WÜRZBURG / MWANZA – Mit einem Festakt im Ratssaal würdigte die Stadt Würzburg das langjährige Bestehen ihrer Städtepartnerschaft mit Mwanza in Tansania.
In seinem Grußwort hob Oberbürgermeister Martin Heilig die außergewöhnliche Vielfalt und Lebendigkeit der Verbindung hervor, die seit Jahrzehnten von kommunaler Zusammenarbeit, medizinischem Austausch, kirchlichen Kontakten und vor allem vom Engagement der Zivilgesellschaft getragen wird.
„Wir feiern heute das, was man wohl als die vielfältigste aller unserer Städtepartnerschaften bezeichnen kann“, sagte er vor den Gästen. Besonders beeindruckend sei die Vielzahl der Beziehungen, die sich im Laufe der Jahrzehnte entwickelt hätten und bis heute kontinuierlich weiterwachsen.
Ein besonderer Dank galt dem Verein MWANZA e.V., der seit vielen Jahren eine zentrale Rolle bei der Pflege und Weiterentwicklung der Partnerschaft spielt. Die Vereinsmitglieder knüpfen Kontakte zu Organisationen und Initiativen in Mwanza und unterstützen dort zahlreiche soziale, medizinische und Bildungsprojekte. Als Beispiel nannte Heilig einen umfangreichen Hilfstransport im vergangenen Winter, bei dem medizinische Geräte, Computer sowie Sportausrüstung nach Mwanza gebracht wurden. Das Projekt sei nur durch die enge Zusammenarbeit zwischen der Stadt Würzburg, MWANZA e.V. und weiteren Partnern möglich gewesen.
Darüber hinaus verwies er auf die vielfältigen persönlichen Verbindungen, die aus der Städtepartnerschaft hervorgegangen sind. So entstand aus einer Jubiläumsreise zum 50-jährigen Bestehen der Partnerschaft sogar eine Ehe. Das Ehepaar gründete später in Mwanza die Montessori Sparkling Star Nursery School und setzt sich bis heute für Bildungsprojekte vor Ort ein.
Auch die langjährigen Beziehungen zwischen kirchlichen Einrichtungen in Würzburg und Tansania wurden gewürdigt. Die Verbindungen reichen teilweise sogar weiter zurück als die Städtepartnerschaft selbst. Bereits 1957 entsandten die Würzburger Erlöserschwestern ihre erste Schwester nach Tansania, wo sie am Aufbau einer Einrichtung in Luagala mitwirkte.
Heilig betonte besonders die Bedeutung des Engagements junger Menschen. Im Foyer des Veranstaltungsortes wird momentan eine von Studierenden gestaltete Ausstellung präsentiert, die junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Würzburg und Mwanza porträtiert. Sie stehe beispielhaft für die Zukunft der Partnerschaft und die Bereitschaft der nächsten Generation, Verantwortung für internationale Beziehungen zu übernehmen.
Mit Blick auf die Zukunft betonte der Oberbürgermeister die Notwendigkeit, die gewachsenen Verbindungen weiterhin aktiv zu pflegen: „Eine Städtepartnerschaft ist wie ein Garten: Sie muss gepflegt werden, damit sie gedeihen kann.“ Gerade junge Menschen seien es, die diese Beziehungen künftig weitertragen würden.
Zum Abschluss sprach er den Wunsch aus, dass die Verbindung zwischen Würzburg und Mwanza auch in Zukunft von Offenheit, Neugier und gegenseitiger Wertschätzung geprägt bleibe. Die zahlreichen Projekte, Begegnungen und persönlichen Freundschaften seien ein eindrucksvoller Beleg dafür, wie lebendig und erfolgreich internationale Städtepartnerschaften sein können.
Im Anschluss an das Grußwort des Lord Mayor von Mwanza, Sima Constantine Sima, in dem er die Zusammenarbeit der beiden Partnerstädte in den Bereichen Gesundheitsfürsorge, Klimaschutz und Nachhaltigkeit hervorhob und diese Städtepartnerschaft als „highly relevant“ bezeichnete, trugen sich er, der City Director Kiomoni Kibamba und Dr. Delphine Kessy, Dozentin für Tourismuswissenschaften und Direktorin für Forschung, Innovation und gesellschaftliches Engagement an der St. Augustine University of Tanzania in Mwanza, und Geschäftsführerin der Gunzert House Foundation, in das Goldene Buch der Stadt Würzburg ein.
Eine Tanzperformance zweier Tänzer der Nantea Dance Company begeisterte die anwesenden Gäste und holte sie von ihren Sitzen.
Der Impulsvortrag der Historikerin Larissa Wagner von der LMU München spannte einen Bogen von den Anfängen der Städtefreundschaft in den 1950er Jahren, über die Beurkundung der Städtepartnerschaft 1966 und ihre Bedeutung in der heutigen Zeit.
Dr. Stella Mugassa von der Catholic University of Health and Allied Sciences (CUHAS) zeigte sich in Ihrem Kurzbericht über die Zusammenarbeit auf medizinischem Gebiet äußerst dankbar für die Zusammenarbeit, nicht zuletzt weil sie durch dieses Programm Ihren Master abschließen konnte.
Michael Stolz und Thomas Barcatta von MWANZA. e.V. gaben Rück- und Ausblick auf zahlreiche Projekte, die den Vereinszweck, die Städtepartnerschaft lebendig zu erhalten, erfüllen. So steht momentan die digitale Bildung im Fokus, wozu im Gunzert-Haus KI-Workshops abgehalten werden.
Durchs Programm führte Alexander Kückes von Würzburg International, der als Koordinator kommunaler Entwicklungspolitik (Kepol) bereits mehrmals in die Partnerstadt am Victoriasee reiste.
Umrahmt wurde die Veranstaltung von der mitreißende Darbietung des Missio Chors verschiedener afrikanischer Lieder. Im Ratssaal wurde gesungen, getrommelt und getanzt.
Auf den Bildern:
Oberbürgermeister Martin Heilig begrüßt Lord Mayor Sima Constanine Sima herzlich
Lord Mayor Sima Constantine Sima trägt sich ins Goldene Buch der Stadt ein.
Hinten stehend v.l.n.r.: Dr. Delphine Kessy, City Director Kiomoni Kibamba und Oberbürgermeister Martin Heilig
Zwei Seiten im Goldenen Buch neu gefüllt mit den Einträgen der Gäste aus Mwanza: Lord Mayor Sima Constantine Sima, City Director Kiomoni Kibamba und Dr. Delphine Kessy
Fotos: Petra Steinbach



