FULDA – Bei hochsommerlichem Wetter und einer ausgelassenen und friedlichen Atmosphäre in der Stadt ist gestern (Sonntag) der 63. Hessentag in Fulda zu Ende gegangen. Jetzt ziehen alle beteiligten Organisationen gemeinsam mit den Verantwortlichen der Stadt Fulda Bilanz – und die fällt rundum positiv aus.
Für Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld war der Hessentag ein großer Erfolg: „Mit rund 1,1 Millionen Besucherinnen und Besuchern haben wir unser selbstgestecktes Ziel weit übertroffen. Allein rund 110.000 Gäste wurden bei den Domplatzkonzerten gezählt. Noch wichtiger aber war die Stimmung in der Stadt: die Menschen haben das große Angebot des Hessentages sehr gut angenommen und haben friedlich miteinander gefeiert. Es war ein großes Gemeinschaftserlebnis, das in der Stadt und der Region noch lange nachwirken wird.“
Mit Blick auf die Organisation des Landesfestes betonte der Oberbürgermeister: „Natürlich gab es auch einzelne Kritikpunkte, aber insgesamt können wir stolz sein auf eine hervorragende Organisation dieser Großveranstaltung. Ich nenne hier an erster Stelle unser engagiertes Team aus der Stadtverwaltung mit den drei Hessentagsbeauftragten. Mein Dank gehört allen, die sich mit Herzblut dafür eingesetzt haben, dass der Hessentag ein solcher Erfolg wurde – den zahlreichen Ehrenamtlichen, den Einsatzkräften, die für unsere Sicherheit und Gesundheit gesorgt haben, unseren Sponsoren und Unterstützern, den lokalen Unternehmen und Vereinen, den integrierten Veranstaltern und unseren städtischen Gremien.“
Einige Zahlen zeigen, welcher Organisationsaufwand allein für die Stadt Fulda hinter dem Hessentag stand:
mehr als 2500 Anrufe hat die Hessentagshotline entgegengenommen
rund 400 Fundgegenstände wurden im Fundbüro registriert, viele davon konnten den jeweiligen Besitzern bereits während des Hessentags wieder ausgehändigt werden
rund 4300 Fahrten verzeichnete der Fahrdienst für mobilitätseingeschränkte Personen, organisiert von der Stadt Fulda und der Aktion für behinderte Menschen Hessen e. V. (AfbM) und unterstützt durch die Bürgerstiftung antonius:gemeinsam mensch und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Fulda sowie die Bundeswehr und die Landespolizei
rund 500 Ersatzparkplätze für Anwohner und Firmen sowie mehrere tausend Parkausweise, Informationsschreiben zur Verkehrssituation und Zufahrtsberechtigungen für das Veranstaltungsgelände wurden bereits im Vorfeld und während des Hessentages durch das Amt für Straßenverkehr & Parken ausgestellt
rund 6000 Zugangsberechtigungen für das Veranstaltungsgelände wurde durch ein eigenes Akkreditierungsbüro der Stadtverwaltung ausgestellt
täglich zwischen 20 und 80 Hilfen und Beratungen verzeichnete das Awareness-Team, das erstmals bei einem Hessentag eingesetzt war. Das Team war beteiligt bei der Versorgung und Familienzusammenführung bei vier hilflosen volljährigen Personen und acht vermissten Kindern. Rund 20.000 Armbändchen für Kinder wurden verteilt. Die Eltern konnten darauf ihre Kontaktdaten vermerken, so dass sie schnell informiert werden konnten, falls ein Kind alleine aufgefunden wurde.
Das Amt für Grünflächen und Stadtservice war mit insgesamt rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Einsatz – im Zweischichtbetrieb täglich von 4 Uhr morgens bis 23 Uhr plus Einsatzbereitschaft rund um die Uhr. Beteiligt waren folgende Bereiche: Straßenreinigung, Toilettenreinigung, Straßenunterhaltung, Stadtgärtnerei/Gärtner, Schreiner, Schlosser, Kfz-Werkstatt, Beschilderung, Wasserversorgung und Transportwesen. Die Arbeiten an der Infrastruktur und Logistik sowie für die Vorbereitung und Pflege der Grünanlagen begannen zum Teil schon weit vor dem Hessentag und dauern derzeit auch noch an.
Auch das Fazit der beteiligten Organisationen, die für Schutz, Gesundheitsversorgung und Transport der Hessentags-Gäste zuständig waren, fällt in hohem Maße positiv aus:
Bundespolizei
Die Bundespolizeiinspektion Kassel war über den gesamten Hessentag mit 517 Polizeibeamten im Einsatz und zieht eine positive Bilanz. Insgesamt reisten 116.000 Besucherinnen und Besucher des Hessentags mit Zügen an. Gerade nach den Domplatzkonzerten waren die Bahnsteige und Züge gut gefüllt. Der Zugverkehr verlief reibungslos. Zweimal mussten Bahnsteige wegen Überfüllung kurzzeitig gesperrt werden. Diese Sperrungen konnten erfolgreich und schnell umgesetzt werden. Alle Reisende reagierten verständnisvoll.
