Von Strom über Glasfaser bis Endgerät und Softwarepool: Stadt Würzburg investierte knapp 24 Millionen Euro in schulische digitale Infrastruktur

Von Strom über Glasfaser bis Endgerät und Softwarepool: Stadt Würzburg investierte knapp 24 Millionen Euro in schulische digitale Infrastruktur
Foto: Claudia Lother

WÜRZBURG – Der Fachbereich Schule der Stadt Würzburg hat in den letzten sechs Jahren 23,8 Millionen Euro in die Digitalisierung der Schulen in städtischer Aufwandsträgerschaft investiert. 15,5 Millionen davon wurden von Bund und/oder Freistaat über verschiedene Förderprogramme gefördert.

„Wir haben die Förderprogramme vollumfänglich genutzt“, berichtet Daniela Schuster, Leiterin des Fachbereichs Schule, „und zusätzlich städtische Mittel insbesondere in Vernetzung und Hausstrukturen investiert, um alle Schulen digital anzubinden und – je nach Schulart – möglichst einheitlich und bedarfsgerecht auszustatten.“ Der Fachbereich Schule verstehe sich aber nicht allein als technischer Ausstatter, sondern als Partner der Schulen.

Medienentwicklungsplan wird fortlaufend aktualisiert

In einem ersten Schritt wurde der Stand der Digitalisierung an den einzelnen Schulen erhoben, in Absprache mit den Schulleitungen und bei Begehungen vor Ort. Parallel wurde ein interkommunaler Austausch mit den bayerischen Großstädten aufgebaut und verstetigt. Ergänzend wurden z.B. schulartspezifische Zukunftswerkstätten und schulartübergreifende Vernetzungstreffen organisiert. Ziel war es, die Schulen frühzeitig in den digitalen Transformationsprozess einzubinden und eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung zu ermöglichen. Im weiteren Verlauf zeigte sich die Notwendigkeit klarer organisatorischer Strukturen und einer engen Abstimmung zwischen Schulen und Sachaufwandsträgern. Um die digitale Ausstattung der Schulen systematisch weiterzuentwickeln und die gewonnenen Erkenntnisse sowie Erfahrungen der Schulen gezielt einfließen zu lassen, wurde ein Medienentwicklungsplan erstellt. Dieser bildet das strategische Fundament für die Weiterentwicklung der digitalen Bildung in Würzburg und wird stetig angepasst. Er stellt sicher, dass die digitale Entwicklung der Schulen systematisch, bedarfsgerecht und nachhaltig erfolgt und die digitalen Medien pädagogisch sinnvoll in den Unterricht integriert werden, um digitale Kompetenzen bei Lernenden und Lehrenden zu stärken.

Der Medienentwicklungsplan ist abrufbar unter https://www.wuerzburg.de/media/www.wuerzburg.de/org/med_517570/591817_medienentwicklungsplan_stadtwuerzburg.pdf

Was auf Basis dieser Erhebungen und des Medienentwicklungsplans geschah, ist beachtlich. Denn es war nicht nur damit getan, die Schulen mit digitalen Geräten wie Notebooks, iPads und Laptops auszustatten. Die meisten Schulen waren grundtechnisch gar nicht dafür gerüstet, die geplanten Geräte mit Strom und WLAN versorgen zu können. Daher musste die Stromversorgung mit allein über 9 Millionen Euro ertüchtigt werden, Glasfaseranschlüsse gelegt, die Schulgebäude vernetzt, die IT-Ausstattung beschafft und externe Dienstleister mit der technischen Betreuung der Geräte beauftragt werden.

Eine Gesamtübersicht über die seit 2019/2020 in Anspruch genommenen Fördermittel und den Einsatz der Investitionen findet sich auf https://www.wuerzburg.sitzung-online.de/BI/vo020.asp?VOLFDNR=24176

Auch die Software-Ausstattung der Schulen wurde zum ersten Mal überhaupt systematisch erhoben. „Sie war heterogen mit einer Vielzahl von Einzellösungen, ohne einheitliche Standards“, berichtet Daniela Schuster. Der Fachbereich Schule legte daher einen Softwarepool an, der den Schulen zur Auswahl geeigneter, geprüfter und datenschutzkonformer Programme und Anwendungen dient und ständig aktualisiert wird. „Das ist die Grundlage für eine strukturierte Weiterentwicklung“, so Schuster.

Zudem ist die Stadt Würzburg Teil der Kerngruppe des bundesweiten Verbundprojekts „Poet“. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und stärkt die Verbreitung von Open Educational Resources, frei zugänglichen, anpassbaren Lehr- und Lernmaterialien. Im Rahmen von „Poet“ erhält die Stadt Würzburg eine wissenschaftlich fundierte und praxisnahe Begleitung durch die Ruhr-Universität Bochum und die TU Dortmund.

Förderung ändert sich ab 2027

Statt der bisherigen Vielzahl von Einzelprogrammen wird ab 2027 ein Vier-Säulen-Zuschuss des Freistaats Förderungsanträge vereinfachen. Dessen vier Förderbereiche sind Gebäude-Digitalinfrastruktur, Mobile Endgeräte, Digitale Bildungsmedien und KI-Anwendungen, Technische Administration, Wartung und Pflege.

Auf dem Bild: Im Herbst 2025 wurde die Stadt Würzburg Teil des geförderten Projekts „Poet“. Das Foto zeigt die Verantwortlichen im Fachbereich Schule für die Digitalisierung an Würzburger Schulen: v.li: Jörg Drömer, Dino-Silvano Schubart, Patrick Strohalm, Miriam Akebe.
Foto: Claudia Lother

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