GAURETTERSHEIM BEI BÜTTHARD IM LANDKREIS WÜRZBURG – Mitreißende Rhythmen, viel Lebensfreude und ein starkes Gemeinschaftsgefühl haben einen Trommelworkshop des Arbeitskreises Solidarität der „KLB – Katholischer Verband für die Menschen im ländlichen Raum“ im Bistum Würzburg Anfang Juli in Gaurettersheim geprägt.
Neun Frauen ließen sich von der erfahrenen Trommlerin Renate Dorbath in die Welt westafrikanischer Rhythmen entführen.
Die Margetshöchheimerin entdeckte ihre Leidenschaft für das Trommeln vor rund 35 Jahren auf dem Afrika-Festival in Würzburg. Seit 25 Jahren gibt sie ihr Wissen in Workshops weiter. Für den Kurs in Gaurettersheim hatte sie bewusst vier Rhythmen ausgewählt, die auch Anfängerinnen in kurzer Zeit erlernen konnten. Im Mittelpunkt stand der Rhythmus „Bagagine“ aus Guinea. „Übersetzt bedeutet das ‚Die Frau‘“, erklärte Dorbath. Zu diesem Rhythmus gehöre ein Lied mit der Frage: „Tanzt die Frau oder tanzt sie nicht?“ Die Antwort lautet: „Ja, sie tanzt!“
Auch wenn die ausgewählten Rhythmen vergleichsweise leicht waren, verlangten sie den Teilnehmerinnen einiges an Konzentration ab. Doch genau das mache den Reiz des Trommelns aus, sagte Dorbath. Wer sich auf die Rhythmen einlasse, werde mit Lebensfreude belohnt. „Hat man schlechte Laune und beginnt zu trommeln, wird die Laune meist besser.“ Gleichzeitig wirke das gemeinsame Musizieren entspannend und stärke das Gemeinschaftsgefühl.
Getrommelt wurde auf sogenannten Kpanlogos, traditionellen Fasstrommeln aus Westafrika. Ihren warmen, erdigen Klang schätzt Dorbath besonders. Die Sängerin des Würzburger Missio-Chors war mit dem Ensemble bereits in Tansania und Kenia unterwegs und verbindet ihre musikalische Arbeit mit einem großen Interesse an afrikanischer Kultur. Die Teilnehmerinnen lernten neben dem Hauptrhythmus auch drei Begleitrhythmen kennen. In Afrika, erklärte Dorbath, würden Trommler, Solist und Tänzerin dabei miteinander kommunizieren.
Vanessa Arhata aus Gaurettersheim war zum ersten Mal bei einem Trommelworkshop dabei. „Man hätte ad infinitum weitertrommeln können, so schön, interessant und spannend war das gemeinsame Musizieren“, sagte sie. Durch ihre langjährige Beschäftigung mit afrikanischer Musik sei es ihr leichtgefallen, die Rhythmen aufzunehmen. Seit rund 20 Jahren beschäftigt sich die Lehrerin intensiv mit afrikanischer Kultur.
Dass ausschließlich Frauen an dem Workshop teilnahmen, überraschte sie nicht. „Das hatte ich erwartet“, sagte Arhata. Der Einstieg in die Gruppe sei durch das offene Konzept leichtgefallen. Bei Kaffee lernten sich die Teilnehmerinnen zunächst kennen, bevor gemeinsam musiziert wurde. Den Abschluss bildete das Lied „Fanga Alafia“, bei dem die Gruppe spürbar zusammengewachsen sei.
Für Arhata hat gemeinsames Musizieren auch eine tiefere Bedeutung. Gerade in der Geschichte Afrikas habe Musik Menschen Hoffnung und Zusammenhalt gegeben. Diese besondere Kraft der Musik sei auch beim Workshop erlebbar gewesen. Die neu erlernten Rhythmen werde sie künftig auf ihrer Djembe aus Ghana weiterpflegen – und damit ein Stück afrikanisches Lebensgefühl mit nach Hause nehmen.
Pat Christ (KLB)
Auf de Foto © Barbara Düchs | Neun Frauen haben mit großem Spaß am Trommelworkshop der „KLB – Katholischer Verband für die Menschen im ländlichen Raum“ in Gaurettersheim unter Anleitung von Renate Dorbath (2. von links) teilgenommen.

