Das Programm für den Juni und den Juli: So wird der Sommer in der Disharmonie

Das Programm für den Juni und den Juli: So wird der Sommer in der Disharmonie

SCHWEINFURT – Sommer in der Disharmonie: Hier ist das Programm der Kulturwerkstatt an der Gutermann-Promanade am Main für die Monate Juni und Juli. Los geht´s mit einem souveränen Auftritt von Matthias Tretter.

Freitag, 12. Juni, 19:30 Uhr, Disharmonie
Mathias Tretter – Souverän

„Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet.“ – Carl Schmitt war auch so ein Großmaul, sonst wäre er nicht Görings Eierlikör geworden. Deutschlands ärgster Advokat schrieb den berühmten Satz 1928, seitdem kauen wir drauf rum. Kaum hundert Jahre später ist an jeder Ecke Ausnahmezustand – aber wer ist Souverän?
Die einen sagen so, die anderen: das Volk, die Wahrheit liegt wie immer ganz woanders. Mathias Tretter findet sie mal wieder bei Freund Ansgar: „Bekifft sein ist Ausnahmezustand, und ich hab’ mich für ihn entschieden.“ Der Demokratie mag die Herrschaft allmählich abhandenkommen, deshalb muss man noch lange nicht die Selbstbeherrschung verlieren. Es sei denn, man nässt sich ein vor Lachen – aber ist das nicht das Souveränste überhaupt?
„Sie werden wiehern“, sagt Tretter, der seit dem Salzburger Stier 2023 nun endgültig mit jedem Kabarettpreis ausgezeichnet ist. Dennoch sei sein neuestes Stück sein komischstes: „Sie werden feixen, prusten, schnappatmen und am Ende unverwundbar heimgehen.“ Mit anderen Worten: Souverän. Der Name ist Programm.

Samstag, 13. Juni, 19:30 Uhr, Disharmonie
Robert Alan – Pervekt

Den Pressetext für sein neues Programm selbst zu schreiben, ist ein bisschen wie onanieren vorm Spiegel – selten lustig. Trotzdem muss es gemacht werden.
Also nicht das Onanieren vorm Spiegel, sondern das Schreiben des Pressetextes. Mein neues
Programm heißt „Pervekt“, weil mein Leben eben Pervekt ist.
An guten Tagen steh ich vorm Geldautomaten. An schlechten Tagen steh ich vorm
Pfandautomaten. Am Ende vom Tag komm ich auf Null raus. Sag ich zumindest dem Finanzamt.
Ich wurde 1986 in der ehemaligen DDR geboren. Nackt und ohne Geld. Aber das ist der
Zustand, in dem man am gefährlichsten ist. Und am lustigsten. Heute, 38 Jahre später, befinde
ich mich wieder in diesem Zustand. Mein Leben ist Pervekt.

Sonntag, 14. Juni, 17 Uhr, Disharmonie
Jarése Duo

Jarése ist Akustikfolk, der das Herz berührt. In einer Melange aus Pop, Soul und dem Spirit des Blues, gepaart mit eingängigen Melodien, charmanter Stimme und tiefgründigen Texten, ist Jarése Akustikfolk neu gedacht, zeitlos und modern. In ihrem aktuellen Album „Eleonore“ finden sich Klänge mitreißender Popmusik, die von der Sängerin, Gitarristin und Violinistin Juliane Liebing und dem Gitarristen Richard Fuhrmann harmonisch verschmelzend dargeboten werden.

Freitag, 19. Juni, 19:30 Uhr, Disharmonie
50 Jahre AN ERMINIG „Trug´ – Jubiläumsprogramm“

Die ‚Hermeline‘ werden 50: ein halbes Jahrhundert musikalische Botschafter der Bretagne (dem keltischen Teil von Frankreich am Atlantik) vor allem im deutschsprachigen Raum, aber auch in Europa zwischen dem Skagerak und der Emilia-Romagna! Diesen besonderen Anlass feiert die saarländisch-lothringische Weltmusikformation mit einem Jubiläumsprogramm: sowohl als Rückblick auf ihre Bandgeschichte als auch als Hommage an die Musikerinnen und Musiker der Bretagne und anderer keltischer Regionen, die die Gruppe von Anfang an unterstützt und geprägt haben.
Der Titel des Programms Trug´ – Abkürzung von Trugarez (bret. Danke) – steht für den Dank an Freunde und Lehrer in der Bretagne, sowie an die Veranstalter*innen der AN ERMINIG-Konzerte in den vergangenen Jahren. Das Programm ‚Trug‘ präsentiert markante Titel der letzten 50 Jahre aber auch Lieder und Tänze, die AN ERMINIG in besonderer Weise mit ihren Vorbildern und Wegbegleitern verbinden. Ergänzt werden die Titel durch Anekdoten und Geschichten, die dem Publikum die Begeisterung der Hermeline für diese besondere Region und ihre Kultur vermitteln möchten. Trug´ ist die Freude über den runden Bandgeburtstag, die AE mit ihrem Publikum teilen, das der Band über die lange Zeit die Treue gehalten hat und eine musikalische Entdeckungsreise durch diese vielen Jahre. 50 und kein bisschen leise – auf in das zweite halbe Jahrhundert!
Barbara Gerdes keltische Harfe, Bombarden, Flöten
Andreas Derow Gesang, schottischer und galicischer Dudelsack, Geige, Akkordeons,
Drehleier
Hans Martin Derow Gitarre, irische Bouzouky, Akkordeon, Gesang

