Die Nachtmusik beim Würzburger Mozartfest – immer wieder ein Genuss

Die Nachtmusik beim Würzburger Mozartfest – immer wieder ein Genuss
Text und Foto: Manfred Spörl

WÜRZBURG – Offiziell 2.530 Besucher lauschten am vergangenen Freitag dem Hochschulorchester der HfM Würzburg in abendlicher Kulisse des Hofgartens.

Würzburg hat ja wirklich viel zu bieten. Ein absolutes Highlight im kulturellen Jahreskalender bildet das Mozartfest. „Beschworene Schönheit“ lautet das Motto des diesjährigen Musikfestivals. Weltklassemusiker präsentieren nicht nur Werke von Mozart und bringen Könner und Kenner an vielfältigen Orten zusammen.

Aus den etwa 85 Veranstaltungen des Festivals ragt jedes Jahr die Nachtmusik heraus – nicht musikalisch, doch aufgrund des einmaligen Flairs. Der Ostgarten mit der Kulisse des barocken Prachtbaus der Würzburger Residenz und den gepflegten Gartenanlagen lockt – auch – ein anders Publikum an, Teil des Mozartfests zu sein. Auch an diesem Freitag, dem 5. Juni 2026, tummelten sich zahlreiche „Flaneure“, ausgestattet mit Campingstühlen, Decken und sonstigem, um es sich in der zunehmenden Kühle des Abends gemütlich zu machen.

Bis zum Beginn des musikalischen Teils um 21 Uhr gaben die gefiederten Bewohner des Hofgartens ihr abendliches Vorspiel und stimmten Besucherinnen und Besucher auf das klassische Programm ein. Dieses gliederte sich in drei Teile.

Der erste Teil bestand aus – wie sollte es anders sein – der kleinen Nachtmusik von Wolfgang Amadè Mozart, mit hörbarer Spielfreude federleicht vorgetragen vom jungen Ensemble der Hochschule für Musik (HfM), geleitet vom Ausnahmedirigenten Andreas Hotz. Der musikalische Leiter der Opernschule der HfM (seit 2021) zählt zu den herausragenden Dirigenten seiner Generation.

Nach der Mozart-Serenade folgte eine Umbaupause, die Intendantin Evelyn Meining und Geschäftsführerin Katharina Strein dazu nutzten, die gut 2.500 Besucherinnen und Besucher zu begrüßen und sich bei den zahlreichen Helfern und Unterstützern zu bedanken. Erst am späten Nachmittag war die Entscheidung getroffen worden, das Konzert wie vorgesehen im Hofgarten und nicht, wie bei unsicherem Wetter angekündigt, in der Hochschule für Musik stattfinden zu lassen. Dort hätten die Käufer der Flanierkarten draußen bleiben müssen.

So wurde es wie erhofft ein Genussabend in besonderer Atmosphäre. Mit zunehmender Dunkelheit erstrahlte die stimmungsvoll illuminierte Fassade der Residenz und schuf ein unvergleichliches Bühnenbild. Darüber zauberten die gemächlich ziehenden Wolken immer wieder andere „Deckenbilder“ an den bläulich schimmernden Abendhimmel.

Im nun noch einmal vergrößerten Orchester gaben die jungen Instrumentalisten ihr Bestes, um „Le Tombeau de Coupertin M. 68a“ von Maurice Ravel und die Sinfonie d-Moll von Cèsar Franck dem Publikum zu präsentieren. Auch wenn die Flaneure entlang der Arkaden, dazwischen und dahinter die Gesichter der jungen Künstler nicht wirklich sehen konnten, so hörten sie doch die gefühlvolle und große Klasse, mit der diese die Werke der beiden französischen Komponisten umsetzten. Besonders Francks einzige Sinfonie, zu ihrer Zeit umstritten, zählt heute zu den großen klassischen Werken – als „ein Geniestreich voll blühender Melodik und voller Anspielungen auf die großen Idole seines Schöpfers“, wie es im Programmheft nachzulesen ist.

Alles in allem war es ein sehr gelungener Abend – mit Einschränkungen, denn die jungen Musiker und ihr fantastischer Leiter Andreas Hotz hätten einen würdigeren Schlussapplaus verdient gehabt. Offensichtlich hatte ein Großteil des Publikums noch mindestens eine Zugabe erwartet. So war das Konzert nach neunzig Minuten einfach zu Ende. Für ein stilvoll-grandioses Finale war es diesmal vielleicht einfach zu kühl…

Text und Foto: Manfred Spörl

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