WÜRZBURG – Lebensraumverlust, Insektensterben, versiegelte Flächen, Straßenverkehr und Arbeiten mit Gartengeräten und Mährobotern setzen den heimischen Wildtieren zu. Derzeit werden fast täglich geschwächte, verletzte und untergewichtige Igel in der Umweltstation der Stadt Würzburg gemeldet, die ohne Hilfe nicht überleben würden.
Die Umweltstation weist darauf hin, dass hilfsbedürftigen Igeln beim Tierschutzverein und der Igelauffangstation Retzbach des Bundes Naturschutz geholfen wird. Jedes Jahr werden dort Notfälle versorgt und wieder gesund ausgewildert. Dafür benötigen die Helfenden jedoch selbst finanzielle Unterstützung für Futter und Medikamente.
Woran erkennt man einen kranken Igel?
Seit Mai ist die Igel-Saison in vollem Gange: Die letzten Winterschläfer haben ihre Ruhe beendet und die Paarungszeit beginnt. Igel suchen nun Nahrung, um nach dem Winter wieder zu Kräften zu kommen. Ein Alarmzeichen ist jedoch, wenn Igel tagsüber in der Natur beobachtet werden. Denn Igel sind nachtaktive Tiere. Ein tagaktiver Igel ist meist krank, unterernährt, verletzt oder leidet unter starkem Parasitenbefall. Er braucht schnelle, fachkundige Hilfe.
In solchen Fällen können sich Finder mit dem Tierschutzverein Würzburg e.V. unter der Telefonnummer 0931/84324 oder mit der Igelauffangstation Retzbach des Bund Naturschutz unter 0160/7364732 in Verbindung setzen. Dort wird den Igeln geholfen. Alle Igelauffangstationen arbeiten ehrenamtlich und benötigen dringend finanzielle Unterstützung durch Spenden für Futter und Medikamente. Die Igelstation Retzbach und weitere ihr angeschlossene Pflegestellen im Landkreis versorgen jedes Jahr zahlreiche Notfälle. In 2025 wurden insgesamt 360 Tiere aufgenommen und über 300 gesund ausgewildert.
Naturnahe Gärten und frisches Wasser können helfen
Am meisten entlastet werden Pflegestellen aber durch gesunde Igel! Dafür sind zum Beispiel naturnahe Gärten als Lebensraum eine Voraussetzung. Gerade in der Hitze des Sommers sind Wasserstellen lebensnotwendig. Diese müssen aber täglich gesäubert und frisch befüllt werden.
Igel haben große Reviere, laufen im gesunden Zustand zwei bis fünf Kilomter und sind reviertreu, kennen ihre Wege und Futterplätze. Sie haben bis zu fünf Nester, die sie im Sommer wechseln. Deswegen ist es nicht ungewöhnlich, wenn man „seinen“ Igel nicht immer beobachten kann. Flöhe und Zecken sind übrigens die üblichen Passagiere und in überschaubarer Menge normal. Igelbabys werden nach 35 Tagen Tragezeit geboren, wachsen unter guten Bedingungen schnell und sollten Anfang November vor dem Winterschlaf 500 bis 600g Gramm wiegen. Leichtere Igel müssen in eine Pflegestelle, um aufgepäppelt zu werden.
Igel leben seit 12 Millionen Jahren in der heutigen Form auf der Erde. Als Kulturfolger in unseren Gärten wird er immer seltener und stehen seit Oktober 2024 auf der Roten Liste vom Aussterben bedrohter Arten. Weitere Informationen zum Artenschutz gibt die Umweltstation der Stadt Würzburg im Nigglweg 5 persönlich während der Öffnungszeiten, per Mail umweltstation@stadt.wuerzburg.de und auch telefonisch unter 0931/37-4400.
Foto: Cornelia Schubert