Es wurden insgesamt 229 Identitätsfeststellungen durchgeführt, hierbei kam es zu zwei Festnahme und 48 Platzverweisen. 111-mal durchsuchten die Beamten der Bundespolizei Personen und Sachen. Insgesamt kam es zu sieben Straftaten mit Hessentagsbezug, darunter einmal Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Hierbei wurde ein Beamter leicht verletzt. Vier unbeaufsichtigte Gepäckstücke befanden sich an Bahnsteigen und konnten durch den Einsatz von Sprengstoffsuchhunde als Fundsache eingestuft werden.
Polizeipräsidium Osthessen
Aus Sicht des Polizeipräsidiums Osthessen verlief der Hessentag 2026 friedlich und weitgehend störungsfrei. Maßgeblich dazu beigetragen haben die zahlreichen Gäste, die das Landesfest überwiegend rücksichtsvoll und verantwortungsbewusst feierten. Die Polizei war mit Einsatzkräften aus ganz Hessen während der gesamten Veranstaltungsdauer präsent und gewährleistete in enger Zusammenarbeit mit weiteren Sicherheitspartnern die Sicherheit der Menschen.
Das polizeiliche Einsatzgeschehen bewegte sich insgesamt in einem für eine Veranstaltung dieser Größenordnung erwartbaren Rahmen. Die Zahl der registrierten Straftaten lag im niedrigen zweistelligen Bereich. Besondere sicherheitsrelevante Ereignisse wurden nicht bekannt.
Deutsches Rotes Kreuz/Malteser Hilfsdienst
Als Generalunternehmer für den Sanitätsdienst zieht Gesamteinsatzleiter Christian Erwin, Kreisbereitschaftsleiter vom DRK Fulda, ebenfalls ein positives Fazit: „Für die Größe der Veranstaltung ist es aus medizinischer Sicht insgesamt ruhig verlaufen. Zudem war alles sicher und friedlich. Unser Einsatzkonzept ist vollumfänglich aufgegangen.“ Bis Sonntagabend um 17 Uhr wurden eine hohe dreistellige Zahl an medizinischen Hilfeleistungen, davon zahlreiche Patiententransporte in die umliegenden Kliniken registriert. Die Retter haben insgesamt 9774 Stunden geleistet, davon entfielen 7601 Stunden auf das DRK Fulda und 2173 Stunden auf den Malteser Hilfsdienst. Erwin bedankt sich auch bei allen Gästen des Hessentags: „Die Menschen waren sehr freundlich und respektvoll im Umgang mit unseren Rettern. Das trägt maßgeblich dazu bei, dass wir unseren Job professionell und sicher leisten können. Danke, dass alle an einem Strang gezogen haben.“
RhönEnergie Verkehrsbetriebe
Die RhönEnergie Verkehrsbetriebe ziehen eine rundum positive Hessentagsbilanz. Mit 1000 zusätzlichen Verbindungen im Linienverkehr und einem leistungsstarken Shuttlekonzept mit bis zu 18 Shuttlebussen gleichzeitig haben die Verkehrsbetriebe nach ihrer Einschätzung wesentlich dazu beigetragen, dass die Besucher sicher, komfortabel und zuverlässig zu den Veranstaltungsorten kamen. Das Angebot wurde von auswärtigen Besuchern ebenso wie von den Menschen aus der Region hervorragend angenommen. Die zusätzlichen Verbindungen nach Künzell, Marbach und Neuhof-Giesel wurden besonders gut genutzt. Die Zahl der beförderten Menschen lasse sich nur schätzen. Sie liege aber sicher deutlich über 100.000.
„Der Hessentag war auch aus verkehrlicher Sicht ein voller Erfolg. Die hohe Nachfrage nach unseren Angeboten zeigt, dass ein leistungsfähiger öffentlicher Nahverkehr ein entscheidender Faktor für das Gelingen einer Großveranstaltung ist“, sagt Thomas Lang, Geschäftsführer der RhönEnergie Verkehrsbetriebe. „Mein besonderer Dank gilt unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie unserem Partnerunternehmen. Sie haben mit großem Engagement, hoher Flexibilität und viel Einsatzbereitschaft dafür gesorgt, dass wir dieses außergewöhnliche Verkehrsangebot zuverlässig umsetzen konnten.“ Die Zusammenarbeit mit anderen Dienstleistern und Behörden sei absolut reibungslos gewesen. Die monatelange, akribische Vorbereitung habe sich ausgezahlt.

