MARKTHEIDENFELD – Ganz im Zeichen des Jubiläums der Marktheidenfelder Städtepartnerschaften stand das verlängerte Wochenende um Christi Himmelfahrt: Die Freundschaft zwischen Marktheidenfeld und der bretonischen Partnerstadt Montfort-sur-Meu blickt bereits auf eine 40jährige Geschichte zurück.
Aber auch die Städtepartnerschaft mit Pobiedziska ist nach 20 Jahren inzwischen „erwachsen“ geworden, wie es die Vorsitzende des polnischen Städtepartnerschaftskomitees, Aleksandra Mazurek treffend ausdrückte.
Die insgesamt 60 Gäste, jeweils 30 aus Montfort und Pobiedziska, darunter auch vier Schülerinnen, die vor Kurzem am Schüleraustausch teilgenommen hatten, kamen schon morgens um 08.30 Uhr am Donnerstag, 14.05.2026, am Balthasar-Neumann-Gymnasium an und wurden von Bürgermeister Thomas Stamm und vom Städtepartnerschaftskomitee und ihrem Vorsitzenden Elmar Väth mit einem kleinen Gastgeschenk begrüßt.
Die Gäste, die zum überwiegenden Teil in Gastfamilien untergebracht waren, hatten dann erst einmal Gelegenheit, sich von der langen Nachtfahrt zu erholen, bevor am Nachmittag die offizielle Begrüßung im Franck-Haus unter musikalischer Begleitung des Akkordeonorchesters das dreitägige Programm der Bürgerbegegnung einläutete.
Nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt durch die drei Bürgermeister, Thomas Stamm, Delphine David aus Montfort und Ireneusz Antkowiak aus Pobiedziska, sowie der Vorsitzenden der Städtepartnerschaftskomitees, Elmar Väth, Marcelle Le Guellec und Aleksandra Mazurek, hatten die Teilnehmenden aus den drei Ländern dann bei einem kleinen Umtrunk Gelegenheit für ein erstes Beschnuppern.
Bei einer gemeinsamen Floßfahrt von Astheim nach Nordheim am folgenden Freitagvormittag wurden die zum Teil schon lange bestehenden Freundschaften zwischen den Teilnehmenden wieder vertieft und neue Bekanntschaften geschlossen. Der Festabend in der Schönen Aussicht, würdevoll umrahmt durch das Bläserensemble um Thomas Grön, war denn auch geprägt von großen Sympathien und fröhlichem Miteinander.
Der Vorsitzende des Städtepartnerschaftskomitees in Marktheidenfeld, Elmar Väth begrüßte neben den politischen Vertretern aus den beiden Partnerstädten auch den Vizepräsidenten des Bezirkstags Thomas Schiebel, der hervorhob, wie positiv sich die europäischen Beziehungen der unterfränkischen Kommunen für die Region insgesamt auswirken und lobte die enge Bindung zwischen Marktheidenfeld, Montfort-sur-Meu und Pobiedziska als ein bemerkenswertes Beispiel bürgerlichen Miteinanders über Grenzen hinweg.
Dem schloss sich auch der Erste Bürgermeister Marktheidenfelds, Thomas Stamm, an, der sich noch einmal ausdrücklich dafür bedankte, dass die Gäste aus den Partnerstädten sich die Zeit nähmen, um an diesem Jubiläumstreffen teilzunehmen.
In ihrem Grußwort betonte die Bürgermeisterin aus Montfort, Delphine David, wie wichtig die Pionierleistungen wie die des im vergangenen Jahr verstorbenen Alt-Bürgermeister aus Montfort, Jacques Pilorges, für den Erfolg der Städtepartnerschaften zwischen den drei Städten gewesen seien und regte zugleich an, mit innovativen Ideen wie einem Videowettbewerb „Meine Stadt in 60 Sekunden“ mehr Jugendliche für gemeinsame Projekte zu gewinnen. Auch Ireneusz Antkowiak, der Bürgermeister aus Pobiedziska drückte, mit Blick auf das vom deutschen Außenministerium ausgezeichnete Schulprojekt „Eau – Wasser – Voda“ vor einigen Jahren, seinen Wunsch aus, auch den Schüler- und Jugendaustausch wieder zu beleben.
Trotz der schwierigen Weltlage blickten alle drei Vorsitzenden der Partnerschaftskomitees optimistisch in die Zukunft: Marcelle Le Guellec appellierte, das Jubiläum sei ein Anstoß für neue Beziehungen, um gemeinsam eine Zukunft reich an Entdeckungen und Freundschaften zu gestalten. Aleksandra Mazurek zitierte Helmut Kohl, dem zufolge die europäische Integration nicht nur eine wirtschaftliche Frage sei, sondern vor allem ein Weg, dauerhaften Frieden auf dem Kontinent zu sichern. Dafür brauche es, so Elmar Väth, starke Kapitäne und Kapitäninnen, die das Boot der Städtepartnerschaft auch sicher durch stürmische Gewässer lenken könnten.
Die ehemalige Bürgermeisterin aus Pobiedziska, Dorota Nowacka, erhielt im Laufe des Festabends eine Ehrennadel und eine Urkunde zur Ehrenmitgliedschaft im Städtepartnerschaftskomitee Marktheidenfeld für ihren besonderen Einsatz um die Freundschaft zwischen den beiden Städten. Geehrt wurden außerdem sieben Gründungsmitglieder mit dem silbernen Städtepartnerschaftsabzeichen, einer Urkunde und einem Weinpräsent: Dr. Leonhard Scherg, Heribert Felbinger, Josef Schwerdhöfer, Herbert Naun, Gerhard Fürst und Jacques Dumas. Die Band „Pleeze“ ließ dann den Abend stimmungsvoll ausklingen.
Bevor die Gäste am Samstag wieder die Busse bestiegen, um nach Hause zu fahren, zelebrierten die beiden Marktheidenfelder Pfarrer Hermann Becker und Bernd Töpfer in der St. Josefs-Kirche einen ökumenischen Gedenkgottesdienst. Zur Freude der Anwesenden wurde die Andacht auf deutsch, französisch und teilweise auf polnisch abgehalten.
Anschließend ließ man die gemeinsame Zeit bei einem Bayerischen Abend im Pfarrjugendheim ausklingen. Bei einer deftigen Brotzeit und volkstümlicher Musik von den Uettinger Schneesängern gab es auch eine Bescherung für die einzelnen Komitees – insgesamt sechs Bilder mit Stadtansichten oder kreativen Interpretationen des Austauschgedankens wechselten die Besitzer und finden nun einen neuen Platz in den Komiteebüros von Pobiedziska, Montfort-sur-Meu und Marktheidenfeld.
Auf den Bildern:
Gute Freunde aus den drei Partnerstädten beim Treffen in Marktheidenfeld: (von links) Aleksandra Mazurek, Elmar Väth, Marcelle Le Guellec, Ireneusz Antkowiak, Delphine David und Thomas Stamm.
Ehrung für die Gründungsmitglieder der Städtepartnerschaft: (von links) Herbert Naun, Gerhard Fürst, Josef Schwerdhöfer, Heribert Felbinger, Dr. Leonhard Scherg sowie Erster Bürgermeister Thomas Stamm mit Margit Müller und Elmar Väth vom Partnerschaftskomitee. Auf dem Bild fehlt Gründungsmitglied Jacques Dumas.
Text und Fotos: Pamela Nembach


