SCHWEINFURT – Im Ausschuss für Kultur, Schule und Sport am Mittwochnachmittag ist´s ein Thema: Das Theater der Stadt Schweinfurt wird die Spielzeit 2025/26, die im Juni zu Ende geht, laut Beschlussvorlage für die Stadträte mit einer Platzauslastung von voraussichtlich 71 Prozent abschließen.
Weiter heißt es: Nach Auslastungen von 64 % in der Spielzeit 2022/23, 73 % in der Spielzeit 2023/24 und 78 % in der Spielzeit 2024/25 sei der jetzige Rückgang vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen:
- Statt wie üblich etwa 170 Vorstellungen pro Spielzeit zu spielen, hat das Theater in 2025/26 nur 120 Vorstellungen gespielt. Einige Programmsegmente sind dadurch nicht bedient worden und man habe dadurch Publikum nicht mehr erreicht, das sonst noch ins Theater, seit Jahren bekantlich ins Evengelische Gemeindehaus, gekommen wäre.
- Die Öffentlichkeitsarbeit musste zum Teil stark eingeschränkt werden, wodurch man nicht mehr so viele Menschen ins Haus locken konnte, weil sie von den Angeboten auf den überwiegend kostenlosen Werbemöglichkeiten nicht unterrichtet wurden.
Der Grund für diese Einschränkungen seien die allgemeinen Sparvorgaben, die in den Haushaltsjahren 2025 und 2026 auch vom Theater umgesetzt werden mussten. In beiden Jahren wurden jeweils rund 30 % im Theater Etat eingespart, sodass sich der Etat in 2026 im Vergleich zum Haushaltsjahr 2024 nahezu halbiert hat.
Das Problem, mit dem das Theater hier vor allem zu kämpfen hat, seien die langen Vorlaufzeiten in der Planung. Ein Spielplan entsteht ab ungefähr drei Jahren vor dem eigentlichen Beginn der Spielzeit. Im September 2024 wurde das Theater zum ersten Mal über die bevorstehenden Kürzungen durch die Kämmerei informiert. Seit diesem Zeitpunkt wurde jede getroffene Vereinbarung mit den Agenturen und Bühnen mehrfach nachverhandelt, um die neuen Haushaltsvorgaben einzuhalten.
In Verbindung mit den Spendeneinnahmen aus den Stuhlpatenschaften, der Übernahme von Vorstellungskosten durch den Förderverein, der Akquirierung von Sponsoren sowie dem Einwerben von Drittmitteln ist es gelungen, die langfristig eingegangenen Verpflichtungen abzuarbeiten.
Neue Verpflichtungen ist das Theater nach den angekündigten Sparmaßnahmen nicht mehr eingegangen, weil eine zuverlässige Planung in dieser Haushaltslage nicht mehr möglich war. Im Ergebnis heißt das: Mit Auslaufen der Spielzeit 2025/26 gibt es nur noch vier Verträge für die Spielzeit 2026/27:
- Das Weihnachtsmärchen „Peterchens Mondfahrt“ im Dezember 2026
- Jeweils ein Konzert mit dem Zagreb Trio und dem Horszowski Trio im Januar und März 2027
- Das Konzert „Lebens Blues“ im Februar 2027
Weitere Buchungen sind für die Spielzeit 2026/27 nicht erfolgt und werden auch bis zur verlässlichen Aufstellung des Haushalts für 2027 nicht erfolgen. Mit anderen Worten, das Theater fährt jetzt auf Sicht mit allen damit verbundenen Herausforderungen.
Um dennoch die Beschäftigten des Theaters mit Arbeit zu versorgen und Einnahmen zu generieren, ist das Theater bis Ende des Jahres 2026 insgesamt 20 Mal vermietet. Bei drei dieser Vermietungen stelle man nicht nur das Haus zur Verfügung, sondern fungiere mit der eigenen Expertise als Veranstalter auch als Organisatoren dieser Vermietungen und steige somit auch in den Bereich des Eventmanagements ein, was zusätzliche Einnahmen durch die Bereitstellung der Arbeitszeit an die Mieter generiert.
„Da wir bei den meisten Vermietungen auch den Vorverkauf übernehmen, entstehen durch die Provision hier noch einmal Einnahmen für die Stadt, und das Team des Theaters ist in der Arbeitszeit weitestgehend ausgelastet“, schreibt Leiter Dr. Christof Wahlefeld.
Um auch als Theater mit eigenen Veranstaltungen weiterhin in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden, wird in Kooperation mit dem Museum Otto Schäfer die im Juli 2025 eingestellte Quiz-Night reaktiviert. Man werde auch regelmäßige Baustellenführungen mit in den Spielplan aufnehmen. Außerdem plant man weitere Fundraising-Aktionen, bei denen die Mitarbeitenden auch eingebunden werden. Zum Beispiel: Herstellung von Kissen, Taschen und weiteren Produkten aus den alten Sitzbezügen des Theaters sowie Herstellung von (Schreibtisch)lampen aus abgeschriebenen und nicht mehr benötigten Scheinwerfern usw.
Entgegen der üblichen Vorgehensweise am Theater, in Schuljahren und langfristig mit einem Vorlauf von bis zu drei Jahren das Programm festzulegen und zu veröffentlichen, wird die Theaterleitung erst nach der Aufstellung des Haushalts für das Jahr 2027 mit den Planungen eigener Theatervorstellungen für das gesamte Jahr 2027 beginnen und dem Gremium diese nach Abschluss der Planungen zur Entscheidung vorlegen.

