SCHWEINFURT – Die Stadt Schweinfurt hat gemeinsam mit der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina den Carus-Preis und die Carus-Medaille an Prof. Dr. Melina Schuh verliehen.
Im historischen Rathaus der Stadt wurden die herausragenden Leistungen und Entdeckungen der Preisträgerin gewürdigt.
Ausgezeichnet wurde die deutsche Biochemikerin Prof. Dr. Melina Schuh für ihre Forschung, die maßgeblich dazu beitrug, die Entwicklung von Säugetier-Eizellen zu verstehen, insbesondere wie es zu Fehlern bei der Chromosomentrennung und damit zu Fehlgeburten oder abnehmender Fruchtbarkeit kommen kann.
Prof. Dr. Melina Schuh studierte Biochemie an der Universität Bayreuth. Nach ihrer Promotion am European Molecular Biology Laboratory in Heidelberg und Forschungsstationen am MRC Laboratory of Molecular Biology in Cambridge/UK ist sie seit 2016 Direktorin am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen, dem heutigen Max-Planck-Institut für multidisziplinäre Naturwissenschaften. Zudem gründete sie 2025 die Ovo Labs GmbH zur Kinderwunscherfüllung. Für ihre Forschung wurde Prof. Dr. Melina Schuh bereits vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Falling Walls Science Breakthrough of the Year 2025, dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2019 und der EMBO Gold Medal der European Molecular Biology Organization 2018.
Im Rahmen des Festaktes übergab Oberbürgermeister Ralf Hofmann den Carus-Preis an Prof. Dr. Melina Schuh. Aus den Händen der XXVIII. Präsidentin der Leopoldina, Prof. Dr. Bettina Rockenbach erhielt sie die Carus-Medaille.
Gemeinsam mit Rolf-Dieter Jungk, der als Staatssekretär im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt in Vertretung von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär ein Grußwort hielt, trugen sich Preisträgerin, der Oberbürgermeister der Stadt Schweinfurt und die Präsidentin der Leopoldina in das Goldene Buch der Stadt ein.
Auf den Fotos:
Im Bild von links nach rechts: Prof. Dr. Bettina Rockenbach, XXVIII. Präsidentin der Leopoldina, Preisträgerin Prof. Dr. Melina Schuh, Oberbürgermeister Ralf Hofmann
Foto: Stadt Schweinfurt, Kristina Dietz
Im Bild von links nach rechts: Prof. Dr. Bettina Rockenbach, XXVIII. Präsidentin der Leopoldina, Preisträgerin Prof. Dr. Melina Schuh, Rolf-Dieter Jungk, Staatssekretär im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Oberbürgermeister Ralf Hofmann
Foto: Stadt Schweinfurt, Kristina Dietz
Zur Carus-Medaille und zum Carus-Preis:
Die Carus-Medaille wurde anlässlich des 50. Professorenjubiläums des XIII. Präsidenten der Leopoldina, Carl Gustav Carus (1789-1869), gestiftet und erstmals im Jahr 1896 vergeben. Sie würdigt bedeutende wissenschaftliche Entdeckungen oder Forschungsleistungen auf einem in der Leopoldina vertretenen Gebiet. Seit 1961 ist sie mit dem von der Stadt Schweinfurt – dem Gründungsort der Leopoldina – gestifteten Carus-Preis verbunden, der aktuell mit 5.000 € pro Preisträger dotiert ist. Zu den rund 60 ausgezeichneten Wissenschaftlern zählen unter anderem namhafte Nobelpreisträger wie Feodor Lynen, Jacques Monod, Manfred Eigen, Georges Köhler, Erwin Neher, Bert Sakmann, Christiane Nüsslein-Volhard und Stefan Hell.
Zur Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina:
Als Nationale Akademie der Wissenschaften leistet die Leopoldina unabhängige wissenschaftsbasierte Politikberatung zu gesellschaftlich relevanten Fragen. Dazu erarbeitet die Akademie interdisziplinäre Stellungnahmen auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse. In diesen Veröffentlichungen werden Handlungsoptionen aufgezeigt, zu entscheiden ist Aufgabe der demokratisch legitimierten Politik. Die Expertinnen und Experten, die Stellungnahmen verfassen, arbeiten ehrenamtlich und ergebnisoffen. Die Leopoldina vertritt die deutsche Wissenschaft in internationalen Gremien, unter anderem bei der wissenschaftsbasierten Beratung der jährlichen G7- und G20-Gipfel. Sie hat rund 1.700 Mitglieder aus mehr als 30 Ländern und vereinigt Expertise aus nahezu allen Forschungsbereichen. Sie wurde 1652 gegründet und 2008 zur Nationalen Akademie der Wissenschaften Deutschlands ernannt. Die Leopoldina ist als unabhängige Wissenschaftsakademie dem Gemeinwohl verpflichtet.


