PREMICH IM KREIS RHÖN – Bei der Herren-Spielgruppentagung des Fußballkreises Rhön am 3. Juli in Premich wurde drei Mal besonderes Fair-Play gewürdigt.
Im Rahmen der DFB- und BFV-Aktion „Fair ist mehr“ stellten der BFV-Kreis-Vorsitzende Thomas Kirchner und -Kreis-Spielleiter André Nagelsmann die Gesten vor und überreichten den jeweiligen Vereinsvertretern stellvertretend für die vorbildlichen Akteure die Fair-Play-Urkunde und das „Fair ist mehr“-Handtuch.
Im Fokus standen die Aktionen von Spieler Levin Gessner vom SV Aura/Saale, von Mannschaftskapitän Alexander Flassig vom SV Garitz III sowie von Betreuer Ullrich Geppert von der SG Oberleichtersbach/MSV Modlos. Die BFV-Verantwortlichen Kirchner und Nagelsmann freuten sich darüber, dass trotz Wettkampf und sportlichem Ehrgeiz das gemeinsame und faire Miteinander in bemerkenswerter Weise in den Mittelpunkt gestellt wurde.
Auf dem Bild: Fußball-Abteilungsleiter Daniel Sauer vom SV Aura/Saale (Mitte) nahm die „Fair ist mehr“-Ehrung für SVA-Spieler Levin Gessner aus den Händen von André Nagelsmann (links; Kreis-Spielleiter) und Thomas Kirchner (rechts; Kreis-Vorsitzender) entgegen.
Die Aktionen im Einzelnen:
Levin Gessner, SV 1930 Aura/Saale
Dem eingewechselten Levin Gessner war im Kreisliga-Spiel gegen den SV Riedenberg in der Nachspielzeit beim Stand von 3:3 nach einem Tackling ein Foulelfmeter zugesprochen worden (90.+3). Allerdings musste sich der Schiedsrichter selbst eingestehen – so schilderte er es im Nachgang in seinem Bericht – dass er bei der Kontersituation nicht den besten Blick auf den betreffenden Zweikampf gehabt hatte. Er suchte das Gespräch mit dem vermeintlich gefoulten Spieler und wurde durch Gessners Zurückhaltung in seiner Tendenz, den Strafstoß zurückzunehmen, bestärkt. Aus diesem Grund ging es ohne Elfmeter weiter und es sollte dann auch nichts mehr passieren (Endstand 3:3). Dass die Auraner in der Kreisliga-Tabelle hinten drin standen (und später dann auch vorzeitig absteigen mussten), wertete Gessners Verhalten zusätzlich auf.
Fußball-Abteilungsleiter Daniel Sauer nahm die Auszeichnung stellvertretend für das SVA-Eigengewächs Levin Gessner (seit 23 Jahren für Aura spielberechtigt) entgegen.
Auf dem Bild: Vereinsvorsitzender Oliver Mainberger vom SV Garitz (Mitte) nahm die „Fair ist mehr“-Ehrung für Alexander Flassig (Spielführer SV Garitz III) aus den Händen von André Nagelsmann (links; Kreis-Spielleiter) und Thomas Kirchner (rechts; Kreis-Vorsitzender) entgegen.
Alexander Flassig, SV Garitz III
Der Spielführer der Garitzer Drittvertretung trat in der B-Klassen-Partie gegen die zweite Spielgemeinschaft von Ebenhausen/ Oerlenbach/Rottershausen/Eltingshausen besonders in Erscheinung. Bei dieser Begegnung behauptete Flassig Mitte der zweiten Halbzeit bei 1:0-Führung seines Teams bei einem fairen Zweikampf den Ball, wobei sich der Gegenspieler verletzte und liegen blieb. Dies bemerkte der 35-Jährige, nachdem er den Ball in die Spitze gespielt hatte. Die Rufe des Routiniers, die Offensivaktion abzubrechen, kamen in der Garitzer Angriffsreihe dann leider nicht an – zielstrebig wurde zum 2:0 abgeschlossen (67.). Die Verteidiger wiederum hatten lt. Bericht des Unparteiischen Stefan Brustmann aufgrund der Rufe nur halbherzig agiert.
