Skulptureninstallation von Ottmar Hörl im Kurgarten eröffnet: Bad Kissingen wird zur Bühne für Sisi und Ludwig II.

Skulptureninstallation von Ottmar Hörl im Kurgarten eröffnet: Bad Kissingen wird zur Bühne für Sisi und Ludwig II.

BAD KISSINGEN – Mit einer Vernissage im Kurgarten vor dem Arkadenbau ist am Dienstag die Skulptureninstallation „Sisi & Ludwig II.: Zwei Menschen, ein Schicksal“ des Konzeptkünstlers Ottmar Hörl eröffnet worden.

Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 5. Juli, täglich zu sehen und rückt zwei Persönlichkeiten in den Mittelpunkt, die eng mit Bad Kissingen verbunden sind.

Vor dem Arkadenbau stehen über 200 circa 50 Zentimeter hohe Skulpturen von Sisi und Ludwig II. und verwandeln den Kurgarten in eine begehbare Kunstlandschaft. Der Standort ist dabei bewusst gewählt: Der Kurgarten mit dem Arkadenbau ist nicht nur eine markante Kulisse, sondern auch ein historischer Schlüsselort, an dem sich die Wege von Kaiserin Elisabeth von Österreich und König Ludwig II. im Jahr 1864 im Rahmen ihrer Kuraufenthalte kreuzten.

Sisi als reife, vom Leben gezeichnete Frau

Ottmar Hörl zeigt die beiden historischen Figuren bewusst jenseits klassischer Herrscherdarstellungen. Sisi erscheint nicht als verklärte junge Kaiserin, sondern als reifere, vom Leben gezeichnete Frau; Ludwig II. als Figur zwischen Repräsentation, Rückzug und innerer Spannung. Damit rückt die Installation weniger das Denkmalhafte als vielmehr die menschliche Dimension beider Persönlichkeiten in den Blick.

„Sisi interessiert mich als normaler Mensch. In Bad Kissingen war sie ein Mensch mit Gefühlen und Schwächen“, sagte Ottmar Hörl im Vorfeld des Projekts. Ottmar Hörl zählt zu den bekanntesten deutschen Konzeptkünstlern und ist für Arbeiten wie die Euro-Skulptur, das Große Hasenstück und verschiedene serielle Großinstallationen im öffentlichen Raum international bekannt.

Was die Figuren mit ihren Betrachtern tun

Oberbürgermeister Dr. Dirk Vogel würdigte die Installation als Bereicherung für die Stadt: „Bayreuth, Sylt und nun Bad Kissingen. Ich freue mich sehr, dass Prof. Hörl nun auch bei kostenfrei im öffentlichen Raum wirkt.“

Auch Peter Weidisch, Leiter der Abteilung Kultur, Bildung und Soziales, hob die besondere Qualität des Projekts hervor: „Das ist genau die Stärke von Kunst im öffentlichen Raum: Sie stellt Fragen, sie öffnet Räume, sie lädt zum Nachdenken ein.“ Die Installation knüpfe zugleich an die Geschichte Bad Kissingens als Kur- und Begegnungsort an und übersetze sie in eine zeitgenössische Form. Und zu den beiden Protagonisten: „Sisi und Ludwig. Kaiserin und König. Cousine und Cousin. Sie trafen sich 1864 in Bad Kissingen. Und am historischen Ort treffen sie sich wieder. Der Künstler Ottmar Hörl macht es möglich, 162 Jahre später. Als Installation im Nukleus des Weltbades, mitten im Welterbe. Sisi und Ludwig 2.0. Sie sind zurück!“

Begleitend zur Installation sind Figuren von Sisi und Ludwig II. in mehreren Verkaufsstellen in Bad Kissingen erhältlich, darunter die Tourist-Information im Arkadenbau, das Museum Obere Saline, das Modehaus Ludewig und die Buchhandlung Schöningh.

Auf dem einen Bild: Präsentierten bei der Vernissage Sisi und Ludwig II: (von links) Peter Weidisch, Leiter der Abteilung Kultur, Bildung und Soziales der Stadt Bad Kissingen, Künstler Ottmar Hörl, Bad Kissingens Oberbürgermeister Dr. Dirk Vogel, Matthias Fluck, Sammler, Freund und Assistent des Künstlers, Annette Späth, Leiterin Museum Obere Saline.
Foto Julia Milberger

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