Arbeitsmarktreport Juli 2026: Nachwuchssicherung statt Stagnation, DGB fordert Zukunftsperspektiven auf dem unterfränkischen Ausbildungsmarkt

Arbeitsmarktreport Juli 2026: Nachwuchssicherung statt Stagnation, DGB fordert Zukunftsperspektiven auf dem unterfränkischen Ausbildungsmarkt

WÜRZBURG / UNTERFRANKEN – Die Arbeitslosigkeit in Unterfranken steigt leicht an, während der Ausbildungsmarkt spürbar unter Druck gerät. Laut dem aktuellen DGB-Arbeitsmarktreport für den Juli 2026 liegt die Gesamtarbeitslosenquote im Regierungsbezirk bei 4,1 % (Juni: 4,0 %).

Neben Hiobsbotschaften über drohenden Stellenabbau in der Industrie fordert der DGB-Unterfranken nachdrücklich mehr Engagement der Arbeitgeber bei der Nachwuchssicherung.

Agenturbezirk Schweinfurt: Sorge um Rückgang der Ausbildungsplätze

Im Agenturbezirk Schweinfurt stieg die Arbeitslosenquote leicht von 3,8 % im Juni auf 3,9 % im Juli an. Besorgniserregend zeigt sich die Entwicklung im Landkreis Haßberge, wo die Quote auf 3,5 % kletterte (im Juli 2024 lag sie noch bei 2,8 %). Die Stadt Schweinfurt führt die Liste im Bezirk mit 7,4 % an, gefolgt von Rhön-Grabfeld (3,8 %), Bad Kissingen (3,6 %) und dem Landkreis Schweinfurt (3,0 %). Zudem meldeten die Betriebe im Bezirk 12 % weniger Ausbildungsplätze als im Vorjahr.

„Mit großer Sorge registrieren wir die deutliche Abnahme des Angebots an Ausbildungsplätzen. So wird die Zukunftsfähigkeit der hiesigen Standorte gefährdet. Wir appellieren an die Unternehmen, an der eigenen beruflichen Ausbildung festzuhalten.“

— Frank Firsching, DGB-Regionsgeschäftsführer und alternierender Vorsitzender des Verwaltungsausschusses des Agenturbezirks Schweinfurt

Agenturbezirk Aschaffenburg: Stellenabbau am Untermain erfordert aktive Strukturpolitik

Der Agenturbezirk Aschaffenburg verzeichnet mit 5,3 % (Juni: 5,2 %) weiterhin die höchste Arbeitslosenquote in Unterfranken. In der Stadt Aschaffenburg liegt der Wert bei alarmierenden 7,7 % – im bayernweiten Vergleich ist nur das oberfränkische Hof stärker betroffen. Leicht positiv: Die Zahl der gemeldeten freien Stellen stieg um 75 auf 2.771. Dem gegenüber stehen jedoch erhebliche Unsicherheiten in der Industrie (Landkreis Aschaffenburg: 4,5 %, Miltenberg: 4,8 %).

„Während am Untermain bei Magna Mirrors über 200 und bei Adecco bis zu 400 Stellen gefährdet sind, steigt die Arbeitslosigkeit weiter an. Wir brauchen jetzt verbindliche Qualifizierung, aktive regionale Strukturpolitik und Schutz vor sozialem Abstieg!“

— Björn Wortmann, DGB-Sekretär und alternierender Vorsitzender des Verwaltungsausschusses der Arbeitsagentur Aschaffenburg

Agenturbezirk Würzburg: Fachkräftesicherung durch Ausbildungsabbau gefährdet

Im Agenturbezirk Würzburg stieg die Arbeitslosenquote leicht auf 3,5 % (Juni: 3,4 %). In allen zugehörigen Landkreisen legte die Arbeitslosenzahl um 0,1 Prozentpunkte zu (Stadt Würzburg: 5,0 %, Kitzingen: 3,1 %, Landkreis Würzburg: 3,0 %, Main-Spessart: 2,8 %). Der Rückgang der gemeldeten Ausbildungsstellen um 13 % im Vergleich zum Vorjahr stößt bei den Gewerkschaften auf scharfe Kritik.

„Die Unternehmen reduzieren Ausbildungsplätze und gefährden damit die Zukunft der Region – denn gut ausgebildete junge Leute sind die dringend benötigten Fachkräfte von morgen.“

— Jonas Schneider, DGB-Sekretär und alternierender Vorsitzender des Verwaltungsausschusses Würzburg

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