CALW / SCHWEINFURT – Der TV Oberndorf hat in der 1. Faustball-Bundesliga auswärts beim TSV Calw eine engagierte, phasenweise hochklassige Leistung gezeigt, musste sich am Ende aber mit 2:5 geschlagen geben. Das Ergebnis wirkte deutlicher, als sich die Partie über weite Strecken anfühlte, denn gerade in den ersten drei Sätzen begegneten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe.
Oberndorf kämpfte leidenschaftlich, stemmte sich immer wieder gegen die druckvollen Calwer Angriffe und bewies auch nach Rückschlägen Moral. Doch Calw blieb in den entscheidenden Momenten abgeklärter und nutzte vor allem die schwächeren Phasen des TVO konsequent aus.
Oberndorf begann mit Nicolas Bitsch und Maximilian Lutz im Angriff. Dahinter bildeten Janne Habenstein, Fabian Sagstetter und Robin Treuheit die Defensive. Von Beginn an war klar, dass der TVO in Calw nur dann etwas mitnehmen konnte, wenn Annahme und Spielaufbau bei starkem Wind auf der Calwer Sportanlage stabil stehen würden. Genau das gelang in der Anfangsphase immer wieder. Die Oberndorfer Abwehr arbeitete aufmerksam, brachte viele Bälle sauber nach vorne und ermöglichte es Bitsch, Sagstetter und Lutz im Rückschlag, die Calwer Defensive unter Druck zu setzen. Dennoch erwischte der TSV den etwas besseren Start. Calw agierte druckvoller über die Angabe, zwang Oberndorf zu einigen schwierigen Zuspielen und setzte sich im ersten Satz nach umkämpften Ballwechseln mit 11:8 durch. Für den TVO war es ein ordentlicher Auftakt, aber noch fehlte in den entscheidenden Situationen die letzte Konsequenz.
Der zweite Satz entwickelte sich dann zu einem echten Faustball-Krimi. Oberndorf fand besser in die Partie, verteidigte mutiger und setzte die Calwer auf der Mit-Wind-Seite stärker unter Druck. Immer wieder gelang es, lange Ballwechsel offen zu halten und den Gastgeber zu Fehlern zu zwingen. 8:4 aus Oberndorfer Sicht. Besonders in dieser Phase zeigte sich, dass der TVO keineswegs gewillt war, die Punkte kampflos in Calw zu lassen. Beide Teams lieferten sich ein Duell auf Augenhöhe, da die Calwer auf 8.8 herankamen und sich anschließend keiner entscheidend absetzen konnte. In der Verlängerung hatte Oberndorf mehrfach die Chance, den Satz auf seine Seite zu ziehen, doch Calw blieb in den letzten Aktionen einen Tick entschlossener. Mit 15:13 ging auch dieser Durchgang an die Gastgeber. Für Oberndorf war das bitter, denn nach zwei Sätzen stand ein 0:2 auf der Anzeigetafel, obwohl man spielerisch absolut im Match war.
Statt sich von diesem Rückschlag beeindrucken zu lassen, zeigte der TVO im dritten Satz seine beste Antwort. Oberndorf blieb ruhig, stabilisierte den Spielaufbau und spielte nun mit mehr Geduld. Die Abwehr um Habenstein, Sagstetter und Treuheit bekam zunehmend Zugriff auf die Calwer Schläge, während vorne Bitsch und Lutz die sich bietenden Chancen konsequenter verwerteten. Der Satz blieb eng, aber diesmal belohnte sich Oberndorf für den Aufwand. In den entscheidenden Ballwechseln war der TVO hellwach, verteidigte sauber und setzte die Nadelstiche im richtigen Moment. Mit 12:10 holte sich Oberndorf den dritten Satz und verkürzte auf 1:2. Dieser Satzgewinn war nicht nur verdient, sondern auch ein klares Signal: Der TVO war in Calw angekommen.
Vor dem vierten Satz musste Oberndorf reagieren. Janne Habenstein war angeschlagen, für ihn kam Robin Göttert in die Partie. Der Wechsel brachte zwar neue Energie, doch gleichzeitig musste sich die Formation zunächst neu finden. Calw nutzte diese Phase clever aus, erhöhte den Druck und zwang Oberndorf immer wieder in schwierige Situationen. Der TVO kämpfte, fand aber nicht mehr ganz die Sicherheit aus dem dritten Satz. Einige Bälle, die zuvor noch sauber kontrolliert wurden, gingen nun nicht optimal vom Arm, und im Angriff fehlte die letzte Konsequenz. Calw spielte diese Phase routiniert herunter und gewann den vierten Satz mit 11:7. Damit lag Oberndorf mit 1:3 zurück und stand bereits spürbar unter Druck.
Im fünften Satz brachte Oberndorf Cedric Sauter für Nicolas Bitsch in die Begegnung. Dieser Wechsel zahlte sich aus. Sauter fügte sich gut ein und die Mannschaft nahm den Kampf an, verteidigte mehrere schwierige Bälle und zeigte genau die Entschlossenheit in einer ungewöhnlichen Konstellation, die es in Calw braucht. Plötzlich war wieder mehr Tempo im Oberndorfer Spiel, die Zuspiele kamen sauberer, die Abschlüsse druckvoller. Der TVO erspielte sich eine Führung und ließ sich diesen Satz nicht mehr nehmen. Mit 11:7 ging der fünfte Durchgang an Oberndorf, das damit auf 2:3 verkürzte und die Partie wieder offen gestaltete.
Doch Calw antwortete im sechsten Satz. Die Gastgeber erhöhten sofort wieder die Schlagzahl, setzten Oberndorf unter Druck und zwangen den TVO zu viel Laufarbeit über halblange Bälle. Oberndorf hielt zunächst dagegen, doch mit zunehmender Satzdauer schlichen sich wieder kleinere Ungenauigkeiten ein. Gerade nach langen Ballwechseln fehlte manchmal ein sauberer Kontakt, um den Angriff optimal vorzubereiten. Calw nutzte das konsequent und erspielte sich die entscheidenden Punkte im Mittelteil des Satzes. Trotz großem Einsatz kam Oberndorf nicht mehr entscheidend heran. Mit 11:7 sicherte sich Calw den sechsten Satz und stellte auf 4:2.
Der siebte Satz wurde dann zur bittersten Phase aus Oberndorfer Sicht. Während Calw nun fast befreit aufspielte und nahezu jeder Ball gelang, riss beim TVO der Faden. Die vorher so kämpferische Oberndorfer Mannschaft fand kaum noch Zugriff, musste früh einem Rückstand hinterherlaufen und konnte die Calwer Angriffswucht nicht mehr entscheidend bremsen. Nach den intensiven ersten sechs Sätzen fehlten sichtbar Kraft, Präzision und vielleicht auch ein Stück Selbstvertrauen. Calw spielte den letzten Durchgang eiskalt zu Ende und gewann deutlich mit 11:2. Damit war die 2:5-Auswärtsniederlage des TV Oberndorf besiegelt.
Für den TVO bleibt ein weiteres starkes Spiel unbelohnt und alle Ambitionen, nach oben in der Tabelle mitzuspielen sind nun leider begraben. Nun ist der Abstiegskampf endgültig eingeleitet und dieser will schnellstmöglich abgewendet werden. In zwei Wochen steht das nächste Spiel an: gegen den TSV Pfungstadt am 31.05. zu Hause um 16 Uhr.
Kader: Sauter, Bitsch, Sagstetter, Treuheit, Göttert, Habenstein, Lutz

