Große Geister: Die neue Spielzeit 2026/27 am ETA Hoffmann Theater in Bamberg

Große Geister: Die neue Spielzeit 2026/27 am ETA Hoffmann Theater in Bamberg
Foto: Dominik Huß

BAMBERG – Nach einer ersten Spielzeit, die steigende Publikumszahlen, Würdigungen von den Bayerischen Theatertagen und dem Nachtkritik-Theatertreffen sowie eine intensive Neubegegnung mit der Stadt Bamberg zu verzeichnen hat, begibt sich das ETA Hoffmann Theater unter der Leitung von John von Düffel nun ins zweite Jahr.

Das Motto: „Große Geister“! Damit sind einerseits die großen Gestalten und Ideen unserer – und vergangener – Zeit gemeint, die unser Denken prägen und auf unsere Auseinandersetzung mit der Welt abstrahlen. Aber es geht auch um den Ungeist, die Ideen, die zerstören, die heimsuchen, die uns nicht in Frieden ruhen lassen.

Der Übergang von 2026 zu 2027 ist auch der Übergang von 250 Jahren E.T.A. Hoffmann in 250 Jahre Heinrich von Kleist: Zwei große Geister, die neben vielen anderen Geistern und Größen in diesem Spielplan wiederaufleben. In der Eröffnungsrunde ist das im Großen Haus der geisterhafte Schatten des Bankers und Bankrotteurs Borkman in Henrik Ibsens gleichnamigen Stück (mit Susanne Wolff in einer der Hauptrollen); im Studio begegnen wir dem Geist aus der Maschine in Form der perfekten KI-Frau in Moritz Rinkes neuer Komödie „Sophia oder das Ende der Humanisten“.

Die transformativen Geister der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Weihnacht machen in Charles Dickens‘ „Weihnachtsgeschichte“ einen notorischen Geizhals zu einem guten Menschen; der autoritäre Ungeist von Big Brother infiltriert und kontrolliert in George Orwells „1984“ selbst die intimsten Gedankenräume. In der bissigen Komödie „Der Code“ – am ETA Hoffmann Theater in deutschsprachiger Erstaufführung zu sehen – ist es der unerbittlich-normative Zeitgeist, der über Aufstieg und Fall der Stars in Hollywoods vermeintlich liberaler Traumfabrik entscheidet.

Ebenfalls in deutschsprachiger Erstaufführung zu erleben, widmet sich Lauren Gundersons „The Revolutionists“ den vier einflussreichsten Frauen der französischen Revolution, die mit viel Esprit die ernste Frage verhandeln, wessen Geist – und damit wessen Idee – denn in der Weltgeschichte fortbestehen darf.

In einer immer materialistischeren, von handfesten Interessen dominierten Welt ist es wichtig, die Frage nach Geist und Ungeist zu stellen, und dabei nicht zu vergessen, was die ureigentliche Aufgabe des Theaters ist: Begeisterung!

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