Samstag, 20. Juni, 19:30 Uhr, Disharmonie
Sara Brandhuber – A scheena Schmarrn

Mittlerweile hat sich das Nachwuchstalent Sara Brandhuber ein paar neue Gitarrengriffe angeeignet, ist aber nach wie vor das rothaarige charmant-kracherte Mädel vom Dorf geblieben, das sich auf der Bühne wohler fühlt, als auf der heimischen Couch. Und nicht nur, weil da lauter Spielzeug von ihren Kindern rumliegt.
Die junge Kabarettistin kümmert sich um die existenziellen Themen des Lebens. Wie man möglichst geschmeidig alt wird, warum sich eine gute Bratpfanne immer lohnt, oder einen eine Schnittschutzhose im Leben manchmal auch nicht weiterbringt. Sie trifft es auf den Punkt: eingängige Melodien mit grandios-humorvollen bairischen Texten. Abermals beweist die niederbayerische Oberbayerin, dass sie auf der Bühne goldrichtig ist: Lustige Begegnungen und absurde Beobachtungen aus dem Alltag besingt sie in einem Tempo, dass einem ganz schwindlig wird. Und im nächsten Moment packt es einen regelrecht, weil sie eben auch die ruhigeren Töne beherrscht. Mit ihrer authentischen Art schafft sie es Abend für Abend ihre Zuhörer mitzureißen. Kein Wunder, dass sie immer öfter im Vorprogramm von Martina Schwarzmann zu sehen ist!

Sonntag, 21. Juni, 17 Uhr, Disharmonie
Peter Groesdonk – Modern Guitar

Feinsinnig, bunt, eindrucksvoll und keinesfalls in eine Schublade zu stecken. Das ist Peter Groesdonk mit seiner Gitarre. Ein vielseitiger Gitarrist und kreatives Ausnahmetalent das mit seiner besonderen fast schon besonnenen Art auf ganz eigene Weise heraussticht. Mit einer auffallenden Unaufgeregtheit und Leichtigkeit tanzt er geschickt im Wechselspiel von Rasanz und sinnlicher Ruhe übers Griffbrett und verzaubert so den Zuhörer.
Peter Groesdonk fand bereits im Alter von 8 Jahren den Weg zur Gitarre. Stets gefördert von seinem Gitarrenlehrer Peter Karkowski, genoss er seitdem eine umfangreiche klassische Ausbildung am Instrument und in der Theorie. Ein weiterer wichtiger Baustein auf dem Weg hin zu dem heutigen Musiker, war die Begegnung mit dem Gitarristen Jimmy Wahlsteen und seiner Musik. Das erste Mal kam er so mit dem Gitarrenstil ‚Fingerstyle‘ in Berührung.
Schon bald entstanden Arrangements großer bekannter Hits und eigene Kompositionen, die heute den größten Teil seines Live-Programms ausmachen. Neue Inspirationen fand er bei diversen Master Classes, unter anderem bei Adam Rafferty, Michael Fix und Kosho. Um den Weg zum vollständigen Musiker noch mehr nachzugehen, entschloß er sich 2015 zunächst zum Studium am Institut für Musik in Osnabrück. Ein Jahr später wechselte er nach Dresden an die Hochschule für Musik Carl Maria von Weber und erwarb dort 2018 seinen Abschluss.
Neben seinen Solokonzerten teilte er sich schon mit Musikern, wie Jimmy Wahlsteen, Don Ross, Georg Göbel-Jakobi alias Ozzy Ostermann und Peter Kroll-Ploeger die Bühne. Zudem arbeitete er bereits bei Produktionen in der Semperoper mit. 

Freitag, 26. Juni, 19:30 Uhr, Disharmonie
Samuel Kilian – Ich geh‘ jetzt bouldern

Gewinner des Obernburger Mühlsteins 2025
Und zwar oberkörperfrei und mit Haferlatte. Mit Klavier, Gitarre und viel Selbstironie berichtet Samuel Kilian nicht nur von seinem neuen Hobby, sondern auch von alltäglichen Problemen und kreativen Lösungen. Sei es der Rammbock gegen Hindernisse auf dem Fahrradweg oder die Kettensäge gegen Kettenraucher. Dabei lässt der notorische Single keine Gelegenheit aus, seine Dating-Qualitäten hervorzuheben. Als promovierter Statistiker ist er sogar für Doktorspiele qualifiziert.
Mit Comedy, Musik und Küchentipps ist seine Show alles andere als vorhersehbar. Ob Schlager, Hip-Hop oder Nasenflöte, kein Genre ist vor ihm sicher.
Nachdem er mit seinem viralen Song “Ich geh jetzt bouldern” in den sozialen Medien bekannt wurde, hat sich Samuel Kilian als aufstrebender Newcomer in der Kleinkunst-Szene etabliert. Dabei begeistert der von der Rhein-Neckar-Zeitung als „lässigere Bodo-Wartke-Inkarnation“ bezeichnete Comedian mit unkonventionellen Themen und einem abwechslungsreichen Programm. Er gewann Jury- und Publikumspreis des Obernburger Mühlstein 2025, erreichte Top-3-Platzierungen bei verschiedenen anderen Kabarettwettbewerben, war mit Mark Forster im Fernsehen und gewann mehrere Songslams.

