15 Jahre Kooperation von Röntgen-Gymnasium und THWS: Interkulturelles Treffen „Expand your Horizon“ als Abschluss des Projekt-Seminars im Fach Englisch der elften Klasse

15 Jahre Kooperation von Röntgen-Gymnasium und THWS: Interkulturelles Treffen „Expand your Horizon“ als Abschluss des Projekt-Seminars im Fach Englisch der elften Klasse

WÜRZBURG – Ventilatoren drehen sich um die Wette, Unmengen an Mineralwasser und erfrischenden Wassermelonen stehen bereit: In der lichtdurchfluteten Cafeteria des Röntgen-Gymnasiums Würzburg (RGW) haben sich an einem heißen Schultag alle fünfzehn Elftklässlerinnen und Elftklässler des Projekt-Seminars (P-Seminars) versammelt, um THWS-Studierende willkommen zu heißen.

Nach dem Motto „Expand your Horizon“, zu Deutsch „Erweitere deinen Horizont“, organisierten sie dieses interkulturelle Treffen für aus Indien stammende THWS-Studierende. Passend zu deren englischsprachigen TWIN-Studiengängen führten die Schülerinnen und Schüler die Veranstaltung komplett auf Englisch durch.

Bereits seit 2011 findet diese Veranstaltung statt. In diesem Zusammenhang betonte Schulleiter Dr. Nikolaus Kocher die konstruktive Zusammenarbeit zwischen dem RGW und der THWS und dankte seinen Schülerinnen und Schülern sowie den Studierenden für ihr Interesse und Engagement.

Claudia Wegmann, die das Konzept an der THWS entwickelte, und Englischlehrerin Ann-Catrin Paal-Doose, begleiteten und unterstützten die Jugendlichen über das Schuljahr hinweg bis zu diesem großen Tag, der den Abschluss des P-Seminars markierte.

Eisbrecher-Spiele, Führung durch das Schulgebäude und Sport

Zu Beginn begrüßte die Schülerin Margarita, die das Event moderierte, die Studierenden. Schüler Antonijo leitete gemeinsam mit seinem Klassenkameraden Adriano sogenannte „Ice-Breaker“-Spiele zum gegenseitigen Kennenlernen an. Dafür dachten sie sich Spiele aus wie „What´s the story behind your name?“, bei dem die Elftklässlerinnen und Elftklässler mit den Studierenden in anregende und witzige Gespräche kamen. So etwa der Gymnasiast Vincent, dessen Namensgebung, wie kann es anders sein, von dem berühmten Maler Vincent van Gogh inspiriert worden sei.

Ein anderes Spiel lautete „What´s a stereotype about your country which is actually true or false?“. Hierbei ging es darum, vermeintlich richtige, aber auch falsche Stereotype über die jeweiligen Heimatländer aufzudecken. Auch die Herkunftsländer mancher Vorfahren der Schülerinnen und Schüler wurden dabei ins Visier genommen. Unter lautem Gelächter und kurzweiligen Dialogen wollen die Teilnehmenden festgestellt haben, dass Menschen mit italienischen Wurzeln selbstverständlich viel Pizza essen würden, dass das Klischee über fleischhaltige Kost von Kroaten nicht exakt falsifiziert werden könne oder dass der indische Akzent sich je nach nord- oder südindischer Region stark unterscheide.

In einem anderen Spiel wurden die Teilnehmenden dazu eingeladen, sich in eine Spur aufzureihen, je nach ihrem Pünktlichkeitsempfinden. „Am einen Ende des Raumes steht ihr, wenn ihr meint, besonders und immer pünktlich zu Verabredungen zu erscheinen – am anderen Ende dann, wenn ihr permanent zu spät kommt“, lachte ein Schüler. Dass auch länderabhängige Klischees nicht immer wahr sein müssen, bestätigte die Gruppe selbst. So stellte die indische Studentin Abitya fest, dass sie selbst ungefähr 15 Minuten zu spät bei einem Treffen erscheine, eine Schülerin aus Deutschland dies aber locker in den Schatten stellen könne, da sie „noch viel später“ bei Verabredungen sei.

Die Intention des Eisbrechens hat ihre Wirkung völlig erfüllt und die jungen Menschen tauschten sich ausgelassen über viele Themen aus. Im Anschluss führten die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten ihren Besuch durch ihr Schulgebäude, bevor sie sich zum Völkerball in der Turnhalle bzw. Wikingerschach im Pausenhof versammelten.

Die Vorbereitungen über das Schuljahr hinweg

Claudia Wegmann vom THWS-Schulteam zeigte sich begeistert: „Auch dieses Mal staune ich über das große Engagement der Gruppe, die ihre Einfälle großartig umgesetzt hat. Durch ihre Vorbereitungen für diesen Tag lernten die Studierenden nicht nur das Herkunftsland der THWS-Studierenden kennen, sondern gaben in den Unterhaltungen mit den Studierenden auch ihre Sprachkompetenz auf Englisch zum Besten.“ Ann-Catrin Pahl-Doose ergänzte: „Die Schülerinnen und Schüler planten dieses umfangreiche Event selbstständig. Auch die Durchführung heute, das heißt, die Moderation, die Kommunikation des Tagesablaufes und die Überlegungen, wie das Event gestaltet wird, stammt allein aus den Köpfen der Schülerinnen und Schüler. Das macht uns sehr stolz.“ Neben dem P-Seminar als Projektarbeit an sich bestanden die Schülerinnen und Schüler zwei Leistungsnachweise in Form von benoteten Referaten, jeweils über Projektmanagement und Indien. Ein weiterer Leistungsnachweis wird ein Portfolio sein.

Auf den Fotos:

Das interkulturelle Treffen von Elftklässlerinnen und Elftklässlern des RGW und THWS-Studierenden sowie Claudia Wegmann vom THWS-Schulteam (li.) und Englischlehrerin Ann-Catrin Pahl-Doose (re.) (Foto: THWS/Anne Speda)

Der Leiter des RGW Dr. Nikolaus Kocher hob die gute Kooperation zwischen RGW und THWS hervor. Das P-Seminar wird bereits seit 15 Jahren durchgeführt (Foto: THWS/Anne Speda)

„Wie pünktlich seid ihr?“ – Bei diesem Spiel widerlegten die Teilnehmenden des P-Seminars im RGH das vermeintliche Klischee der „deutschen Pünktlichkeit“. Dabei platzierten sich Claudia Wegmann, THWS (li.), und Englischlehrerin Ann-Catrin Pahl-Doose (re.), klar an einem Ende des Raumes. Welches, wird nicht verraten (Foto: THWS/Anne Speda)

Ins Gespräch kommen: Bei dem von Elftklässlerinnen und Elftklässlern organisierten interkulturellen Event, zu dem sie Studierende empfingen und sich den ganzen Nachmittag mit ihnen auf Englisch austauschten, ging das ganz leicht (Foto: THWS/Anne Speda)

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