Mehrzweckhalle und Planungen für weitere Gewerbeflächen: In Estenfeld werden wichtige Weichen gestellt

Mehrzweckhalle und Planungen für weitere Gewerbeflächen: In Estenfeld werden wichtige Weichen gestellt

LANDKREIS WÜRZBURG – Estenfelds neuer Bürgermeister Christian Albert hat derzeit einige Großprojekte auf seinem Schreibtisch: Der zweite Bauabschnitt des Schul- und Kita-Neubaus läuft, der Glasfaserausbau ist in vollem Gange, und auch die Sanierung der Mehrzweckhalle Weiße Mühle schreitet voran.

Dass bei Maßnahmen dieser Größenordnung nicht alles nach Plan verläuft, berichtete der Bürgermeister Landrat Thomas Eberth bei einem Gemeindebesuch. Der Austausch zwischen Vertretern des Landratsamts und den Gemeindeverwaltungen gehört zu den regelmäßigen Terminen, die die Zusammenarbeit der kommunalen Familie im Landkreis Würzburg stärken sollen. „Aktuell tun sich viele Baustellen auf“, schickte Albert der Dienstbesprechung mit weiteren Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinde und des Landratsamts voraus.

Quelle für Wasserschäden an Mehrzweckhalle noch unbekannt

Bei den Voruntersuchungen der Mehrzweckhalle habe man einen „enormen Wassereintrag“ unter dem Hallenboden festgestellt. Nach der Trockenlegung wird in den kommenden Wochen ein neuer Sportboden eingebaut. Ob das Wasser über das Grundwasser oder von außen eindringt, sei allerdings noch unklar. Um künftige Wasserschäden zu verhindern, finden zeitnah Arbeiten im Inneren der Halle statt. Zusätzlich wird derzeit geprüft, ob das Mauerwerk auch von außen freigelegt und saniert werden muss. Je nach Umfang der Arbeiten könnten dadurch erhebliche unvorhergesehene Kosten entstehen. „Wie es um unsere Finanzen steht, hängt zu einem großen Teil von der weiteren Entwicklung auf der Baustelle unserer Mehrzweckhalle ab“, so Albert.

Auch mit Blick auf die Kosten des zweiten Bauabschnitts beim Schul- und Kita-Neubau könne Albert noch keine belastbaren Zahlen nennen. Positiv sei jedoch, dass der erste Bauabschnitt mit dem Neubau der Schule „etwas günstiger als gedacht“ ausgefallen sei.

Während die Baustellen an Schule, Kita und Mehrzweckhalle voranschreiten, kommen die Planungen für die Erweiterung des Gewerbegebiets an der A7 derzeit etwas langsamer voran. Vorgesehen ist, das bestehende Gewerbegebiet mit einer Fläche von rund 14 Hektar um weitere zwei Hektar zu erweitern. Die Planungen, die auf einen Beschluss des Gemeinderats aus dem Jahr 2025 zurückgehen, sollten ursprünglich 2026 abgeschlossen werden. Wegen möglicher Vorkommen von Feldhamstern und anderen geschützten Arten befinden sich die Unterlagen derzeit jedoch noch zur Prüfung der Umweltverträglichkeit bei der Regierung von Unterfranken. Mögliche Interessenten müssten sich daher weiterhin gedulden, bestätigte auch Bauamtsleiter Johannes Keller.

Bürgermeister sieht positive Entwicklung der Gemeindefinanzen

Insgesamt zeigt sich Christian Albert zufrieden, der nach seinem Wahlsieg im März zum 1. Mai 2026 die Amtsgeschäfte von seiner Vorgängerin Rosalinde Schraud übernommen hat. Trotz des Schul- und Kita-Neubaus halte sich die Verschuldung der Gemeinde mit einem Gesamtschuldenstand von 2,7 Millionen Euro bei rund 5550 Einwohnerinnen und Einwohnern in Grenzen. Zwar müsse die Gemeinde aufgrund der Erhöhung der Kreisumlage im Haushalt 2026 rund eine Million Euro mehr aufbringen, zugleich seien aber auch die Einnahmen aus der Einkommensteuerbeteiligung und der Gewerbesteuer gestiegen.

„Bildung, Gewerbe und die gemeindliche Infrastruktur: Estenfeld verfügt über viele starke Standortfaktoren“, sagte Landrat Thomas Eberth. Die Gemeinde sei gut aufgestellt. Er sicherte Bürgermeister Christian Albert und seinem Team die Unterstützung des Landratsamts bei allen laufenden und künftigen Projekten zu.

Bürgermeister Christian Albert blickt trotz der positiven Entwicklung mit Augenmaß nach vorn. Die Gemeindestraßen seien teilweise in einem schlechten Zustand. Auch die Sanierung der Kanalisation und die Innenentwicklung gehörten zu den Pflichtaufgaben, die in den kommenden Jahren angegangen werden müssten. „Wir müssen realistisch bleiben“, sagte Albert. „Es werden noch genug Projekte kommen.“

Auf den Fotos:

1: Der regelmäßige Austausch zwischen Vertretern des Landratsamts und der Gemeinden stärkt den interkommunalen Zusammenhalt – zuletzt in Estenfeld. Im Bild von links: der Leiter der Kreisentwicklung Rico Neubert, die Leiterin des Geschäftsbereichs Umweltamt Lea Kerwer, der Leiter der Stabsstelle Landrat Michael Dröse, Landrat Thomas Eberth, Bürgermeister Christian Albert, Kämmerin Anja Friedrich, Bauamtsleiter Johannes Keller und Geschäftsleiter Alex Lomakin.
Foto: Christian Schuster

2: Die Mehrzweckhalle Weiße Mühle in Estenfeld wird derzeit saniert. Durch eine hölzerne Einhausung kann sie trotzdem weiter genutzt werden. Im Zuge des Einbaus des neuen Sportbodens wurde allerdings ein Wasserschaden entdeckt. Dieser könnte die Maßnahme in die Länge ziehen und deutlich teurer machen.
Foto: Christian Albert

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