Samstag, 27. Juni, 19:30 Uhr, Disharmonie
BC 69

„Kraftvollen Rock, der sich hören lassen kann“, verspricht die fränkische Band „BC ’69“, die am 25. Juni in der ,,Disharmonie“, Schweinfurt auftritt. Das besondere ist, dass rein akustisch bzw. ,,unplugged“ gespielt wird : mit Akustik-Gitarre, Bass, Gesang und Mini-Cajon-Set.
Das Repertoire von Jürgen Bergmann (Gesang), Jan van Springel (Gitarre), Norbert Roesch (Bass), und Gunnar Olsen (Percussion) ist eine Mischung aus Cover-Stücken, orientiert an Southern- und Blues-Rock, sowie Eigen-Arrangements von Klassikern und unbekannteren Songs.

Sonntag, 28. Juni, 17 Uhr, Disharmonie
FSR Trio

Das Felix Schneider Restschikow-Trio steht für modernen Jazz, der Geschichten erzählt. 
Pianist und Komponist Felix Schneider-Restschikow verbindet melodische Ausdruckskraft mit feiner rhythmischer Sensibilität und schafft Klangwelten voller Emotion und Atmosphäre.
An der Seite von Sebastian Claas (Kontrabass) und Max Lange (Schlagzeug) präsentiert er ausschließlich eigene Kompositionen: im Modern Jazz verwurzelt, aber offen für unerwartete harmonische und rhythmische Wendungen.
Seine Musik schlägt Brücken zwischen Tradition und Gegenwart – geprägt von der Vielfalt West- und Osteuropas sowie den reichen Klangfarben des Levant.
Diese Einflüsse sind kein Zufall: Über viele Jahre hinweg sammelte Felix Schneider Restschikow prägende Erfahrungen in Ensembles wie Castillo Kazaki, dem Raniin-Trio und Hussien & Felix, deren musikalische Wurzeln tief in diese Regionen reichen.
All diese Erfahrungen formen heute die Handschrift des Trios und machen es zu einer eigenständigen Stimme in der zeitgenössischen Jazzszene.

Dienstag, 30. Juni, 19:30 Uhr, Disharmonie
JAM Jazz am Main – Session

Hier treffen sich die Schweinfurter Jazz-Hörer und die Jazz-Musiker. Dabei wird in lockerer Atmosphäre gespielt und auch der Spaßfaktor kommt nicht zu kurz.
Eintritt frei

Freitag, 03. Juli, 19:30 Uhr, Disharmonie
Trio Fussissimo

Spielerische Virtuosität und jede Menge Inspirationen aus aller Welt!
Diese Kombination macht das Trio zu einem besonders interessanten Gypsy-Ethno-Jazz Ensemble!
Seit fast 20 Jahren hat sich der Gitarrist und Komponist Rehan Syed mit seinen Projekten einen wohlklin- genden Namen in der Gypsy Jazz Szene erspielt und ist nun mit dem erstklassigen Bassisten Simon Ort am Kontrabass und dem preisgekrönten Akkordeonisten Harald Oeler in einer Trio-Besetzung zu hören, die es in sich hat! Zum Programm von „Fussissimo“ gehören originelle Eigenkompositionen von Rehan Syed mit Einflüssen von Tango, Bossa, französischer Musette und orientalischer Musik, sowie Perlen aus dem Gypsy Jazz und Weltmusik Repertoire. Die Ensembles von Rehan Syed begeisterten unter anderem beim „Inter- nationalem Jazzfestival Bansko“ in Bulgarien, „Django-Reinhardt-Festival“ Hildesheim, „Django Festival“ Burgthann, „Int. Gypsy-Jazz-Festival“ Lahr, „Tollwood Festival“, München, „Creole Bayern“, „Summer Jazz Night“ Burghausen, verschiedene Festivals in Rumänien, Bulgarien und Schweden und vielen weiteren Jazz und Weltmusik Veranstaltungen.

Fotos Copyright

Sara Brandhuber: © Alexey Testov
BC 69: © Gunnar Olsen
FSR Trio: © Felix Schneider
Jarese Duo: © Juliane Liebing
Peter Groesdonk: © Peter Groesdonk
An Erminig: © Th. Reinhardt
Robert Alan: © Michael Zahn
Samuel Kilian: © Samuel Kilian
Mathias Tretter: © Enrico Meyer
Trio Fussissimo: © Rehan Syed
Pigor & Eichhorn: © Thomas Nitz

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