Nach diesem Treffer forderte Mannschaftskapitän Flassig seine Mitspieler auf, nach dem folgenden Anstoß nicht anzugreifen. So konnte die Gastmannschaft unbedrängt durchlaufen und zum 2:1 einschießen. Am Ende stand ein knapper 3:2-Heimerfolg für den SV Garitz III, der am Saisonende nach erfolgreicher Relegation in die A-Klasse aufstieg. Die BFV-Vertreter Thomas Kirchner und André Nagelsmann betonten, wie vorbildlich die Kapitänsrolle durch das Garitzer Urgestein (spielberechtigt seit 1997) ausgefüllt wurde.
Auf dem Bild: Julian Enders (Vereinsvorsitzender, 2.v.li.) und Niklas Beck (Fußballabteilungsleiter, 2.v.re.) nahmen die „Fair ist mehr“-Ehrung für den Betreuer der SG Oberleichtersbach/MSV Modlos, Ullrich Geppert, aus den Händen von André Nagelsmann (links; Kreis-Spielleiter) und Thomas Kirchner (rechts; Kreis-Vorsitzender) entgegen.
Ullrich Geppert, SG Oberleichtersbach/MSV Modlos
Beim Relegations-Match zwischen Oberleichtersbach/Modlos und der SpVgg Rot-Weiß Sulzdorf um einen Platz in der Kreisklasse verletzte sich ein Sulzdorfer Spieler nach circa einer Stunde schwer an der Schulter. Er war bei den Rot-Weißen erst zur zweiten Halbzeit ins Spiel gekommen. Nach der schwerwiegenden Verletzung übernahm der Betreuer der Gegenseite, Ullrich Geppert, die Erstversorgung. Er kümmerte sich vorbildlich um den Unglücksraben und betreute diesen, bis der Krankenwagen eintraf. Auch stützte er die verletzte Schulter mit einem Verband.
Der Spieler dankte im Nachgang für Gepperts große Unterstützung und schlug ihn für die Aktion „Fair ist mehr“ vor, wo man das Geschehen selbstverständlich gern aufgriff. Natürlich freute sich der Spieler über den Aufstieg seiner Mannschaft (Sulzdorf siegte 3:1), er schrieb aber, dass ihm vor allem der Erste-Hilfe-Einsatz sehr positiv in Erinnerung geblieben sei.
Thomas Kirchner und André Nagelsmann stimmten hierbei voll ein. Bei aller sportlichen Brisanz müsse die Gesundheit aller Beteiligten immer im Vordergrund stehen und die Mannschaftsfarben dürften keine Rolle spielen. Diese habe der Betreuer von Oberleichtersbach/Modlos wunderbar umgesetzt.
Zur Aktion „Fair ist mehr“
Mit der Aktion „Fair ist mehr“ würdigen der BFV und der DFB sportliches Verhalten. Die Unparteiischen tragen besondere Gesten im elektronischen Spielbericht (ESB) ein. Darüber hinaus können aber auch alle anderen Beteiligten vorbildliche Aktionen melden (per E-Mail an: fair-play@bfv.de).
Die fairen Sportlerinnen und Sportler erhalten ein hochwertiges „Fair ist mehr“-Handtuch, ein persönliches Dankesschreiben von BFV-Vizepräsident Jürgen Pfau sowie eine Urkunde. Jeden Monat wird zudem eine Geste des Monats ausgewählt und zusätzlich ausgezeichnet. Am Spieljahresende wird die stärkste Aktion für die Fair Play-Medaille des DFB nominiert. In der Saison 2025/26 würdigte der BFV insgesamt 194 Fairplay-Aktionen.
Fotos: Michael Moritz/BFV



