OSTHEIM VOR DER RHÖN – Nach dem tödlichen Verkehrsunfall einer Füßgangerin am 19. Juni 2026 in Ostheim vor der Rhön wurde eine Petition zur Erhöhung der Verkehrssicherheit in der Stadt gestartet.
Diese hat bereits innerhalb von weniger als 48 Stunden das erforderliche Quorum auf OpenPetition erreicht. Rund eine Woche nach ihrem Start wird sie inzwischen von etwa 350 Unterstützerinnen und Unterstützern getragen. Das Quorum liegt aktuell bei 209 von erforderlichen 190 Unterstützenden.
Parallel dazu wurde ein formeller Bürgerantrag gemäß Art. 18b Bayerische Gemeindeordnung eingereicht, damit sich auch der Stadtrat mit dem Anliegen befasst. Mit dem Erreichen des Quorums wurde OpenPetition zudem gebeten, bei den zuständigen Mandatsträgern Stellungnahmen zum Anliegen einzuholen. Damit ist inzwischen die nächste Phase des Petitionsverfahrens eingeleitet.
Die Resonanz aus der Bevölkerung ist bemerkenswert. In den Kommentaren zur Petition äußern zahlreiche Unterstützende, dass sie sich bereits seit längerer Zeit mehr Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit wünschen. Unabhängig vom konkreten Unfall wird dort vielfach der Wunsch nach nachhaltigen Lösungen für mehr Sicherheit im gesamten Stadtgebiet geäußert.
Ziel der Initiative ist es, den öffentlichen Dialog über die Verkehrssicherheit anzustoßen und konstruktive Maßnahmen für eine langfristige Verbesserung zu erreichen.
Weitere Informationen finden Interessierte unter:
https://sicheres-ostheim.de
https://www.openpetition.de/petition/online/erhoehung-der-verkehrssicherheit-in-ostheim-vor-der-rhoen
Dort heißt es unter anderem:
Die Verkehrssicherheit in Ostheim ist für viele Bürgerinnen und Bürger seit Jahren ein Thema. Gefährliche Verkehrssituationen, überhöhte Geschwindigkeiten, unübersichtliche Parksituationen sowie die Belastung durch Durchgangsverkehr werden regelmäßig wahrgenommen und diskutiert.
Diese Sorgen bestehen nicht erst seit dem jüngsten tödlichen Verkehrsunfall. Sie wurden bereits zuvor gegenüber Verantwortlichen angesprochen. Viele Bürgerinnen und Bürger haben jedoch den Eindruck, dass notwendige Maßnahmen immer wieder auf spätere Prüfungen, Zuständigkeiten oder rechtliche Hürden verschoben werden.
Der tragische Unfall hat deshalb nicht die Sorge ausgelöst, sondern sie auf schmerzhafte Weise bestätigt.
Uns ist bewusst, dass die Ursache dieses konkreten Unfalls zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht abschließend geklärt ist. Dieser Antrag verfolgt daher ausdrücklich nicht das Ziel, einzelne Personen oder Entscheidungen für diesen Unfall verantwortlich zu machen.
Vielmehr soll erreicht werden, dass die allgemeine Verkehrssicherheit im gesamten Stadtgebiet ernsthaft, umfassend und mit erkennbarem politischen Willen betrachtet wird. Das schließt ausdrücklich die Ortsdurchfahrt der B 285 und ihre Kreuzungen, Einmündungen und Querungsstellen ein.
Die Bürgerinnen und Bürger erwarten, dass bestehende Probleme nicht erst dann zu konkretem Handeln führen, wenn Menschen schwer verletzt werden oder ihr Leben verlieren. Ziel dieses Antrags ist es daher, alle verfügbaren Möglichkeiten zur Verbesserung der Verkehrssicherheit zu prüfen, konkrete Maßnahmen umzusetzen und deren Wirksamkeit regelmäßig zu überprüfen.
Sechs konkrete Forderungen
Die unterzeichnenden Bürgerinnen und Bürger beantragen, dass sich der Stadtrat der Stadt Ostheim vor der Rhön mit der Verkehrssicherheit im gesamten Stadtgebiet befasst und folgende Maßnahmen beschließt beziehungsweise bei den zuständigen Stellen veranlasst:
Gesamtkonzept erstellen
Ein Verkehrssicherheitskonzept einschließlich der Ortsdurchfahrt der B 285 entwickeln und alle zuständigen Stellen beteiligen.
Gefahrenstellen erfassen
Kreuzungen, Schulwege, Querungen, Bushaltestellen und stark frequentierte Ortsbereiche – auch entlang der B 285 – systematisch bewerten.
Tempo 30 prüfen
Tempo 30 dort einführen, wo es rechtlich zulässig und verkehrlich sinnvoll ist; für die B 285 entsprechende Anordnungen beantragen.
Geschwindigkeit kontrollieren
Regelmäßige mobile Kontrollen verstärken und weitere geeignete Überwachungsmaßnahmen prüfen.
Baulich beruhigen
Geeignete bauliche Maßnahmen insbesondere an nachweislich gefährlichen Stellen gemeinsam mit den Straßenbaulastträgern prüfen und umsetzen.
Öffentlich berichten
Jährlich über Unfallzahlen, Geschwindigkeitsverstöße und umgesetzte Maßnahmen informieren.
Verkehrssicherheit darf kein Randthema sein.
Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden muss höchste Priorität haben. Viele Bürgerinnen und Bürger nehmen seit Jahren gefährliche Verkehrssituationen, überhöhte Geschwindigkeiten und unübersichtliche Verkehrsbereiche wahr.
Besonders Fußgängerinnen und Fußgänger, Radfahrende, Kinder und ältere Menschen brauchen sichere Wege. Der Stadtrat soll deshalb die vorhandenen rechtlichen Möglichkeiten konsequent nutzen und gemeinsam mit dem Staatlichen Bauamt Schweinfurt, dem Landratsamt Rhön-Grabfeld und weiteren zuständigen Behörden wirksame Maßnahmen entwickeln. Wo die Stadt nicht selbst entscheiden kann, soll sie konkrete Anträge stellen und deren Bearbeitung öffentlich nachvollziehbar verfolgen.
Es darf nicht bei einzelnen Gesprächen und unverbindlichen Hinweisen bleiben.

