Neues vom ver.di Fachbereich Handel: Samstag, 6. Juni 2026, wird bei Kaufland in Bad Kissingen gestreikt

Neues vom ver.di Fachbereich Handel: Samstag, 6. Juni 2026, wird bei Kaufland in Bad Kissingen gestreikt
Foto: ChatGPT / künstliche Intelligenz

BAD KISSINGEN – Beschäftige im Einzelhandel sind diejenigen, die von der drohenden Altersarmut massiv betroffen sind. So schätzen 88 % der Einzelhandelsbeschäftigten in Bayern ein, dass ihr aktuelles Gehalt sie nicht vor der drohenden Altersarmut schützen wird.

Dass die Arbeitgeber diese dramatische Ausgangslage der Beschäftigten ignorieren, sei ein Skandal, so der zuständige ver.di Sekretär für den Handel Peter König.

Streik für Bewegung in den Tarifverhandlungen: Tariferhöhungen fallen nicht vom Laster. Sie werden erkämpft. Basta!

Das einzige Mittel, um die Situation in den Tarifverhandlungen zu ändern, sind wieder einmal Streiks. Wir müssen in den Betrieben jetzt für Bewegung sorgen, sonst ändert sich nichts am Verhandlungstisch, so König weiter.

Echt schräg sei, dass Kaufland seinen Hausleiter*innen im März 2026 eine Einmalzahlung von 3.500 Euro Brutto angekündigt. In dem Schreiben von Kaufland dazu heißt es: „unser Fokus liegt auf dem, was wirklich zählt: jeder Einzelne.“ Damit meint Kaufland offenbar: jede einzelne Führungskraft – nicht die Beschäftigten, die jeden Tag den Laden am Laufen halten und Kaufland zu dem gemacht haben, was es ist.

ver.di fordert für die tarifgebundenen Beschäftigten im bayerischen Einzel- und Versandhandel:

  • Erhöhung der Löhne und Gehälter um 222 €
  • Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 150€ pro Monat
  • Erhöhung der Löhne und Gehälter der unteren Beschäftigtengruppen auf ein rentenfestes Mindesteinkommen von 14,90 € in der Stunde.
  • Laufzeit der Tarifverträge soll 12 Monate betragen

Untermauert werden die Forderungen durch eine breite Beschäftigtenbefragung zur Forderungsfindung. Dort geben 73% der Befragten an, Probleme zu haben, mit ihrem derzeitigen Gehalt den Lebensunterhalt zu bestreiten. Nur 15% der Befragten gaben an, dass sie am gesellschaftlichen Leben (Kino- oder Theaterbesuch, Essen mit Freunden etc.) teilnehmen zu können. 88% schätzen ein, dass ihre Rente aus dem derzeitigen Gehalt nicht vor Altersarmut schützt.

Trotz dieser dramatischen Ausgangslage der Beschäftigten lehnten die Arbeitgeber in der ersten Tarifverhandlung am 8. Mai 2026 die Forderung der ver.di Tarifkommission ab und weigerten sich ein eigenes verhandlungsfähiges Angebot zu machen. Nächster Verhandlung Termin ist am 16. Juni 2026.

Geplanter Ablauf: Streikbeginn ab ca. 5:30 Uhr vor der Kaufland Filiale in Bad Kissingen, Steubenstr. 1. Ab ca. 9:00 Streikkundgebung auf dem Parkplatz vor der Filiale.

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