Zweikampfbestleistung, Bezirksrekord und Gold in München bei den Offenen Meisterschaften der Gewichtheber

Zweikampfbestleistung, Bezirksrekord und Gold in München bei den Offenen Meisterschaften der Gewichtheber
Foto von Philipp Lendner

MÜNCHEN / SCHWEINFURT – Ein extrem langer Wettkampftag bei hochsommerlichen Temperaturen forderte den Aktiven des AC 82 Schweinfurt bei den 20. Offenen Münchner Meisterschaften alles ab.

Insgesamt fünf Wettkampfgruppen sorgten für ein Mammutprogramm, das morgens um 7:00 Uhr mit dem Wiegen begann und erst nach 21:00 Uhr mit der letzten Siegerehrung endete. Technische Probleme am Austragungsort verzögerten zudem den Start der ersten beiden Gruppen. Dennoch kehrte das zweiköpfige Schweinfurter Aufgebot mit einer Goldmedaille, einer Bronzemedaille, einer Rekordeinstellung und einem neuen Unterfrankenrekord zurück.

In der teilnehmerstärksten und qualitativ am besten besetzten Gruppe der Frauen ging Sophie Hügelschäffer in der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm an das Eisen. Sie lieferte eine fast makellose Serie ab und brachte fünf gültige Versuche in die Wertung. Nach einem gültigen Auftakt im Reißen mit 65 Kilogramm und einem Fehlversuch bei 68 Kilogramm bewältigte sie im dritten Anlauf die 70 Kilogramm. Im anschließenden Stoßen zeigte sie sich nervenstark und steigerte sich über 85 und 87 Kilogramm auf die Tagesbestlast von 90 Kilogramm. Mit einer neuen persönlichen Zweikampfbestleistung von 160 Kilogramm sicherte sich Sophie Hügelschäffer den dritten Platz und damit die Bronzemedaille. In diesem hochkarätigen Starterfeld musste sie sich lediglich zwei Heberinnen aus dem deutschen und österreichischen Nationalkader geschlagen geben. Neben dem Podiumsplatz bedeutete das Zweikampfergebnis von 160 Kilogramm gleichzeitig einen neuen Unterfrankenrekord in der 63-Kilo-Klasse, mit dem sie ihre eigene alte Bezirksbestmarke um fünf Kilogramm überbot. Ihre bestehenden Bezirksrekorde im Reißen und Stoßen stellte sie mit den gezeigten Lasten exakt ein.

Bei den Männern vertrat Philipp Lendner die Schweinfurter Farben in der Gewichtsklasse bis 94 Kilogramm. In einem Feld von sieben Hebern sicherte er sich mit deutlichem Vorsprung den Turniersieg und damit die Goldmedaille. Im Reißen stieg er mit 110 Kilogramm ein, bewältigte im zweiten Versuch 115 Kilogramm und stellte damit seinen eigenen aktuellen Unterfrankenrekord ein. Der darauffolgende Versuch an der neuen Bestleistung von 120 Kilogramm misslang. Das Stoßen begann er erfolgreich mit 135 Kilogramm. Die darauffolgenden Versuche an 141 Kilogramm blieben ihm an diesem Tag verwehrt. Damit schloss er den Wettkampf mit drei gültigen Versuchen und einer Zweikampfleistung von 250 Kilogramm ab.

Hintergrund der vorsichtigen Lastenwahl im Stoßen war eine schwere Handgelenksverletzung, die sich Philipp Lendner bei einem Versuch mit 145 Kilogramm in der vergangenen Bayernliga-Saison zugezogen hatte. Das ursprüngliche Vorhaben, dieses mentale Trauma mit einem erfolgreichen Versuch an eben jener Last zu überwinden, konnte unter den gegebenen Bedingungen nicht realisiert werden. Die drückende Hitze in der Halle und die über den Tag spürbar schlechter werdende Luftqualität kosteten im Finale der Veranstaltung die nötigen Kraftkörner, um die angepeilten 50 Relativpunkte einzufahren. Dennoch stand am Ende eines kräftezehrenden Tages der verdiente Meistertitel zu Buche.

Auf dem Bild: Siegerehrung Frauen bis 63 kg bei den 20. Offenen Münchner Meisterschaften: (Von links nach rechts) Die Zweitplatzierte Skye Tappeiner (SC München von 1), Turniersiegerin Lilly Brando (SC München von 1) und Bronzemedaillengewinnerin Sophie Hügelschäffer vom AC 82 Schweinfurt, die mit 160 Kilogramm im Zweikampf zudem einen neuen Unterfrankenrekord aufstellte.
Foto von Philipp Lendner

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