HAINERT BEI KNETZGAU IM LANDKREIS HASSBERGE – Die erste Agri-Photovoltaikanlage Unterfrankens geht in Betrieb: In Hainert wird künftig gleichzeitig erneuerbarer Strom erzeugt und Landwirtschaft betrieben – auf derselben Fläche.
Während unter den Solarmodulen bereits Rinder weiden, speist die Anlage nun erstmals Strom ins Netz ein. Damit zeigt das Projekt beispielhaft, wie sich Energiewende und Landwirtschaft sinnvoll miteinander verbinden lassen.
Die Agri-PV-Anlage entlang der Autobahn bei Hainert verfügt über eine Leistung von rund 19,9 Megawatt peak (MWp). Bei maximaler Auslastung kann sie rechnerisch rund 7.000 Haushalte mit regional erzeugtem Strom versorgen. Rund 38.000 Solarmodule erzeugen künftig klimafreundliche Energie – ohne dass die landwirtschaftliche Nutzung der Fläche aufgegeben werden muss.
Besonderheit des Projekts ist die hochaufgeständerte Bauweise: Die Solarmodule wurden mit einer lichten Höhe von über 2,10 Metern errichtet. Dadurch bleibt die Fläche vollständig landwirtschaftlich nutzbar. Die Rinder beweiden die Fläche bereits und profitieren gleichzeitig von zusätzlichem Schatten unter den Modulen. Darüber hinaus können weiterhin Futtermittel auf der Fläche erzeugt werden.
„Mit der Anlage in Hainert zeigen wir, dass Energiewende und Landwirtschaft keine Gegensätze sein müssen. Die Fläche bleibt dauerhaft landwirtschaftlich nutzbar und liefert gleichzeitig regional erzeugten Strom. Genau solche Lösungen brauchen wir für eine erfolgreiche Energiewende“, erklärt Gerd Düll, Vorstandsvorsitzender der ÜZ Mainfranken.
Agri-Photovoltaik ermöglicht die gleichzeitige Nutzung landwirtschaftlicher Flächen für die Erzeugung erneuerbarer Energie und die landwirtschaftliche Bewirtschaftung. Die landwirtschaftliche Nutzung ist dabei fester Bestandteil des Konzepts und muss dauerhaft über ein zertifiziertes Nutzungskonzept nachgewiesen werden.
Auch technisch setzt das Projekt Maßstäbe: Die Anlage kombiniert eine Süd-, Ost- und West-Ausrichtung der Module. Dadurch verteilt sich die Stromerzeugung gleichmäßiger über den Tagesverlauf und unterstützt eine effiziente Netzintegration.
Projektpartner sind die ÜZ Mainfranken, die GF Renewables GmbH sowie der Flächeneigentümer und die beteiligten Landwirte aus Hainert.
Für die ÜZ Mainfranken ist das Projekt ein weiterer wichtiger Baustein für die regionale Energiewende. Als regionaler Energiepartner setzt die ÜZ auf Lösungen, die erneuerbare Energieerzeugung, Netzstabilität und nachhaltige Flächennutzung miteinander verbinden.
Informationen zur ÜZ Mainfranken
Die ÜZ Mainfranken mit Sitz in Lülsfeld versorgt über 125.000 Menschen in Unterfranken zuverlässig mit grüner Energie und schnellem Internet. Als größte Energieversorgungsgenossenschaft Bayerns setzt sie seit über 30 Jahren konsequent auf Nachhaltigkeit und regionale Wertschöpfung. Neben Strom aus erneuerbaren Quellen engagiert sich die ÜZ für Glasfaserausbau, klimaneutrale Wärmelösungen und Elektromobilität. Die Klimaschutzziele der Bundesregierung für das Jahr 2045 erreichte die ÜZ bereits 2016. Für ihren Einsatz wurde sie mehrfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem Bayerischen Energiepreis.
Fotos: Katharina Kirsch / ÜZ Mainfranken




