SCHWEINFURT – An sich ist der Innenhof des Pavillions neben der Turnhalle ideal. Dort, wo früher zwar mal drei Bäume standen (nun nur noch einer), befand sich früher maximal eine recht dürre Rasenfläche. Daraus wurde nun die Heimat der GemüseAckerdemie am Alexander von Humboldt-Gymnasium.
Zur zweiten Pflanzung des Bildungsprogramms als offiziellen Start nach dem Ende der Eisheiligen luden die Schule, der gemeinnützige Verein Acker e.V. als Initiator und die Gesundheitskasse AOK als Sponsor ein. Los ging´s schon Ende Februar diesen Jahres, als es unter überwiegend der Regie der Deutschklasse mit ihrer Lehrkraft, der Hauswirtschaftsmeisterin Barbara Lutz hieß: Säen, pflanzen und beobachten, wie aus kleinen Samen frisches Gemüse wächst.
Um die vielen Hochbeete kümmerte sich in erster Linie Jürgen Debong vom Elternbeirat. So konnten nun am Mittwochfrüh unter anderem Gurken, Zucchini und Tomaten gepflanzt werden. Sehr zur Freude aller Beteiligten. Mais, Mangold oder Salat werden ebenso angebaut. Oder Palmkohl.
„Gemeinsam Kochen und Essen verbindet. Und wir erzeugen an unserer Umweltschule gesunde Lebensmittel vor Ort, wo wir einen schönen neuen Lernort geschaffen haben“, so OStDin Gabriele Seelmann. „Wenn man Gemüse selbst zieht und pflegt, dann schmeckt es auch besser“, weiß die Schulleiterin, die neben AOK und Acker e.V. auch der Gemeinde Sennfeld für den Ackerboden und dem Stadtgrün Schweinfurt für die Holzhackschnitzel dankte, mit denen der Weg angelegt wurde.
„Bald erlebt ihr, wie etwas schmeckt, was Ihr selbst angebaut habt“, richtete AOK-Direktor Frank Dünisch seine Worte an die fleißigen Schüler. „Wichtig ist nun die Pflege, dann habt Ihr bald was Gutes zum Essen!“
Das Gemüse wird irgendwann wohl in der Schule an Ständen verkauft oder eben zum gemeinsamen Zubereiten genutzt. „Ich hätte gerne die geernteten Produkte“, meldete Gabriele Seelmann lachend Eigenbedarf an. „Ich dachte, die bekomme die AOK…?“, nahm Frank Dünisch den Spaß auf. Übrigens wachsen in dem kleinen Innenhofgarten auch Walderdbeeren.
Ziel von Acker e..V. ist es, dass bis 2030 ein jedes Schulkind in Deutschland mit dem Lebensmittelanbau in Kontakt kommt. Die Bildung für nachhaltige Entwicklung wird an bereits über 1.800 Lernorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz angeboten.
Die AOK Bayern fördert derzeit 173 Schulen im Freistaat das vierjährige Programm, wovon rund 7.400 Schüler Innen alleine in diesem Jahr profitieren. Insgesamt haben seit 2014 bereits mehr als 400.000 Kinder mit der GemüseAckerdemie ihre Ackerflächen bewirtschaftet.
Übrigens: Auch in den sechswöchigen Sommerferien ist durch einen Plan dafür gesorgt, dass die Hochbeete alle paar Tage vom Hausmeister oder von Eltern gegossen werden. Das Buch „Ackerküche“ bekam das Humboldt-Gymnasium als Geschenk überreicht. Bald kann also gekocht werden. Bis dahin stehen noch wöchentliche Ackerstunden auf dem Schulplan und das ganzjährige Mulchen.
www.mainfranken.news war bei der zweiten Pflanzaktion dabei und zeigt einige Fotos. Das Bild mit den drei Personen zeigt von links Frank Dünisch, Gebriele Seelmann und Jürgen Debong.












