„Vieles ist liegen geblieben, was man nun neu entfachen kann“: Der FC 05 startet optimistisch am Donnerstag in Aubstadt in die Saison

„Vieles ist liegen geblieben, was man nun neu entfachen kann“: Der FC 05 startet optimistisch am Donnerstag in Aubstadt in die Saison

SCHWEINFURT – Was mit „A“ wie Aue endete, beginnt nun neu mit „A“ wie Aubstadt. Mit dem großen Derby startet der FC 05 am Donnerstagabend auswärts in die kommende Saison. Regionalliga Bayern ist wieder angesagt, nach dem recht desaströs verlaufenen Ausflug in die 3. Liga ist bei den Schnüdeln nahezu komplett alles anders.

21 Abgängen stehen 18 Neuverpflichtungen gegenüber. Man muss schon aufmerksam summieren. Der neue Kader hat also mit dem alten rein gar nichts mehr zu tun, vor allem wenn man Kristian Böhnlein als 22. „Abgang“ dazu zählt, weil für den Routinier die Runde wohl gelaufen sein dürfte nach seinem Achillessehnenriss.

Wie sehr der Routinier fehlt, betonte Jan Gernlein (auf dem Bild) am Montag bei der Saison-Eröffnungs-Pressekonferenz, als von der schreibenden Zunft lediglich www.mainfranken.news anwesend war. Böhnlein und Luka Kalandia sind aber die aktuell einzig Fehlenden des neuen Kaders, der durchaus noch Zulauf bekommen dürfte. „Bis Ende August können wir Spieler holen, bis zum Winter Vereinslose unter Vertrag nehmen. Wir verpflichten aber nur jemanden, wenn wir wissen, dass er uns hilft“, sagt der Coach.

Helfen würden sicher Martin Thomann oder Leonard Langhans. „Bei Martin habe ich wahrgenommen, dass er nicht mehr in Würzburg ist. Aber es gibt keinen Kontakt“, so Gernlein. Bei Langhans, der noch Vertrag hat bis 2027, berichtet Pressesprecherin Sabine Düll von einem laufenden Austausch mit dem Verein. Auflösung des Kontrakts oder Comeback? Man wird es sehen….

Eine Zielsetzung nennt der Verein für die neue Saison noch nicht. „Viele Vereine der Liga wissen noch nicht, wohin die Reise geht“, nennt Gernlein natürlich die Löwen, nach dem Trainerwechsel Unterhaching, aber auch Bayern München 2 und die anderen Nachwuchsteams aus Nürnberg und Fürth oder Illertissen. „Die nächsten fünf, sechs Wochen wird man sehen, wie wir in´s Jahr reinkommen!“

Allerdings sei man in Schweinfurt „ganz, ganz viele Baustellen“ angegangen und habe mit Herzblut Führungsriege, Trainerteam und Kader komplett ausgetauscht“, so dass uns nicht angst und bange sein muss“. Man werde „nicht in Depressionen verfallen, sondern es ergeben sich Chancen für den Verein. Vieles ist liegen geblieben, was man nun neu entfachen kann“, drückt es der alte und neue Trainer aus.

Was anders ist, seit Jan Gernlein 2022 den FC 05 verlassen hat (als Interimstrainer nach dem sinnlosen Rauswurf von Tobias Strobl, auf den erst Christian Gmünder folgte, dann Marc Reitmaier, dann Victor Kleinhenz und zuletzt Jermaine Jones…): „Eigentlich alles, bis auf den Torwart-Trainer. Aber Nobby Kleider wäre auch noch hier, wenn ich den Verein nun wieder verlassen und nach vier Jahren nochmals zurück kommen würde…“

Pikant vor dem Derby zum Start: Mit Kevin Frisorger, Keeper Julin Brätz, Radzivon Hushcha, Lukas Mrozek und Maximilian Stahl kamen gleich fünf Neue vom TSV Aubstadt, der wiederum sich die Dienste von Joshua Endres sicherte (und auch die der Ex-Schnüdel Fabio Bozesan und Jacob Engel). Gleich zum Auftakt steht also eine heiße Partie vor sicherlich vollen Rängen an. Im Aufstiegsjahr verlor der FC 05 im Grabfeld…

Und diesmal? „Es ist eines von 36 Spielen, eines von 18 auswärts, für mich kein besonderes. Es geht wie immer um drei Punkte. Und das Derby gegen die Würzburger Kickers hatte aus meiner Sicht eine höhere Brisanz“, sagt Jan Gernlein. Die Kickers: Spielen nun in der 3. Liga. Und auch wenn´s in Schweinfurt niemand hören will: Sie werden es dort wohl ziemlich sicher (viel) besser machen als die Schnüdel.

Für die erste Elf in Aubstadt, wohin rund 500 Fans reisen dürften, die NGN-Arena fasst 3000 Zuschauer, kündigt Jan Gernlein eine „deutlich andere Startformation“ an. In Giebelstadt spielten ab Minute eins im Tor Julian Brätz, davor Esad Akgün, Nicolas Pfarr, Johannes Theinhardt, Alper Özden, Nils Piwernetz, Valentin Schmitt, Leonard Krasniqi, Maximilian Stahl, Morris Adelabu und Mirco Geisler.

„Wir hatten sieben verschiedene Torschützen. Wenn wir den dritten Keeper dazu zählen, dann sind die Spieler 1 bis 26 alle zurecht hier“, spricht der Coach von guten Charakteren und einer ordentlich verlaufenen Vorbereitung. Was gravierend anders ist zu seiner letzten Zeit: Niemand verdient mehr sein Brot alleine mit Fußball. „Die Vorzeichen sind anders!“

Mutmaßlich noch diese Woche wird bekannt, wer auf den Trikots als weiterer Großsponsor des Vereins vertreten sein wird. Riedel Bau ist auf alle Fälle ein weiterhin großer Geldgeber. Im Verlauf der Tage wird man auch erfahren, wie groß die Resonanz auf Heimspiel eins ist, gegen 1860 München, es ist der erste Auftritt der in Runde eins spielfreien Löwen. Ein gutes Abschneiden in Aubstadt könnte für ein durchaus ziemlich volles Stadion sorgen.

Und dann steht auch bald Pokalrunde zwei an. Jan Gernleins Wunschlos? Wäre natürlich Eintracht Bamberg, wo er lange Zeit zuletzt wirkte. Doch beim 3:1 in Runde eins gegen Neudrossenfeld erzielte mit Jonah Schildbach ein Spieler das letzte Tor, der nicht auf dem Bogen stand… „TSV Großbardorf“, sagt der Coach daher. Und ja: Eine Partie im Grabfeld wäre voll okay….

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