ESTENFELD IM LANDKREIS WÜRZBURG – Das Familienunternehmen Strätz FN GmbH aus Estenfeld ist Fachhändler für Medizintechnik. Seniorchef Thomas Neundörfer verrät im Interview, welchen Wert ein lokaler Fachhändler wie Strätz FN für die regionale Kundschaft aus Praxen und Kliniken hat und wie KI seinen Betrieb, den er mit Sohn Adrian leitet, schon heute beeinflusst.
Frage: Herr Neundörfer, Sie sind mit Ihrem Familienbetrieb seit 1993 am Markt. Günstig einkaufen will jeder – auch bei medizinischen Fachhändlern. Doch damit allein lässt sich beim Kunden „nicht punkten“. Was spricht für Ihren Betrieb – als regional verwurzelter Fachhändler?
Thomas Neundörfer: Wir sind zunächst mal Lokalpatrioten und das mit Absicht. Aufgrund von vielschichtigen Anforderungen sind medizinische Arztpraxen sowie Facharztpraxen immer abhängig von medizintechnischen Dienstleistungen sowie Services. Dazu zähle ich kompetente, persönliche Betreuung, daneben die Produktberatung, die Digitalisierung, Gerätesicherheit sowie die Beratung bei Hygienemanagement. Und eine schnelle Reaktion bei Kundenanfragen.
Worauf kommt es Ihrer Meinung nach am meisten an?
Thomas Neundörfer: Wir haben viele Jahre Erfahrung in diesem Markt und wissen: Die Symbiose aus reaktionsschnellem und kostengünstigem Service sowie hoher Betreuungs- und Beratungsqualität ist ganz entscheidend. Das kann aus unserer Sicht ein lokaler medizintechnischer Qualitätsfachhandel mit großem Leistungsportfolio eher leisten als ein überregionaler Anbieter.
Sie bieten Ihren Kunden sogar Schulungen und Seminare und verfügen über einen eigenen Werkstattservice. Dabei haben Sie nur 33 Mitarbeitende. Warum leisten Sie sich ein dermaßen großes Serviceangebot?
Thomas Neundörfer: Das liegt daran, dass wir traditions- und anforderungsorientiert sind. Daher haben wir unsere Mitarbeitenden gezielt ausgewählt und qualifiziert. In den Praxen ergeben sich neue Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Digitalisierung und ein wachsendes Patientenaufkommen. Darauf müssen wir reagieren – mit einem umfangreichen Service. Innovationen – etwa zur Verbesserung der Arbeitsabläufe und durch Einsatz von Künstlicher Intelligenz – bieten zudem große Chancen zur Weiterentwicklung.
Sie schultern das alles alleine…?
Thomas Neundörfer: Nein! Wir sind selbst gut aufgestellt und haben viel Erfahrung auch im Bereich IT, aber wir arbeiten aber immer im Netzwerk mit qualifizierten Partnern, Herstellern, Lieferanten und Beratern zusammen. So können wir unser Angebot bestmöglich auf die Bedürfnisse der Arztpraxen abstimmen. Zum Thema Schulungen und Weiterbildungen: Das war schon immer eine wichtige Basis in der Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Mehr als 10.000 Schulungsteilnehmer beweisen das.
„Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit in Krisenzeiten schätzen unsere Kunden sehr!“
Woher beziehen Sie Ihre Artikel?
Thomas Neundörfer: Strätz FN ist seit fast 30 Jahren ein Teil der Co-med Einkaufs-und Logistikgesellschaft. Diese ist für unseren Familienbetrieb eine elementare Basis für den zentralen Einkauf bei der Industrie, die warenlogistischen Aufgaben kostengünstig, zuverlässig und nachhaltig selbst in Krisenzeiten garantiert. Das schätzen unsere Kunden sehr!
Um gegen die großen, überregionalen Anbieter bestehen zu können, können Sie sich nicht allein über den Preis abheben. Falls ein Produkt bei Ihnen ein paar Euro mehr kostet, müssen Sie dem Kunden einen Mehrwert bieten, oder?
Thomas Neundörfer: Wir sind davon überzeugt, dass wir auch gegen große Anbieter immer im Gesamtvergleich mithalten können. Das haben wir vielfältig bewiesen. Ich meine: Günstigere Preise online und bessere Angebote findet man immer. Aber mal ehrlich: Was sind die günstigsten Preise wirklich wert? Wir gehen systematisch vor, schauen uns den Gesamtprozess an und finden immer Lösungen und einen Mehrwert für Kunden. Wir denken sowas gerne vom Ende her!
Welche Zielgruppen sprechen Sie besonders mit Ihrem Angebot an?
Thomas Neundörfer: Zu unseren Kunden gehören die ambulante Grundversorgung und Facharztpraxen: Diese umfassen Hausärzte, Gynäkologen, Internisten, Gastroenterologen, Kardiologen, Urologen, HNO, AOZ, Kinderärzte und Orthopäden.
„Wir haben in Leasymed ein Thema angestoßen, dass klar in die Zukunft gerichtet ist“
Wen möchten Sie in Zukunft öfter denn je ansprechen?
Thomas Neundörfer: Besonders möchten wir zukünftig unsere Services und Betreuungskonzepte den Betreibern und Entscheidern für ambulante MVZs und Klinik-MVZs, Ärztehäuser, Filialisten vorstellen.
Wie sehr spielt das Thema „KI“ bei Strätz heute eine Rolle? Und wie wird es in Zukunft sein?
Thomas Neundörfer: In den letzten Monaten haben wir ein eigenes KI-Konzept mit Hilfe staatlicher Mittel für unser Unternehmen erarbeitet und setzen dieses gerade um. Die Rahmenbedingungen wie Datenschutz sowie andere wichtige Themen sind geklärt. Zugleich arbeiten wir an Konzepten, die konkrete Prozessoptimierungsvorschläge für unsere Kunden ermöglichen. Dabei geht es auch um KI optimierte Medizintechnik. Kurz: Wir möchten den Arbeitstag unserer Kunden erleichtern.
Sie haben in „Leasymed“ seit 2020 Jahren eine Art „Rundum-Sorglos-Paket“ für Arztpraxen. Demnach stellt Leasymed bundesweit Praxisbetrieben der ambulanten ärztlichen Versorgung auf Wunsch sogar eine komplette Einrichtung für Räumlichkeiten sowie ausgewählte Dienstleistungen zur Verfügung. Wie lautet Ihr Fazit bislang?
Thomas Neundörfer: Wir haben in Leasymed ein Thema angestoßen, dass klar in die Zukunft gerichtet ist. So können Praxisbetreiber ohne hohe Investitionskosten in ihre Selbstständigkeit starten. Im Gegenzug berechnet Leasymed eine Nutzungspauschale, die während der Mietdauer konstant bleibt.
Wir wissen, dass der Trend zum Nutzen von medizinischer Ausstattung immer stärker wird. Das kennen wir aus der Autobranche, wo man eigentlich nur für einen festgelegten Zeitraum die Nutzung bezahlt und immer auf dem neuesten Stand bleibt. Wir sind hier auf einen guten Weg…
Wie schaffen Sie das?
Thomas Neundörfer: Wir haben mittlerweile bundesweit regionale Partner! Sie sehen: Auch hier ist wieder der regionale Partner des Arztes eine Grundlage für eine langjährige Partnerschaft. Wir helfen beim Gründen und Betreiben der Gesundheitseinrichtung. Wenn möglich immer ein Praxisleben lang!
Danke für das Interview!
Fotos: Stätz FN / Fotocollage – Michael Horling
