SCHWEINFURT / GRAFENRHEINFELD – Wie lassen sich wertvolle Rohstoffe im Bauwesen schonen und gleichzeitig eine verlässliche Versorgung der Region sicherstellen?
Diese Frage stand im Mittelpunkt des Besuchs der Bundestagsabgeordneten Dr. Anja Weisgerber im „Kompetenzzentrum für Recyclingbaustoffe“ der Unternehmensgruppe Glöckle in Grafenrheinfeld.
Begleitet von der geschäftsführenden Gesellschafterin Carolin Glöckle und Geschäftsführer Felix Beltermann erhielt die Abgeordnete Einblicke in die Arbeit des Zentrums. Als regionales Kompetenz- und Netzwerkzentrum für nachhaltiges Bauen werden hier mineralische Baustoffe aufbereitet, qualitätsgesichert und wieder in den Stoffkreislauf zurückgeführt. Damit leistet das Kompetenzzentrum einen wichtigen Beitrag zur Schonung natürlicher Ressourcen und zur Förderung einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft im Bauwesen.
Im fachlichen Austausch wurde deutlich, dass die Bauwirtschaft vor der Herausforderung steht, den Einsatz von Primärrohstoffen weiter zu reduzieren. Gleichzeitig bleibt deren Gewinnung – insbesondere aus regionalen Quellen – auch künftig unverzichtbar. „Unser Ziel ist es, so viele Materialien wie möglich im Kreislauf zu führen. Wo das normativ noch nicht möglich ist, brauchen wir weiterhin verantwortungsvoll gewonnene Naturrohstoffe aus der Region, um Transportwege gering zu halten“, erklärt Carolin Glöckle.
Anja Weisgerber betonte im Rahmen des Besuchs: „Gerade im Bauwesen liegen große Potenziale für mehr Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit. Die Kreislaufwirtschaft ist dafür ein zentraler Schlüssel: Bauabfälle wiederzuverwerten ist ökologisch sinnvoll, klimapolitisch notwendig und wirtschaftlich vernünftig. Mit dem Baustoffkompetenzzentrum zeigt die Firma Glöckle eindrucksvoll und zukunftsweisend, wie moderne Bauwirtschaft und verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen zusammengehen.“
Thema des Gesprächs waren daher auch die Anfang des Jahres genehmigten Gewinnungsflächen auf der Gemarkung der Gemeinde Grafenrheinfeld, die direkt an die Baustoffwerke angrenzen. Im Mittelpunkt standen dabei die Balance zwischen Ressourcenschonung, Versorgungssicherheit für Stadt und Landkreis Schweinfurt sowie Umweltaspekten. Der Austausch verlief sachlich und konstruktiv.
Begleitet wurde der Termin zudem von Vertretern der Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS), mit der das Kompetenzzentrum eng zusammenarbeitet. Prof. Dr.-Ing. Christian Fischer begleitet die Entwicklung und Herstellung neuer Recyclingbaustoffe wissenschaftlich. Gemeinsam verfolgen Hochschule und Unternehmensgruppe Glöckle das Ziel, den Einsatz von Recyclingbeton in Unterfranken weiter zu erhöhen. Die Bedeutung der
Thematik spiegelt sich im gemeinsamen Forschungsvorhaben „Nachhaltigkeit im Bauwesen – Transformation Betonbau“ wider, das vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung in Bayern (EFRE) gefördert wird. Auch Prof. Dr. Jan Schmitt nahm an dem Austausch teil. In seiner Funktion als Vizepräsident für Forschung und Transfer setzt er sich für die enge Verzahnung von Wissenschaft und Praxis ein und sieht großes Potenzial in der Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen.
Als regionaler Marktführer im Bereich Recyclingbaustoffe verfolgt die Unternehmensgruppe Glöckle einen klaren Ansatz: Baustoffkreisläufe schließen, Primärrohstoffe gezielt einsetzen und Innovationen vorantreiben. Das Kompetenzzentrum leistet dazu einen wichtigen Beitrag – sowohl in der praktischen Umsetzung als auch im Dialog mit Politik, Wissenschaft und Baupraxis.
Der Besuch von Dr. Anja Weisgerber unterstreicht die Bedeutung eines offenen und faktenbasierten Austauschs, um die Rahmenbedingungen für zukunftsfähiges und ressourcenschonendes Bauen in der Region gemeinsam weiterzuentwickeln.
Auf den Bildern von links:
Im Betonlabor: Prof. Dr. Jan Schmitt, Prof. Dr.-Ing. Christian Fischer (beide THWS), Carolin Glöckle, Felix Beltermann (beide Unternehmensgruppe Glöckle), Dr. Anja Weisgerber (MdB)
Besichtigung der neuen Gewinnungsflächen: Prof. Dr.-Ing. Christian Fischer (THWS), Dr. Anja Weisgerber (MdB), Felix Beltermann (Unternehmensgruppe Glöckle), Prof. Dr. Jan Schmitt (THWS)



