ver.di Handel Schweinfurt ruft seit heute morgen um 5:00 Uhr zum Streik im Edeka Lager Gochsheim auf

ver.di Handel Schweinfurt ruft seit heute morgen um 5:00 Uhr zum Streik im Edeka Lager Gochsheim auf
Foto: ChatGPT / künstliche Intelligenz

SCHWEINFURT / GOCHSHEIM – Nach dem erfolgreichen bayernweiten Streikauftakt im Handel am 21. Mai 2026 in Nürnberg kommen nun die Streiks auch im Raum Schweinfurt an.

Auf die aus ihrer Sicht unverschämte Arbeitgeberhaltung in den Tarifverhandlungen im Groß- und Außenhandel am 22. Mai 2026 ruft die vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) im Bezirk Schweinfurt heute im Edeka Lager in Gochsheim bei Schweinfurt zum Streik auf. Die Beschäftigten wurden heute seit 4:00 in den Ausstand gerufen.

„Dass die Arbeitgeber keine tragfähige Tariflösungen in den Verhandlungen vorlegten und es, aus ihrer Sicht, nur einen Tarifabschluss geben darf, der für die Kolleg*innen in den Betrieben weitere hohe Reallohnverluste zur Folge hätte, ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten. Dass sich die Wut und Enttäuschung jetzt noch steigert, darf die Arbeitgeber nicht wundern. Die unverschämte Arbeitgeberhaltung und die fehlende Bereitschaft einen Tarifabschluss zu vereinbaren, der die hohen Reallohnverluste wirksam bekämpft, macht Streiks unausweichlich.“ erklärte Peter König, ver.di Streikleiter in Schweinfurt.

Realitätsfremdes statt akzeptables Angebot

„Bislang hat die Arbeitgeberseite kein Angebot unterbreitet, das die Realitäten der Beschäftigten widerspiegelt und dem unermüdlichen und herausragendem Einsatz der Beschäftigten und der existenzbedrohenden finanziellen Situation der Beschäftigten gerecht wird. Was uns angeboten wurde ist nicht nur realitätsfremd, sondern lässt jegliche Verantwortung der Arbeitgeber gegenüber den Beschäftigten vermissen. Dass dieses Angebot weiter eine deutliche Reallohnsenkung bedeuten würde, ist an sich schon skandalös, es bedeutet aber auch, dass die Arbeitgeber die drohende Altersarmut der Beschäftigten billigend in Kauf nehmen und noch anfeuern“, so Peter König von ver.di in Schweinfurt.

„Nicht nur, dass die Arbeitgeber im bayerischen Groß- und Außenhandel in den letzten fünf Jahren maßgeblich an der ständig steigenden Inflation mit verantwortlich sind, erzielen sie, dank ihrer Schlüsselfunktion im Wirtschaftssystem, weiterhin großartige Gewinne, dass sich jetzt eine ganze Branche, bis auf ein paar wenige Krisenbetriebe, dahinter versteckt, ist mehr als unaufrichtig gegenüber seinen Beschäftigten, so König weiter.

Konkret boten die Arbeitgeber in der letzten Verhandlungsrunde am 22.05.2026:

  • Erhöhung um 1,8 % im Folgemonat nach dem Tarifabschluss
  • Erhöhung um weitere 1,6 % zum 01.05.2027
  • Erhöhung der Ausbildungsvergütung um die gleichen Werte zum 01.09.2026 und 01.09.2027
  • 24 Monate Laufzeit

Die Beschäftigten im Groß- und Außenhandel brauchen so schnell wie möglich mehr Geld im Geldbeutel. Die immer weiter steigenden Lebenshaltungskosten der Beschäftigten im Groß- und Außenhandel sind mittlerweile existenzbedrohend. Der tägliche Einkauf von Lebensmitteln, die immer weiter steigenden Kosten für Wohnen oder der tägliche Weg zu Arbeit bringen die Beschäftigten in finanzielle Not. Die Auswirkungen sind dramatisch. So können viele Beschäftigte sich am Ende des Monates den Weg zur Arbeit nicht mehr leisten, Sparguthaben sind nahezu vollständig aufgebraucht und für die Rente privat vorzusorgen, um nicht in der Altersarmut zu landen, ist nicht mehr möglich. Die Arbeitgeber im bayerischen Groß- und Außenhandel sind jetzt in der Pflicht und in der Verantwortung unsere Forderung zu erfüllen, um somit die dramatische Situation der Beschäftigten zu entschärfen.

Wie dramatisch die Situation ist, hat die Beschäftigtenbefragung zur Forderungsfindung gezeigt. 70% der Befragten gaben an, dass sie Probleme haben mit dem derzeitigen Gehalt ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Nur 15 % der Befragten gaben an, dass sie am gesellschaftlichen Leben (Kino- oder Theaterbesuch, Essen mit Freunden etc.) teilnehmen können und 89% schätzten ein, dass das aktuelle Gehalt sie nicht vor Altersarmut schützen wird

Hintergrundinformation:

ver.di fordert für die Beschäftigten im bayerischen Groß- und Außenhandel:

§ Tabellenwirksame Erhöhung der Entgelte um 7 %

§ Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 150 €

§ Die Laufzeit der Tarifverträge muss 12 Monate betragen

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