UNTERFRANKEN – Die erhoffte kräftige Frühjahrsbelebung auf dem unterfränkischen Arbeitsmarkt ist im Mai 2026 weitgehend ausgeblieben. Die Gesamtarbeitslosenquote im Regierungsbezirk sank im Vergleich zum Vormonat April nur minimal von 4,1 % auf 4,0 %.
Insgesamt verzeichnet die Region damit 31.131 Arbeitslose. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Unterfranken blickt mit Sorge auf diese Stagnation und fordert von Politik und Wirtschaft deutliche Signale zur Arbeitsplatzsicherung.
„Auch auf dem unterfränkischen Arbeitsmarkt blieb die konjunkturelle Frühjahrsbelebung weitgehend aus“, bilanziert DGB-Regionsgeschäftsführer Frank Firsching. „Für Unterfranken ist es wichtig, den Arbeitsplatzabbau in der Industrie jetzt zu stoppen. Die Initiativen von Betriebsräten, innovative Produkte hier zu fertigen, verdienen die volle Aufmerksamkeit der Manager.“
Ein Blick in die Agenturbezirke zeigt ein gemischtes, regional teils kritisches Bild:
Agenturbezirk Schweinfurt (Quote: 3,9 % | 9.588 Arbeitslose): Der Arbeitsmarkt tritt hier auf der Stelle. Sorgen bereitet vor allem der Landkreis Haßberge, in dem die Arbeitslosenquote binnen eines Jahres um 13 % anstieg. Frank Firsching, DGB-Regionsgeschäftsführer und alternierender Vorsitzender des Verwaltungsausschusses des Agenturbezirks Schweinfurt, hebt jedoch ein positives Beispiel hervor: „Die Entscheidung von ZF, auf Drängen des Betriebsrats den Elektromotor auch zukünftig in Schweinfurt zu fertigen, zeigt Vertrauen in den Standort und sollte als gutes Beispiel Schule machen.“
Agenturbezirk Aschaffenburg (Quote: 5,1 % | 11.140 Arbeitslose): Die Region bayerischer Untermain hat die höchsten Arbeitslosenquoten im unterfränkischen Vergleich. Besonders deutlich wird dies in der Stadt Aschaffenburg (7,6 %), die eine der höchsten Arbeitslosenquoten Bayerns aufweist. Auch der Kreis Miltenberg gehört zu den Sorgenkindern: Hier stieg die Quote entgegen dem Saisontrend um 1,2 % im Vergleich zum April. DGB-Sekretär Björn Wortmann warnt: „Ein Warnsignal! Die Zahlen zeigen deutlich, dass wir mehr sichere Jobs, mehr Tarifbindung und endlich eine aktive Wirtschaftspolitik in der Region brauchen.“
Agenturbezirk Würzburg (Quote: 3,4 % | 10.403 Arbeitslose): Obwohl Würzburg die niedrigste Quote in Unterfranken hält, ist der Frühjahrsaufschwung laut DGB-Sekretär Jonas Schneider auch hier ausgeblieben. Dennoch gibt es Lichtblicke: Im Mai wurden 251 Stellen mehr gemeldet als im Vorjahr und in der Grundsicherung sank die Zahl der Bedarfsgemeinschaften um 2 Prozent auf 7.809. Schneider betont: „Unternehmen und Politik müssen jetzt Arbeitsplätze sichern und in die Zukunft investieren.“
Der DGB Unterfranken erneuert angesichts dieser Zahlen seine Forderung nach strukturellen Investitionen und einer klaren Stärkung der Arbeitnehmerrechte, um den Industriestandort nachhaltig zu stabilisieren.


