitt lag die Auslastung bei 936 Besucherinnen und Besuchern pro Abend.

Musik für alle

Dem Auftakt mit der voll ausgelasteten Classic Night mit der Würzburger Elektro-Band Hundreds folgte der Familiensonntag mit der Dennis & Jesko Band, die mit Fußball-Liedern über 1.000 Kinder begeisternd an die Fußball WM erinnerte. Die kleinen Gäste konnten anschließend auf dem Kinderkulturfest am Alten Hafen auf dem Oskar-Laredo-Platz an vielen Mitmachaktionen aus dem Bereich der kulturellen Bildung teilnehmen. Beim „Jungen Hafen“ bebte die Tribüne unter den tanzenden Füßen der Generation Z. In diesem Jahr bot der Hafensommer auch vielen regionalen Bands Raum, allen voran der Abend mit Lena & Linus, die ein sehr erfolgreiches Heimspiel vor über 900 musikbegeisterten Gästen hatten.

Internationaler Jazz, Weltmusik jeglicher Couleur, melancholische Töne, Rap, afrikanische Klänge bis zum performativen und musikalischen Folk der Ukulele Death Squad am letzten Abend prägten den diesjährigen Hafensommer. Ganz im Sinne der Eröffnungsworte von Oberbürgermeister Martin Heilig schafften die 17 Veranstaltungstage Gemeinschaft und riefen Freude und Begeisterung bei dem sehr vielfältigen Publikum hervor. In diesen Rahmen passte auch die feierliche Verabschiedung von Lutz Engelhardt, der vor zehn Jahren gemeinsam mit Basti Hofmann die künstlerische Leitung und Programmgestaltung des Hafensommers übernommen hatte und nun in den Ruhestand geht.

Festivalmanager Ingolf Stöcker und Kulturamtsleiter Klaus Heuberger verabschiedeten ihn mit warmen Worten und das Publikum mit einem tosenden Applaus. Lutz Engelhardt war insgesamt mehr als vier Jahrzehnte Konzertveranstalter, Künstleragent und Festivalmacher und arbeitete u.a. mit international renommierten Künstlerinnen und Künstlern wie dem Buena Vista Social Club, John McLaughlin oder Dave Brubeck zusammen. „Der Hafensommer war für mich immer weit mehr als eine Konzertreihe. Dieses Festival lebt von den Menschen, die es gemeinsam gestalten, und von einem Publikum, das bereit ist, sich auf musikalische Entdeckungen einzulassen.

Der Geist des Hafensommers – Offenheit, Entdeckerfreude und die Begeisterung für außergewöhnliche Musik – war gerade in diesem Jahr sehr deutlich spürbar und wird das Festival auch künftig prägen“, so Engelhardt. In einer Phase, in der die Zukunft des Festivals keineswegs selbstverständlich gewesen war, gelang es, das Profil des Festivals kontinuierlich weiter zu entwickeln und Jahr für Jahr neue Gäste hinzu zu gewinnen. Ein zentrales Anliegen war immer, den Hafensommer als Entdeckerfestival zu etablieren und Künstlerinnen und Künstler wie auch Bands nach Würzburg zu holen, die sonst in Würzburg nicht auftreten könnten.

Im Mittelpunkt seiner Programmideen standen nicht einzelne prominente Namen, sondern außergewöhnliche, spannende, internationale Programme und künstlerische Begegnungen, die überraschen, inspirieren und den Blick über Genre- und Ländergrenzen hinaus öffnen; die sich immer zwischen Jazz und populärer Weltmusik bewegen. Der Anspruch, musikalische Qualität mit Neugier und Offenheit zu verbinden, wurde in den vergangenen Jahren konsequent weiterverfolgt und prägt heute die Identität des Festivals.

Foto: Marc Montero Deistler

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