Spitze Zungen: Fußballmüdigkeit – ausgerechnet jetzt!

Spitze Zungen: Fußballmüdigkeit – ausgerechnet jetzt!
Foto: ChatGPT / künstliche Intelligenz

Nun ist sie also eröffnet, die Fußball-Weltmeisterschaft, das wohl größte Sportevent ever. Gleich mal mit den zwei Knallerspielen Mexico gegen Südafrika und Tschechien – Südkorea, für zweiteres Match stellten wir alle den Wecker auf 4 Uhr in der Früh.

Nein, natürlich nicht! Vor allem den Autor dieser Zeilen hat auserechnet jetzt die Fußball-Müdigkeit erwischt. Während der Eröffnungsfeier am Donnerstagabend schaute er lieber drei Folgen „Dahoam is dahoam“ in der Mediathek, schaltete dann aber rechtzeitig um zu Spielbeginn und schimpfte über den langweiligen WM-Song von Shakira, um dann festzustellen, dass es nur die Nationalhymne Südafrikas war, die von der Sängerin Tyla performt wurde. Um schon kurz vor der Pause ins Bett zu gehen, nachdem er beim kurzzeitigen Umschalten auf Kabarett-Konserven im Bayerischen Fernsehen das 1:0 verpasst hatte.

Diese Müdigkeit war bereits bei der regionalen Relegation festzustellen, als der Verfasser dieses Textes auf die letzten zwei Entscheidungsspiele kurzfristig freiwillig verzichtete. Aus den trotzdem 15 besuchten Partien an 12 Tagen (20 in 14 wären möglich gewesen) soll an dieser Stelle dennoch bald noch ein Relegations-Tagebuch mit den besten Fotos und Filmen erscheinen. Vielleicht aber auch erst zum Start der neuen Runde…

Warum die Müdigkeit? Weil´s einfach zu viel Fußball ist! Sechs Wochen Weltmeisterschaft mit 48 Teams, zu viele Mannschaften und Partien, acht Matches für die Endspiel-Gegner statt früher sieben, Vorrunden-Partien, die man wirklich nicht anschauen muss, viel zu viel Kommerz rund um zwei Mal verordnete Trinkpausen, selbst wenn es bei 15 Grad regnen sollte, oft aber bis zu 40 Grad Temperaturen bei Spielen zur örtlichen Mittagszeit, Tickets für hohe vierstellige Beträge – das alles sorgt für Unlust.

Gepaart mit den täglichen Nachrichten aus dem eigenen Land, dass gefühlt jeder Bundesliga-Verein außer Bayern München gerade mit Blick auf die Uhr auf drigend notwendige Millionen-Angebote aus England für die beiden besten Stars wartet, um nach einer unbefriedigenden Saison den Kader komplett umbauen zu können. So wie 2025 schon und auch 2024. In den meisten Fällen muss es ein neuer Trainer richten, der freilich spätestens im Oktober auch wieder entlassen wird. Fußball ist ein reines Geldgeschäft, ein schweinisches noch dazu.

Vielleicht weicht am Sonntag die Müdigkeit, wenn unsere Bundesbuben ihr vorerst einziges Match zur angenehmen Fernsehzeit bestreiten. Wobei der Schreiber dieses Beitrags bestimmt nicht falsch liegt mit seinem Tipp, dass es wohl ein anstrengendes 2:0 gegen die Weltmacht Curacao wird. Um 19 Uhr wird public irgendwo geviewt, vorher aber dürfte der Besuch des Brauerfestes im Fränkischen Freilandmuseum zu Fladungen der frühere Höhepunkt des Tages werden. Mit dem ein oder anderen Bier, das dann zusätzlich müde macht…

Michael Horling
redaktion@mainfranken.news

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